St Andrews – Infos, Sehenswürdigkeiten und Anreise

St Andrews hat den Schotten viel gegeben: Ein religiöses Zentrum, den Golfsport und viele berühmte Abgänger der Universität. Warum sich ein Besuch dort lohnt.

Der alte Golfplatz von St Andrews ist begehrt
Der alte Golfplatz von St Andrews ist begehrt

Infos zu St Andrews:

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» beste Reisezeit
» Anreise

Mit rund 16.000 Einwohnern ist St Andrews für Schottland schon eine beachtliche Stadt. Doch sollte niemand die Größe von St Andrews an der Einwohnerzahl messen. Denn für Schottlands Geschichte ist der Ort an der Nordseeküste im Kingdom of Fife wesentlich wichtiger.

Der Heilige Andreas, der St Andrews den Namen verleiht, ist immerhin der Schutzheilige Schottlands. Die schottische Flagge ziert das sogenannte Andreaskreuz, an dem der Apostel sein Märtyrer-Ende fand. Angeblich brachte St Regulus (St Rule) um 345 nach Christus einige der Reliquien des Heiligen Andreas hier an die Küste. Und so entstand das christliche Zentrum mit seiner riesigen Kathedrale. Die wiederum gründete die Universität, die die Stadt heute noch berühmt macht.

Der alte Golfplatz mit seiner kleinen Brücke
Der alte Golfplatz mit seiner kleinen Brücke

In der Stadt gibt es sowohl opulente viktorianische Gebäude zu sehen, als auch kleine Granit-Häuschen mit Treppen an der Seite. Ein Bauweise, die in ganz Fife verbreitet ist, wie etwa im 30 Kilometer entfernten Falkland.

Treppenaufgang an einem alten Haus in St Andrews
Treppenaufgang an einem alten Haus in St Andrews

Einkaufen und Essen lässt sich rund um die Market Street und ihren Seitengassen sehr gut.

St Andrews Market Street
St Andrews Market Street

St Andrews ist auch berühmt für seine Caféhaus-Kultur, die freilich auch von den Studenten der Stadt getragen wird.

Sehenswürdigkeiten

St Andrews Links Old Course

St Andrews Links Old Course
St Andrews Links Old Course

Der Old Course ist immerhin der älteste Golfplatz der Welt, 1764 soll er entworfen worden sein. Kein Wunder, dass Golfer, die etwas auf sich halten, einmal im Leben auf diesem Platz einlochen wollen. Spielen darf theoretisch jeder hier. Man muss nur das passende Handicap mitbringen und entsprechend viel Geld. In der Nebensaison kostet die Green-Fee zirka 100 Pfund, in der Hauptsaison steigt sie bis auf um die 200 Pfund.

Besucher, die nur den Flair des Sports spüren wollen, können um das Gelände herum und auch auf einem Weg den Old Course queren. Dabei aber aufpassen, es fliegen Bälle durch die Luft. Meist aber sind auch Anweiser am Wegesrand, die sagen, wann man gehen kann und wann nicht.

Am Kopfende des Old Course, einmal über die Straße befindet sich das British Golf Museum. Hier lernt der Besucher alles über die Geschichte des Golfsports und seiner Heldinnen und Helden. Eintritt liegt bei zirka 9 Pfund für Erwachsene.

Band Stand und Martyrs Memorial

Band Stand und das Märtyrer Denkmal
Band Stand und das Märtyrer Denkmal

Wandert der Besucher entlang der Küste vom Golfplatz in Richtung Castle, passiert er zunächst eine Senke. Hier haben im Mittelalter Bogenschützen geübt. Zur Zeit der Königin Victoria wurde hier ein überdachtes Podest errichtet, der Band Stand. Ein bezauberndes viktorianisches Eisenkonstrukt.

Martyrs Monument
Martyrs Monument

Vom kleinen Hang gleich daneben blickt das Märtyrer Denkmal hinab. Es erinnert an die getöteten Reformatoren, die in und vor der St Andrews Castle hingerichtet wurden oder im Kampf gefallen sind.

