Sie ist die nördlichste Stadt Großbritanniens, Hauptstadt der Highlands und Tor in den Norden Schottlands. Die Geschichte von Inverness: Natürlich blutig – was sonst? [... weiter nach dem Bild]
Erst im Jahr 2000 wurde Inverness zur “City” erklärt. Rund 60.000 Schotten leben und arbeiten hier. Sie verdienen ihr Geld zum Beispiel mit der Herstellung von Medizintechnik oder an der Universität. Und natürlich gibt es den Tourismus. Schließlich liegt das berühmte Culloden-Schlachtfeld nur einen Steinwurf weit entfernt, ebenso wie das geheimnisvolle Loch Ness.
Inverness selbst hat zwar eine lange Geschichte, versprüht aber keinen Mittelaltercharme, wie ihn zum Beispiel Edinburgh besitzt. Es wechseln sich alte Kirchen und Häuser mit hässlichen Betonklötzen ab. Viele alte Gebäude wurden nämlich um 1960 im Sinne de “Modernisierung” abgerissen – leider nicht zum Vorteil des Stadtbildes.
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Der River Ness teilt die Stadt in zwei Hälften. Er bildet auch die grüne Ader von Inverness, denn um ihn herum gruppieren sich schöne Häuserzeilen, die im Süden bald von Parkflächen abgelöst werden.
Besonderheiten: Castle und Museum
Direkt am Fluss thront die Inverness Castle – eigentlich ein Gerichtsgebäude, das auch heute noch für die Rechtsprechung genutzt wird. Unterhalb davon, gleich über dem Tourist Info, befindet sich Inverness Museum & Art Gallery. Dort informieren sich Besucher über Fundstücke aus den Highlands, die von der Steinzeit über das Mittelalter bis in die heutige Zeit hineinreichen – Waffen, Kunst, Schmuck sind mit dabei. Eine Fotosammlung zeigt das Leben in Nordschottland zu früheren Zeiten.
Tipp: Am River Ness entlang spazieren gehen
Möchte man die alten Häuserzeilen und den besonderen Flair des Flusses genießen, lohnt sich ein Spaziergang auf dem Ness Walk. nach einiger Zeit kommt eine alte Fußgängerbrücke, auf der man zur anderen Seite wechseln kann und wieder den Weg zur Innenstadt findet.
Wissen: Name und Geschichte von Inverness
Der Name Inverness kommt vom gälischen “Inbhir Nis” und heißt zu deutsch: Die Mündung des Ness. Der Fluss fließt aus dem berühmten Loch Ness, das sich ein Stück weiter süd-westlich im Great Glen befindet.
Inverness war auch immer ein wichtiger strategischer Punkt im Kampf um Schottland. Wer die Stadt und die Brücke kontrollierte, hatte die Macht über die Highlands. 1411 etwa wurde Inverness von den Lords of the Isles eingenommen, die Brücke wurde dabei eingerissen. Und 1746 sah Inverness das blutige Ende des Jakobiten-Aufstands. Danach nutzen die Engländer Inverness, um von hier aus die Highlands zu kontrollieren und keine weiteren Erhebungen der Clans mehr zuzulassen.
Persönliche Anmerkungen: Gelernt, was Prost auf Gälisch heißt
An einem Tisch in einem Pub von Inverness habe ich viel erfahren. Zum Beispiel, dass manche Schotten die Deutschen mögen, weil die im Zweiten Weltkrieg die Engländer bombardiert haben. Obwohl ich das gar nicht lustig finde, habe ich damals wenig widersprochen – die Schotten waren doch einschüchternd groß …
Die wichtigere Lektion allerdings in dieser Kneipe ging über das Trinkverhalten. Ich wunderte mich zum Beispiel, warum die Schotten damals stets zwei Biere holten. Eines tranken sie gleich, das andere stellten sie in die Mitte des Tischs. Ich begriff es erst, als um 23 Uhr die Glocke zur “Last Order” bimmelte. Während fast alle anderen Gäste schnell zur Theke rannten, blieben diese Schotten sitzen und griffen gemütlich zu den Gläsern in der Mitte – allerdings funktioniert der Trick auch nur mit britischem Bier, das nicht so schnell schal wird.
Und derweil brachten die Schotten mir noch bei, wie man richtig Prost auf Gälisch sagt: “Slàinte mhath!” – “Gute Gesundheit” (Auf dieser Seite gibt es eine Hörprobe). Ich musste es eine ganze Weile lernen an diesem Abend …
Anfahrt:
Von Edinburgh einfach drei Stunden lang die A9 hochdonnern. Schon ist man da … wenn man dann Inverness Richtung Norden verlassen will, kommt man über die noch recht neue und eindrucksvolle Kessock Bridge auf die Black Isle.
- Brücke in Inverness
- River Ness
- Ness Walk
- Inverness Castle












