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Zwei Tagesrundfahrten auf Orkney

Steinriesen, Wikinger-Siedlungen und geheimnisvolle Gräber machen Orkney aus. In zwei Tagesrundfahrten kann man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptinsel bestaunen.

Straße auf Orkney
Straße auf Orkney

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Mein Reiseführer:

Was erwartet einen auf den Orkney-Rundfahrten? Vor allem mit Relikten aus der Steinzeit geizen die Inseln nicht: Gräber, Steinkreise und alte Siedlungen aus dem Neolithikum gibt es hier reichlich. Aber auch Paläste, Kathedralen und erstaunlich schöne Landschaften gehören zu den Vorzügen der Inselgruppe.

Die Orkneys, sie hätten natürlich mehr Zeit verdient – vier oder fünf Tage, um in Ruhe alle Sehenswürdigkeiten zu genießen. Doch oft nimmt man die Inseln im Norden Schottlands auf einer großen Rundfahrt durch Schottland mit. So bleibt dann oft viel zu wenig Zeit. Eine Übernachtung, möglichst sogar zwei, sollte sich der Besucher aber mindestens hier gönnen. Denn sonst entgehen einem wichtige Sehenswürdigkeiten auf der Insel.

Natürlich kann man lediglich einen einzigen Tagesausflug auf Orkney unternehmen. Dafür gibt es zum Beispiel von John o’Groats aus Bustouren-Angebote, die das erfüllen. Oder man fährt per Autofähre hinüber und beschränkt sich auf die erste Tour, die hier beschrieben ist.

Die beiden Touren sind recht kompakt gehalten, Pausen sind nicht mit eingerechnet. Man sollte also spätestens um neun Uhr morgens losfahren. Zudem sollte man sich mit den Öffnungszeiten vertraut machen, um nicht an einem Ort vor verschlossenen Türen zu stehen. Außerdem sind feste Schuhe und wetterfeste Kleidung von Nutzen – auf den Orkneys kann das Wetter schnell wechseln.

Viel Vergnügen, ich freue mich auf Kommentare zu den Touren.

1. Die große Mainland-Schleife – (85 Kilometer, 2 Stunden Fahrtzeit, 9 Stunden gesamt)

Diese Tour packt viele der Sehenswürdigkeiten des Nordens der Hauptinsel in eine Tour. Die reine Fahrtzeit ist nicht sehr lange, nur etwa zwei Stunden. Allerdings ist die Rundfahrt gespickt mit Besichtigungen. Wer mehr Zeit auf Orkney hat, kann sie vielleicht aufteilen in zwei Tages-Rundfahrten und einen Besuch im zweiten großen Ort der Insel, Stromness, mit einstreuen.

Startpunkt – Kirkwall

Wir legen los in der Hauptstadt der Orkneys. Spätestens um neun Uhr sollte man sich auf den Weg machen. Es geht los auf die A965 nach Stromness, bis das Hinweisschild für Maes Howe erscheint.

Station 1 – Maes Howe (1 Stunde Aufenthalt)

Das Hügelgrab Maes Howe
Das Hügelgrab Maes Howe

Um zehn Uhr läuft die erste Führung in das einzigartige Hügelgrab – und nur so lohnt sich der Besuch von Maes Howe, denn von außen sieht man hier ja lediglich einen Grashügel. Das Innere ist beeindruckend und die geschulten Führer lassen die Geschichte gekonnt vor den Augen der Besucher wiederauferstehen.

Wichtig dabei: Unbedingt schon einige Tage vorher dort anrufen und die Tour um zehn Uhr telefonisch reservieren (Tel: +44 1856 761 606). Ohne vorherige Reservierung geht es nicht.

Fototipp: Leider ist im Inneren das Fotografieren nicht erlaubt. So bleibt also nur die Frontalaufnahme des Eingangs.

