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Dunyvaig Castle – alter Wächter der Lagavulin-Bucht auf Islay

Heute dominiert die Whisky-Destillerie die Bucht von Lagavulin auf Islay. Doch früher stand hier eine der wichtigsten Burgen Schottlands: Dunyvaig Castle.

Dunyvaig Castle
Dunyvaig Castle

Eine geschützte Bucht, die das  Meerwasser mit grüner Wiese umarmt. Und obwohl die weiße Destillerie fast alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, steht hier noch ein anderes Bauwerk. Als wollten sie das kostbare Wasser des Lebens beschützen, das aus der Brennerei kommt, erheben sich auf einem Fels die Reste einer alten Burg: Dunyvaig Castle.

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Viel ist nicht mehr übrig von den Befestigungsanlagen und es vermag doch einiger Fantasie, um sich ihre einstige Größe vorzustellen. Zum einen war da ein Turm, dessen Mauern noch heute zu erkennen sind, zum anderen lag aber unterhalb ein viel größerer ummauerter Hof, in dem weitere Gebäude Platz hatten.

Die alten Hofmauern unterhalb Dunyvaig Castle

Das Alter von Dunyvaig ist schwer zu schätzen. Man geht davon aus, dass sogar die erste Burg bereits auf einem prähistorischen Fort errichtet wurde und aus dem 12. Jahrhundert stammt. Immer wieder wurde danach daran gearbeitet.

Sicher ist, dass die Lords of the Isles, deren Rat sich in Finlaggan auf Islay traf, die Burg bereits nutzten. Ein Sohn des ersten Lords of the Isles namens Iain Mhòir, oder English John Mor, erhielt Dunyvaig und gründete einen eigenen Zweig des Clans, die „MacDonalds of Dunnyveg and the Glens“. Das Clangebiet umfasste später Islay und Kintyre, aber auch – darauf weist das Wort „Glens“ hin – Antrim, also das heutige Nordirland.

Alte Burgmauern von Dunyvaig

Um dieses Reich zu verbinden, war Dunyvaig optimal gelegen. Bei klarem Wetter kann man hier auch heute in der Ferne die Ufer Nordirlands und Kintyres erkennen. Die Burg fungierte also als Hafen und Knotenpunkt.

Es gibt mittlerweile Theorien, dass Dunyvaig nicht primär zur Verteidigung gedacht war (auch wenn sie zweimal belagert wurde) und auch nicht als Wohnsitz der Lords, sondern dass sie eher als Umschlagplatz für Waren aus allen Himmelsrichtungen fungierte. Es sieht so aus, als ob im Hof unten die Güter gelagert wurden, während im Turm oben ein Verwalter hauste. Ein Tor führte zum Meer und hatte eine Rampe, ein Tor führte zum flachen Land. Vermutlich wurden die Waren über die Rampe gelöscht und dann in Gebäuden auf dem flachen Land gelagert.

Dunyvaig Castle und die Bucht von Lagavulin

Obwohl das große Reich der Lords of the Isles 1493 endete, konnten sich die MacDonalds of Dunnyveg and the Glens noch eine Weile behaupten. Doch immer wieder wechselte die Burg den Besitzer. Am Ende war es das Betreiben der Erzfeinde, der Campbells, die den Niedergang der MacDonalds of Dunnyveg besiegelte. Ab 1614 erhielten die Campbells ganz Islay und auch das Castle in der Bucht von Lagavulin. Der letzte MacDonald of Dunnyveg starb 1626 in London.

Die Burg war für die Campbells bald auch nicht mehr von Nutzen. 1677 ließ Hugh Campbell die Mauern einreißen. Er selbst residierte in seinem neuen Islay House.

Die Bucht mit der Burg und der Destillerie

Heute steht nur noch ein Stumpf des Turms hier. Und der ist massiv einsturzgefährdet. Darum sammelt Islay Heritage derzeit für den Erhalt der Burg.

Wissen: Der gälischen Name Dunyvaig

Hinter der englischen Aussprache „Dunyvaig“ sehen einige das gälische „Dùn Naomhaig“. Das Wort Dùn bedeutet Befestigung oder Burg und kommt in vielen schottischen Namen vor – Dunvegan Castle zum Beispiel. „Naomh“ hingegen heißt „heilig“. So könnte es  also „Heilige Burg“ bedeuten. Andere Quellen schreiben den gälischen Namen der Burg aber „Dùn Naibhig“. „Naibh“ bedeutet „Schiff“ und so wäre es die Burg des kleinen Schiffs. Im Zusammenhang mit der geschützten Bucht, würde das Sinn ergeben.

Lagavulin Distillery

Der Whisky und die Bucht, von der er seinen Namen bezieht, heißt auf Gälisch „Lag a’Mhuilin“ – die „Senke der Mühle“.

Hinweis: Dunyvaig ist gefährlich zu erkunden

Bis auf ein Warnschild im Gras gibt es hier keine Sicherungsmaßnahmen. Wer also die Mauern der Burg erkunden und den Blick von dort oben genießen möchte, tut das auf eigene Gefahr. Durchaus geht man hier an einigen engen, steil abfallenden Stellen vorbei. Und wie schon gesagt, ist der gesamte Bereich massiv einsturzgefährdet.

Seehund in der Bucht

Anfahrt:

Mit Navigationsgerät: „PA42 7DX“ in das Navi eintippen. Das bringt einen bis in den Ort Lagavulin.

Ohne Navi: Von Port Ellen aus folgt Ihr der Straße A846 nach Osten. Ausgeschildert ist „Ardbeg“. Auf der Straße vorbei an der Laphroaig-Distillery, dann erscheint die Brennerei von Lagavulin direkt an der Straße. Vorbei an allen Häusern des Ortes erscheint nach einigen Metern eine Abfahrt nach rechts. Sie führt hinab in die Bucht.

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