Roaming in Schottland und Großbritannien nach dem Brexit

Nach dem Brexit fallen die Vorschriften zum Roaming für Großbritannien weg. Bedeutet das höhere Handy-Gebühren für Schottland Reisende ins UK?

Der Stand beim Handy-Roaming von Deutschen Urlaubern in Großbritannien vom Oktober 2021 ist folgender:

Noch sind keine Roaming-Gebühren in Großbritannien fällig.

Der Stand beim Handy-Roaming von Österreichischen Urlaubern in Großbritannien vom Juni 2021 ist folgender:

Beim Anbieter A1 Telekom Austria fallen Roaming-Gebühren in Großbritannien an, bei Magenta Telekom und Hutchison Drei Austria nicht.

Im Detail: Handy-Roaming in Großbritannien (Schottland, England, Nordirland) für Deutsche

Nach dem Brexit fällt der Schutz durch die sogenannte „Ro­aming-Re­ge­lun­gen in der Eu­ro­päi­schen Uni­on“ für Reisende nach Schottland, England Wales oder Nord Irland an sich weg. Das bedeutet allerdings nicht, dass sofort überall wieder Gebühren fällig werden, wie das vor 2012 der Fall war.

Allerdings liegt es nun beim Ermessen der Vertragsanbieter, ob und wie viel Gebühren sie erheben. Sehen wir uns diese Dienstleister genauer an:

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom verkündet auf der Webseite zum Roaming in Großbritannien folgende Regelung:

  • Mit dem offiziellen EU-Austritt Großbritanniens am 31. Januar 2020 bleiben die aktuellen Roaming-Preise der Telekom dort vorerst unverändert. 
  • Kunden mit entsprechenden Tarifen der Telekom können ihren Inlands-Tarif weiterhin in Großbritannien nutzen. Die bisherigen Ländergruppen-Zuordnungen bleiben unverändert bestehen.
  • StreamOn und Tarife mit unbegrenztem Highspeed-Volumen können weiterhin in Großbritannien genutzt werden. Die Regelung zur angemessenen Nutzung in den EU-Ländern (Fair Use Policy) wird ebenfalls weiterhin angewendet.

Vodafone

Auch Vodafone in Deutschland wird zunächst keine erhöhten Handy-Gebühren für das Roaming in Großbritannien verlangen. Der Dienstanbieter schreibt dazu auf seiner Seite:

An den Tarifen ändert sich zunächst nichts. Großbritannien bleibt auch nach dem Austritt aus der Europäischen Union Teil der EU-Roaming-Zone (EU sowie Großbritannien, Island, Liechtenstein und Norwegen). Wir informieren Dich schnellstmöglich, sobald sich etwas ändert.

O2

Für einen Schock sorgte O2 als sich zu Beginn des Jahres 2021 die Preise plötzlich für Großbritannien erhöhten. Das war wohl allerdings ein versehen. Und auch O2 schreibt nun in einer Mitteilung:

Großbritannien wird trotz Ausscheidens aus der EU bis zum 31.12.2021 weiterhin nur der Preis gem. Zone 1 (EU reguliert) abgerechnet (Verlängerung vorbehalten).

Somit haben sich die großen Deutschen Anbieter mindestens bis Ende 2021 auf ein Beibehalten der Preise festgelegt.

Achtung: Roaming für Österreicher in Großbritannien

Für einen Schock hingegen sorgte der Österreichische Anbieter A1, der mit einer starken Erhöhung der Gebühren für die Handy-Nutzung im Ausland vorgeprescht ist. So fallen dort nun 2,49 Euro pro Minute an, falls man selbst aus Großbritannien anruft. Wenn man angerufen wird, kostet das immer noch 1,49 Euro pro Minute. Wer noch SMS verschickt, bezahlt pro Stück 99 Cent. Und nur 100 Kilobyte über den mobilen Internet-Zugang kosten ebenfalls 1,49 Euro. Da 100 Kilobyte schnell zusammenkommen, sollte man dann also in jedem Fall alle automatischen Internet-Abfragen wie Mails oder gar Updates unterbinden.

Die Anbieter Magenta Telekom und Drei haben sich dem allerdings nicht angeschlossen. Sie bleiben derzeit noch wie die Deutschen Kollegen bei der alten Regelung.

Unverändert: Roaming für Schweizer in Großbritannien

Da die Schweiz selbst nicht in der EU und auch nicht dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ist, ändert sich hier durch den Brexit grundsätzlich nichts.