St Andrews Castle

St Andrews Castle
St Andrews Castle

Mit Blick auf die Nordsee stehen die Ruinen der St Andrews Castle. Die Geschichte dieser Burg geht weit zurück, erbaut wurde sie bereits im 12. Jahrhundert. Allerdings nicht in heutiger Form, denn bereits in den Kriegen zwischen England und Schottland wechselte sie häufig die Besitzer und schließlich zerstörten die Schotten sogar um 1336 ihre eigene Burg, damit sie dem Feind nicht erneut in die Hände fallen konnte.

kaum 70 Jahre später aber baute ein Bischof sie wieder auf und seitdem diente sie den Erzbischöfen der nahen Kathedrale als Sitz. In den folgenden Jahrzehnten wurden hier künftige Könige unterrichtet und teils sogar geboren.

Zur Reformation aber toste erneut der Kampf um das Gemäuer. Zunächst wurden hier Protestanten interniert. Darunter auch der Lehrer des berühmten Reformators John Knox: George Wishart. Ihn ließ der damalige Kardinal David Beaton ins Verlies werfen und dann auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Zum Danke schlichen sich Protestanten verkleidet als Maurer in die Burg, töteten den Kardinal und hingen die Leiche aus einem Fenster.

Die Protestanten verschanzten sich in der Burg und wurden belagert. Dabei versuchten Mineure der Katholiken einen Schacht unter die Mauer zu treiben, um darunter eine Sprengung zu wagen. Die Protestanten konterten mit einem Schacht, der die anderen abfangen sollte. In diesen Schacht können Besucher noch heute hineinklettern – er gehört zu den Highlights des Burgbesuchs.

Der Schacht von St Andrews Castle
Der Schacht von St Andrews Castle

Die Protestanten mussten dennoch gegen die Übermacht aufgeben. Und im 17. Jahrhundert verfiel die Burg langsam, da sie keinen Nutzen mehr hatte.

Vor der Burg gibt es ein Visitor Centre mit viel Erklärung zu den Vorgängen. Eintritt liegt bei zirka 9 Pfund, es gibt ein Kombiticket für 12 Pfund mit der nebenan liegenden Kathedrale.

St Andrews Cathedral

St Andrews Cathedral
St Andrews Cathedral

Hier lagen einst Reliquien des schottischen Nationalheiligen St Andrews, zugleich der Namensgeber der Stadt. Sie machten die Kathedrale bald zur Pilgerstätte des Mittelalters.

Blick vom St Rule's Tower
Blick vom St Rule’s Tower

Heute lässt sich die Bedeutung und Größe allerdings nur noch erahnen anhand der Grundmauern. Ein Besuch sind die Ruinen allemal wert. Tickets zirka 9 Pfund, es gibt ein Kombiticket mit der Castle für zirka 12 Pfund. Der viereckige St Rule’s Tower lässt sich besteigen, dazu braucht es allerdings ein Token aus dem Visitor Centre. Oben erhält man einen guten Blick über die Kathedrale und auch auf ganz St Andrews.

Mehr Infos zur St Andrews Cathedral in diesem Beitrag.

University of St Andrews

Die Bibliothek von St Andrews University
Die Bibliothek von St Andrews University

Sie ist Schottlands älteste Universität und dazu noch eine renommierte. Immerhin verwies sie im Ranking jüngst einmal Erzrivalen Oxford auf Platz drei und musste sich nur Cambridge geschlagen geben. Seit der Gründung 1413 gab es immer wieder namenhafte Abgänger. Etwa der Feldherr Montrose, König James I von Schottland oder – etwas aktueller – Prinz William und seine Kate. Daneben etlich Nobelpreisträger und auch ein ehemaliger First Minister of Scotland, Alex Salmond.

Im Castle House residiert die School of English
Im Castle House residiert die School of English

Kern der College ist der St Salvator’s Quadrangle, der Platz, der zwischen den alten Gebäuden der Uni gebildet wird. Es gibt aber freilich auch zahlreiche Neubauten und andere kleine Gebäude, die mit der Uni assoziiert sind. Besucher können eine selfguided Tour mit diesem PDF unternehmen.

