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Muir of Dinnet und Burn o‘ Vat – Wanderung durch die Jahrtausende

Im Naturschutzgebiet Muir of Dinnet in den Cairngorms führen Wege nicht nur durch eine traumhafte Landschaft, sondern auch durch die Geschichte.

Von der Eiszeit zur Eisenzeit, über das Mittelalter und schließlich ins 19. Jahrhundert. Die Rundwege im Muir of Dinnet führen durch die Epochen. Dabei zeigen sie eine beeindruckende Natur. Rund um das große Loch Kinnord und den Nachbarn, das Loch Davan erstreckt sich eine grüne Landschaft aus Wald und Farn.

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Es lohnt sich, diesen Teil der Cairngorms zu erkunden. Dazu müssen Besucher aber die Wanderschuhe schnüren. Doch keine Sorge, das Muir of Dinnet bietet etwas für Fitte und weniger Fitte: längere Wanderungen und kurze Spaziergänge. Für Menschen im Rollstuhl bietet das Muir immerhin einen zugänglichen Picknickbereich.

Zentrum der meisten Aktivitäten ins Muir of Dinnet ist der Parkplatz am Besucherzentrum an der B9119. Von hier starten die Wege in die Natur.

Ein kleines Steinhaus ist das Besucherzentrum für Muir of Dinnet

Zwei Runden, die wir abgegangen sind, stelle ich hier vor. Die kurze Tour zum The Vat (rot) zuerst, dann die längere Route an Loch Kinord (lila) und Loch Davan entlang.

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Burn o’ Vat Trail (rot)

Ein besonderer Ort ist der The Vat. Dieser riesige Kessel aus Fels ist nur durch einen schmalen Spalt zugänglich. Ein Relikt aus der Eisenzeit, das Besucher fasziniert. Die kleine Runde dorthin und zum Aussichtspunkt dauert nur circa eine halbe Stunde und ist etwas länger als ein Kilometer.

Der Weg zu The Vat ist gut ausgebaut

Bis zum Felskessel sind es nur ein paar Minuten, der Weg ist ausgezeichnet ausgebaut, aber der Durchgang in den Kessel führt durch eine Spalte und über Steinbrocken.

Der Durchgang zu The Vat

Kommt man auf der anderen Seite des engen Durchgangs heraus, öffnet sich der Kessel vor einem. Gegenüber bahnt sich der Bach über einen kleinen Wasserfall seinen Weg nach unten.

Der Felskessel und der kleine Wasserfall am Burn o’ Vat

Der Kessel lässt einen staunen. Denn der ist das Ergebnis der hartnäckigen Arbeit von Wasser. In der Eiszeit vor 16.000 Jahren war das Land von Gletschern bedeckt. Als dann das Eisschild zu schmelzen begann, floss das Wasser ab und führte dabei riesige Felsen mit sich.

Einer davon verstopfte eine Stelle und zwang das Wasser zu einem Strudel davor. Die kreisrunde Strömung schliff dann den Kessel aus dem rosa Granitgestein.

In The Vat

Als die Schmelze vrüber war, versiegte der Fluss und wurde zum heutigen Bach.

Nach dem Besuch im Kessel, kann man entweder direkt zurück zum Auto oder aber man nimmt den kurzen Aufstieg zum Aussichtspunkt in Kauf. Zur Belohnung eröffnet sich ein Blick über die Wälder hinüber zum Loch.

Der Blick vom Aussichtspunkt

Der Weg endet nach einem kurzen Abstieg wieder am Parkplatz.

Little Ord Trail (lila)

Dieser Rundweg ist in etwa 5,5 Kilometer lang und man sollte sich 1,5 bis zwei Stunden Zeit nehmen. Es geht auf Waldböden und Wiesenpfaden entlang. Hier ist gutes Schuhwerk angebracht, auch wenn keine wirklich schwierige Passage enthalten ist. Allerdings gibt es in der Gegend noch Nattern. Ein Grund mehr für feste Wanderschuhe.

Auf dem Little Ord Trail erwarten den Besucher unter anderem:

Der Weg startet auf der anderen Seite der Straße und führt in die üppigen Wälder hinein. Die teils sehr alten Bäume sind verwachsen und mit Flechten besetzt. In den Ästen tummeln sich diverse Vögel, und mit etwas Glück hört man den Kuckuck rufen.

Blick vom Esker Ridge auf einen Toteiskessel

Der Pfad führt dann über den Esker Ridge, eine Erhöhung, zu deren Seiten tiefe Senken abfallen. Das sind Toteiskessel (Kettle Holes). Diese Löcher haben sich am Ende der Eiszeit gebildet. Wenn ein Eisbrocken von Ablagerungen bedeckt war und dann geschmolzen ist, hat sich eine Vertiefung dort gebildet, die mit fruchtbarer Erde ausgebettet ist.

Bald öffnet sich der Wald auf eine Wiese. An deren Ende führt der Weg hinab zum Loch und zum Kinord Cross.

Das Kinord Cross ist eine aufwendig verzierte stehende Steinplatte

Entlang des Ufers geht es nun weiter. Immer wieder öffnet sich der Wald und gibt den Blick auf den See frei. Eine große Insel taucht bald auf. Sie bildete einst zwischen 1000 und 1600 nach Christus die Basis für eine Burg, auf der sogar schottische Könige zu Gast waren. Hinüber ging es nur über einen Damm. Um 1600 ist die Burg aber abgebrannt. Der Damm und die Gebäude sind heute nur noch zu erahnen.

Auf der Insel stand einst ein stolze Burg

Bei einer weiteren Öffnung durch das Dickicht, erhaschen Wanderer den Blick auf das alte Crannog. Auch hier ist nur eine Insel übrig. Doch die Infotafel erklärt verständlich, wie das Gebäude vor zwei Jahrtausenden wohl ausgesehen hat.

Das Crannog im Loch Kinord

Die Route verlässt Loch Kinord und schlägt sich hinüber zu Loch Davan. Allerdings erreicht sie nie ganz das Ufer, sondern führt stattdessen über eine Lichtung, auf der die Überreste eines Dorfs aus der Eisenzeit stehen. Je nach Jahreszeit sind die grauen Steine gesäumt von wunderbarer Heide.

Heide am Eisenzeitdorf

Auch hier erklärt eine Infotafel, wie das Dorf einst aufgebaut war. Die Grundrisse lassen sich noch gut erkennen. Ein Stück weiter erheben sich dann die deutlich sichtbaren und teils gespenstischen Überreste des Dorfs Old Kinord aus dem 19. Jahrhundert.

Old Kinord

Von hier aus geht es dann wieder auf den Waldpfad über den Esker Ridge zurück zum Parkplatz.

Anfahrt

Mit Navigationsgerät: „AB34 5NB“ bringt einen in die Nähe.

Ohne Navi: Von Ballater auf die A93 Richtung Dinnet (oder auch umgekehrt) bis zu dem braunen Schild, das den Muir of Dinnet ankündigt. Hier auf die B9119 abbiegen. Wer hingegen von Norden kommt, fährt die A97 und biegt beim Hinweisschild zum Muir of Dinnet auf die B9119 ab. Weiter bis zum Parkplatz am Visitor Centre.

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