Station 2 – Standing Stones of Stenness (30 Minuten Aufenthalt)

Standing Stones of Stennes und Loch
Stading Stones of Stennes und Loch

Jetzt geht es zu den Steinriesen von Stenness. Vom Parkplatz bei Maes Howe biegt ihr wieder auf die A965 nach Stromness ein, fahrt aber schon nach wenigen hundert Metern rechts auf die B9055 Richtung Bay of Skaill. Es kommt rechts eine Parkbucht zu den Standing Stones of Stenness. Diese drei Steinriesen und die dahinter gefundene Siedlung sind durchaus genauerer Betrachtung wert.

Fototipp: Parkt am besten ein bisschen am Ende der Parkbucht, dann steht Euch das eigene Auto nicht im Weg, wenn Ihr Richtung Straße fotografieren wollt. Das kann sich lohnen, denn so bekommt man das Loch im Hintergrund mit auf das Bild.

Station 3 – Ring of Brodgar (30 Minuten Aufenthalt)

Ring of Brodgar mit Landschaft
Ring of Brodgar mit Landschaft

Zurück auf die B9055 Richtung Bay of Skaill. Nach einigen hundert Metern kommt rechts wieder ein großer Parkplatz. Von hier aus führt über die Straße ein Weg hoch zum Ring of Brodgar, einem großen Steinkreis mit noch 21 stehenden Monolithen – einer wurde sogar vom Blitz getroffen.

Fototipp: An einen Stein herangehen und ihn seitlich im Bild positionieren, so dass sich die Reihe der Steine zu anderen Seite langsam verliert.

Station 4 – Cliffs of Yesnaby (30 Minuten Aufenthalt)

Cliffs of Yesnaby Klippe
Cliffs of Yesnaby Klippe

Wieder zurück auf die B9055 und immer geradeaus zur Bay of Skaill. An der A967 aber zunächst links nach Stromness abbiegen und nach etwa einem Kilometer in einer Kurve nach rechts fahren. Wieder einige hundert Meter später geht eine Straße links ab nach „Yesnaby“. Diese bis zum Ende durchfahren und parken.

Festes Schuhwerk anziehen, die wenigen Meter zu den Klippen vorlaufen und einfach nur noch über die Cliffs von Yesnaby staunen.

Fototipp: Passt einfach nur auf, dass Ihr nicht runterfallt. Ansonsten sind die Klippen spektakulär genug. Wenn guter Wellengang ist, dann genau schauen, wie die Wellen rollen und wann und wo sie sich brechen. Ich finde Wellen, die etwas draußen gerade dabei sind, sich zu brechen am schönsten.

Station 5 – Skara Brae, Skaill House / Skaill Bay (1 Stunde Aufenthalt)

Skara Brae Inneneinrichtung
Inneneinrichtung eines der Originalhäuser

Nächster Halt: Steinzeitsiedlung von Skara Brae. Dafür fahrt die Stichstraße von den Klippen wieder zurück bis zur nächsten T-Kreuzung, das ist die B9056. Darauf nach links abbiegen und rund 10 Minuten fahren. Es kommt bald schon das Hinweisschild für Skara Brae.

Skaill Bay
Skaill Bay

Diese uralte Steinzeitsiedlung ist allerdings nicht das einzig Interessante in der Umgebung. Sowohl die Bay of Skaill, also die Bucht an der Skara Brae liegt, als auch Skaill House sind einen Besuch wert.

Übrigens: Mit der Eintrittskarte zu Skara Brae erwirbt man den Eintritt für Skaill House gleich mit.

Fototipp: Auf jeden Fall die Bay of Skaill einmal fotografieren, sie beschreibt einfach einen wunderbar fotogenen Bogen. Am nördlichen Ende befindet sich übrigens eine Klippe mit einem Loch darin.