West Sands Strand

St Andrews West Sands
St Andrews West Sands

Am Fuße des Old Course starten die West Sands der Stadt, ein breiter Sand-Strand, gesäumt von Dünen, der sich zwei Kilometer entlang zieht. Hier spielen die Bewohner mit ihren Kindern und gehen mit ihren Hunden spazieren. Gerade am Ende einer Stadttour macht es sicher Spaß hier die Nordseeluft zu schnuppern.

East Sands Strand

East Sands St Andrews Beach
East Sands St Andrews Beach

Mehrere hundert Meter Sandstrand zieht sich im Osten der Stadt unterhalb der Kathedrale entlang. Auch hier macht ein Spaziergang Spaß.

Whyte-Melville Memorial Fountain

Whyte-Melville Memorial Fountain
Whyte-Melville Memorial Fountain

Sie ist das Zentrum der Marktstraße von St Andrews, die Whyte-Melville Memorial Fountain. Leider ist sie meist zugeparkt von Autos, dennoch ist sie einen Blick wert. Sofort fällt auf, dass einige Teile neu, andere alt erscheinen. Der Brunnen wurde nämlich erst 2015 auf Betreiben der Anwohner wieder renoviert – davor waren die Basins als Blumenbecken missbraucht worden.

George John Whyte-Melville war ein Romanautor und Soldat aus St Andrews. Er starb 1878 bei einem Reitunfall. 1880 errichteten Gönner den Brunnen als Denkmal, doch gut 50 Jahre später war er schon verfallen.

Botanic Gardens

Im Südwesten der Stadt hat die Universität im Jahr 1889 einen botanischen Garten angelegt, in dem mit der Zeit über 8.000 Pflanzen gesammelt wurden. Eintritt kostet zirka 6 Pfund, Studenten und Kinder frei. Mehr Info auf der Webseite.

St Andrews Museum

Über die Geschichte der Stadt informiert das St Andrews Museum. Das viktorianische Anwesen sitzt dabei in einem Park. Eintritt ist frei. Mehr Infos hier.

St Andrews Aquarium

St Andrews Aqarium
St Andrews Aqarium

Reptilen, Insekten, Fische – im Aquarium in St Andrews gibt es sie zu sehen. Das Aquarium ist mit zirka 11 Pfund nicht gerade günstig, aber gerade an Regentagen eine gute Alternative. Mehr Info hier.

Beste Reisezeit: Klima und Wetter

Verglichen mit der Westküste Schottlands zeigt sich die Ostküste von Fife als mild und niederschlagsarm. So kommt es, dass selbst im Winter der Regen St Andrews weitestgehend verschont. Wie beim Wetter und Klima in Schottland üblich, zeigt sich der Mai am hellsten und sonnenreichsten.

Aber auch Juni, Juli und August scheint die Sonne und der Niederschlag bleibt gering. Der September bleibt erstaunlich warm. Oktober, November, Dezember und Januar sind die dunklen und kalten Monate. Februar, März und April steigen die Sonnenstunden und Temperaturen steil an.

Anreise

Mit dem Auto geht es von Edinburgh auf die M90 über den Firth of Fife nach Norden. Direkt danach geht es auf die A92 Richtung Glenrothes und Kirkaldy. Hier zuerst im Kreisverkehr nach Kirkaldy East abbiegen, dann im nächsten Kreisverkehr nach Randolph ind. Estate und Windygates. Nächster Kreisverkehr geradeaus nach Levenmouth und Wemyss. Schließlich kommt wieder ein Kreisverkehr, der dann endlich auch St Andrews ausschildert und einen auf die A915 führt. Hier weiterfahren bis nach St Andrews.

Mehrere große Parkplätze gibt es bei den St Andrews Links am West Strand. Dazu in St Andrews den braunen Hinweisschildern zu den Links und dem Aquarium folgen. Wer gut zu Fuß ist, nimmt die Parkplätze hinter dem Strand, sie sind meist kostenlos.

Der Zug ist für einen Tagesausflug von Edinburgh aus eine gute Alternative. Er benötigt zirka 50 Minuten nach Leuchars, von wo aus einen Busse bis nach St Andrews bringen.

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