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Edinburgh: Sehenswürdigkeiten und Infos

Die wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten Edinburghs im Überblick. Außerdem Infos zur besten Reisezeit, Festivals, Shopping, Geschichte und mehr.

Edinburgh vom Calton Hill bei Sonnenuntergang
Edinburgh vom Calton Hill bei Sonnenuntergang

„Auld Reekie“ nannten die Einwohner Edinburghs einst ihre Stadt – die „alte Verräucherte“. Denn nach der industriellen Revolution vernebelten Fabrikschornsteine die Luft. Heute aber ist der Rauch längst abgezogen und gibt den Blick auf diese wunderschöne Stadt mit ihren mittelalterlichen Gebäuden frei. Grüne Parks lassen Bewohner und Besucher zu Atem kommen; rauchig dagegen ist heute nur noch der Whisky, der in den Pubs die Kehlen hinunter rinnt.

Viele Besucher verbringen in Edinburgh einige Tage zu Beginn oder am Ende einer Schottland-Rundfahrt. Eine gute Idee, um der wilden Natur der Highlands ein kulturelles Kontrastprogramm entgegenzusetzen.

Was Besucher in Schottlands Hauptstadt unternehmen können, welche Orte besonders sehenswert sind und was man sonst noch über Edinburgh wissen sollte, steht hier.

Klima & Wetter: Die beste Reisezeit

Edinburgh liegt an der Ostküste Schottlands. Der Vorteil: Meist kommt der Regen von Westen – bis nach Edinburgh hat es sich dann meist schon abgeregnet. ein Grund dafür, warum Glasgow doppelt so viel Niederschlag im Jahr erträgt als Edinburgh.

Die beste Reise-Zeit für Edinburgh ist freilich der Sommer. Allerdings darf man nicht vergessen, dass im August eben alle die Festivals laufen und die Stadt dann sehr voll und die Hotels ausgebucht sind.

Rein von der Reisezeit wäre auch hier der Mai eine interessante Alternative: Wenig Niederschlag, viel Sonnenschein und noch nicht so viele Touristen. Da die Sonne im Mai recht spät untergeht, haben Besucher auch viel Zeit sich dei Sehenswürdigkeiten der Edinburgs in Ruhe anzusehen – natürlich nur die, die keine Öffnungszeiten haben.

Hier das Klimadiagramm für Edinburgh:

Klimadiagramm Edinburgh
Klimadiagramm Edinburgh

Tipps: Edinburghs wichtigste Sehenswürdigkeiten

Grob gliedert sich Edinburgh in zwei Bereiche: Da ist die alte Stadt, die sich auf dem Rücken des Castle Hills bis hinab zu den Füßen der Salisbury Crags zieht. Die Royal Mile ist das Rückgrat dieser alten Stadt, seitlich gehen immer wieder Straßen oder auch nur sogenannte Closes ab – das sind enge Gassen und geschlossene Durchgänge. Alles wirkt hier recht organisch gewachsen.

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Der zweite Teil ist die New Town. Sie liegt gegenüber der Altstadt, getrennt durch die Princess Street Gardens. Geometrische Straßenzüge dominieren hier. Die klassizistischen Gebäude mit ihren prunkvollen Säulen haben Edinburgh schließlich den Namen „Athen des Nordens“ eingebracht. Krönung dieses neuen Stadtteils ist der Calton Hill mit seinen Denkmälern.

Übrigens: Eine Möglichkeit die Stadt bei Nacht zu entdecken, sind die geführten Touren mit Gruselfaktor. Die starten meist am Mercat Cross bei der St Giles Cathedral, dort kann man sich tagsüber auch schon Flyer abholen und nach Preisen fragen.

Royal Mile

Blick die Royal Mile hinab
Blick die Royal Mile hinab

Die Royal Mile verläuft von der Castle im Westen bis hinunter zum Holyrood Palace im Osten und legt dabei tatsächlich eine Meile zurück, also in etwa 1,5 Kilometer. Sie verbindet dabei nicht nur die Burg und den Palast, sondern war einst das Rückgrat des mittelalterlichen Edinburghs. Darum liegen an ihrem Weg heute noch etliche interessante Sehenswürdigkeiten – und natürlich auch viele Geschäfte. Alleine für sie kann man sich einen ganzen Tag reservieren, inklusive Einkaufsbummel und Abendessen.

Hier der Überblick über die wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten an der Royal Mile:

Edinburgh Castle

Edinburgh Castle nachts
Edinburgh Castle nachts

Natürlich DAS Bauwerk, das auf dem Castle Hill in Edinburgh alle anderen überragt. Der große Platz vor dem Tor dient jährlich im August als Bühne für das Military Tattoo, dem großen Aufmarsch militärischer Kapellen und Tänzer.

Für rund 17 Pfund darf der Besucher in das Innere der Burg – und das lohnt sich. Denn zum einen kann er von den Mauern einen schönen Blick über die Princess Street Gardens und die New Town von Edinburgh erheischen, zudem erhält er Einblicke in die Innenräume sowie die Geschichte der Edinburgh Castle und ihrer früheren Bewohnern.

Übrigens: Ein Spektakel ist der „one o’clock gun“-Kanonenschuss, der täglich außer sonntags von den Burgmauern abgefeuert wird.