Station 6 – Brough of Birsay (1 Stunde Aufenthalt)

Ok, es ist sehr viel auf einmal und man fährt dauernd herum. Schon reif für die Insel? Bitte, auch das ist Teil der Tour: Der Brough of Birsay ist eine kleine Gezeiteninsel. Um sie sicher zu betreten und zu verlassen, solltet Ihr Euch erkundigen, wann die Gezeiten passen, denn nur bei Ebbe gelangt man hinüber. Das lässt sich hier in Erfahrung bringen.

Brough of Birsay Treppe
Brough of Birsay

Fährt man von Skaill House weg, passiert man eine Ausfahrt mit steinernen Pfeilern. Diese Ausfahrt endet als T-Kreuzung an der größeren Straße, der B9056, auf die man nach links abbiegt. Weiter nach einigen Kilometern endet auch sie an einer T-Kreuzung an der A967. Hier ist Birsay bereits ausgeschildert, bei der nächsten großen Kreuzung mit Vorfahrtschild links abbiegen. Der Straße folgen, kurz vor dem alten Earls Palast (den man durchaus auch kurz ansehen kann) kommt ein braunes Hinweisschild für den Brough of Birsay. Nun einfach der Straße bis zum Parkplatz folgen

Fototipp: Die Insel vom Parkplatz aus, der Weg der darauf zuführt und ein Mensch, der die Treppe gerade hinabsteigt. Das verleiht Tiefe und setzt die richtigen Relationen im Bild.

Station 7 – Broch of Gurness (30 Minuten Aufenthalt)

Broch of Gurness andere Seite
Broch of Gurness andere Seite

Auf zur letzten Station vor der Heimfahrt, den Broch of Gurness, eine Anlage aus der Eisenzeit mit einem Rundturm und einer Siedlung davor.

Zurück auf die Straße, vorbei an den Ruinen des Palastes und immer geradeaus auf der A966. Nach zirka 20 Minuten Fahrt links abbiegen beim Hinweisschild zum Broch of Gurness, das gegenüber der Schule in Evrie liegt. Bis hinter fahren und dort parken.

Dann das Museum und den Broch bewundern.

Fototipp: Ehrlich gesagt, empfand ich es als schwierig dort ein gutes Foto zu machen. Es sind zu viele einzelne Elemente zu sehen, Ihr müsst also sehr sorgfältig das Motiv wählen. Wenn man seitlich etwas auf die Anhöhe geht, kann man von dort aus vielleicht schräg von oben ein Foto schießen.

Endstation – Kirkwall

Anzeige:

Heim geht es dann wieder zurück zur Schule von Evrie und dort nach links auf die A966. Die endet an der T-Kreuzung zur A965. Dort wieder nach links abbiegen Richtung Kirkwall. Nach einigen Minuten ist man in der Stadt zurück.

2. Die kleine Mainland-Schleife – (95 Kilometer, 1:45 Stunden Fahrzeit, 5 Stunden gesamt, plus Zeit in Kirkwall)

Die zweite Tour kümmert sich hauptsächlich um den Südteil von Mainland inklusive der Halbinsel Deerness sowie die Inseln Lamb Holm und South Ronaldsay, die per Dammstraße verbunden sind. Unterwegs gibt es eine erstaunliche Kapelle, Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg und Relikte aus der Ära der Pikten und Wikinger zu sehen.

Danach ist etwas Zeit für einen Bummel durch Kirkwall selbst, denn auch dort gibt es viel zu entdecken.

Startpunkt – Kirkwall

Los geht es wieder in Kirkwall, von dort aus auf die A961 nach St. Mary’s.

Station 1 – Churchill Barriers (kurzer Stopp)

Churchill Barriers Quader mit Plakette
Churchill Barriers Quader mit Plakette

In St. Mary’s geht rechts der erste Dammweg hinüber nach Lamb Holm. Kurz bevor man darauf abbiegt, ist eine bucht mit einer Infotafel. Das ist die erste der Churchill Barriers. Es folgen auf dem Weg weitere, jeweils mit Tafeln und Infos. Es lohnt sich durchaus jeweils kurz zu halten und zu lesen.

Fototipp: Die verrosteten Schiffswracks sind mit einem Tele gut einzufangen. Die Dammwege selbst sind nicht allzu fotogen.

Station 2 – Italian Chapel (15 Minuten Aufenthalt)

Hinüber auf die erste Insel und gleich links abbiegen, dem Hinweisschild zur Italian Chapel folgend. Die Italian Chapel ist eine kleine Kirche, die italienische Kriegsgefangene errichtet haben und so ein Stück Südtirol nach Schottland gebracht haben. Die Geschichte um die Entstehung und auch die Freundschaft danach macht den Halt hier auf jeden Fall lohnenswert.

Italian Chapel Orkney
Die Italian Chapel auf Orkney Mainland

Nun kann man sich überlegen, ob man weiter bis zu den Tombs of the Eagle fährt, oder sich die Zeit spart und direkt Richtung Brough of Deerness steuert.

Fototipp: Die Kapelle hat innen und außen so viele wunderschöne Motive, es ergibt sich quasi ganz von selbst. Innen mit einem indirekten Blitz arbeiten.

Station 3 – Isbister Cairn (1 Stunde Aufenthalt)

Wenn es zu den Tombs of the Eagles gehen soll, dann weiter auf der Hauptstraße bis nach South Ronaldsay, dabei werden immer wieder Churchill Barriers überquert. Immer auf der A961 bleiben. Kurz vor Burwick geht es nach links in Richtung „Cleat“. Nach einigen hundert Meter weist ein Schild zum „Tomb of the Eagles“. Dem folgen.

Dort gibt es ein Besucherzentrum mit Ausstellung. Das eigentliche Grab liegt zirka 1,5 Kilometer entfernt, auf halbe, Weg gibt es noch Überreste aus der Bronzezeit. In das Grab kommt man nur durch einen Kriechgang von 85 Zentimeter Höhe.

Station 4 – Brough of Deerness (1 Stunde Aufenthalt)

Wie auch bei Birsay handelt es sich beim Brough of Deerness um eine Gezeiteninsel, die aber fast immer begehbar ist, außer es hat wirklich hohen Seegang. Auf dem Felsen finden sich Überreste einer piktischen und nordischen Siedlung.

Kommt man vom Tomb of the Eagle, fährt man einfach den Weg zurück nach Lamb Holm. Danach, wenn man den Damm zum Mainland überquert hat, biegt man rechts ab Richtung Deerness, kommt auf die A960 und später auf die B9050. Nach dem Ort Skaill kommt zirka 1,5 Kilometer später rechts ein Parkplatz. Von hier aus geht es zu Fuß weiter bis zum Brough.

Danach die Straße einfach zurückfahren, die A960 bringt einen sicher nach Kirkwall. Hier allerdings in Kirkwall in die Easdale Loan links einbiegen und dann die nächste Straße „Holm Road“ wieder links. Es erscheint die Highland Park Destillery.

Station 5 – Highland Park Destillery (1 Stunde Aufenthalt)

Highland Park-Destillery
Highland Park-Destillery

Bevor es nun also gar nach Hause geht, ein kurzer Stopp in der Destillerie oberhalb Kirkwalls. Die letzte Tour dort startet um vier Uhr nachmittags, nicht verpassen. Das Auto kann man auf dem Parkplatz davor abstellen. Nach der Führung und ein wenig Shoppen, dann zurück nach Kirkwall.

Kirkwall – Endstation und Stadtbummel

St Magnus Cathedral
St Magnus Cathedral

Wer noch Zeit und Lust hat, schaut sich jetzt in der Innenstadt um.

Die Highlights sind St Magnus Cathedral, der Bishop’s Palace und der Earl’s Palace. Alle liegen eng beisammen, sozusagen an der selben Straßenkreuzung.

Fototipp: Um die Kathedrale komplett aufzunehmen, braucht es ein Weitwinkel-Objektiv.

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