The Scotch Whisky Experience

The Scotch Whisky Experience Eingang
The Scotch Whisky Experience Eingang

Schon mal Geisterbahn gefahren in einem Holzfass? In der Scotch Whisky Experience geht das. Und man braucht sich hier nicht einmal vor den Geistern zu fürchten. Der erzählt bei der Fahrt im Fass nämlich, wie das „Wasser des Lebens“ – der schottische Whisky – entsteht.

Nach der Fahrt gibt es dann noch ein „Dram“ zu trinken, also ein Gläschen Whisky, und einen Blick auf die größte Whisky-Sammlung der Welt. Der Ausgang liegt direkt im angeschlossenen Geschäft mit vielen Whiskysorten.

Camera Obscura

Links der Turm der Camera Obscura, rechts der Turm von The Hub
Links der Turm der Camera Obscura, rechts der Turm von The Hub

Gleich gegenüber der Whisky-Experience steht das Haus mit der „Camera Obscura“ und der „World of Illusion“. Hier finden Besucher optische Illusionen, haben vom Dach einen Blick über Edinburgh und können sehen, wie die alte Kamera Obscura im Turm des Gebäudes ein Bild der Stadt auf einen Tisch projiziert.

The Hub

Treppenaufgang in The Hub
Treppenaufgang in The Hub

An der Abzweigung der Johnston Terrace von der Royal Mile erhebt sich eine große Kirche – jedenfalls sieht sie aus, wie eine Kirche, denn das Gebäude wurde nie wirklich geweiht. Es war in der Mitte des 19. Jahrhundert die Heimat der Generalversammlung der Church of Scotland. Ab den 1980ern aber stand das Gebäude leer, bis es 1999 zu „The Hub“ umgebaut wurde.

Heute findet dort jährlich im August das „International Festival“ statt, bei dem sich Künstler aus den Bereichen Oper, Tanz und Theater treffen und Vorführungen geben. Außerhalb dieser Zeit finden Konferenzen, Hochzeiten und andere Veranstaltung statt.

Im Inneren befindet sich auch ein Café.

St Giles’ Cathedral

St Giles Cathedral
St Giles Cathedral

Nachdem die erste große Querstraße die Royal Mile kreuzt, erreicht man einen Platz mit Kathedrale – das ist die St Giles’ Cathedral. Schon vor rund 900 Jahren stand hier eine kleine Kirche, aber erst im 14. Jahrhundert wurde sie im gothischen Stil groß ausgebaut.

Im Inneren sieht man Räume und Gebäude aus unterschiedlichen Epochen. Sehr schön ist die Thistle Chapel, einer kleineren Kapelle am Ende der Kathedrale. Der Innenraum ist mit aufwendigen Schnitzereien ausstaffiert.

Ausführliche Infos zur St Giles’ Cathedral gibt es hier.

Mary King’s Close

Eingang zur Mary King's Close
Eingang zur Mary King’s Close

Von der Royal Mile gehen links und rechts immer wieder „Closes“ ab. Da sind schmale Gassen, die den Berg hinab führen, oft schon überbaut von Häusern. Die Mary King’s Close wurde derart eingemauert, dass sie mit der Zeit in den Untergrund wanderte.

Heute ist sie eine Touristenattraktion. Die Guides erzählen über historische Erkenntnisse genauso wie hier umgehende Spukerscheinungen.

John Knox House

John Knox House

Etwas weiter unten an der Royal Mile verengt sich die Straße bei einem Haus mit kalkweißen Erkern. Das ist das John Knox House. John Knox war quasi der Martin Luther der Schotten, also ein Reformator der Kirche.

Das Haus ist eines der wenigen Gebäude, das noch das typische Aussehen aus dem Mittelalter zeigt. Es soll schon um 1470 gebaut worden sein. Ein berühmter und langjähriger Bewohner war James Mosman, der Juwelier und Goldschmied von Mary, Queen of Scots. Er lebt hier rund zwanzig Jahre, ehe er als loyaler Anhänger der Königin 1573 hingerichtet wurde.

John Knox selbst wohnte übrigens nur sehr kurz hier, vermutlich im Jahr 1572. Doch reichte das aus, um das Haus vor seinem Abriss zu bewahren. Ein Glück für heutige Besucher, die im Inneren alte Räume mit vielen kleinen historischen Details sehen können.

Canongate Tolbooth

Canongate Tolbooth
Canongate Tolbooth

Kurz hinter dem John Knox House, ragt eine schöne alte Uhr von dem Turm an einem Gebäude heraus. Es diente ab dem 16. Jahrhundert als Gerichtsgebäude, Gefängnis und Versammlungsraum des alten Stadtteils Canongate, der einst noch vor den Stadtmauern Edinburghs lag.

Heute beherbergt es „The People’s Story Museum„, das das Leben einfacher Menschen ab de 18. Jahrhundert in Edinburgh zeigt.

Kirk of Canongate

Die Fergusson Statue vor der Canongate Kirk
Die Fergusson Statue vor der Canongate Kirk

Sie scheint nur eine Sehenswürdigkeit am Rande: Die Kirk of Canongate mit der jugendlichen Statue davor. Allerdings fungiert sie immerhin als Gemeindekirche, zu deren Gebiet auch der Holyrood Palace, des Schottischen Parlaments und sogar der entfernten Edinburgh Castle gehört. Kein Wunder, dass in ihr also 2011 die Enkelin von Queen Elisabeth II. geheiratet hat.

Erbaut wurde sie Ende des 17. Jahrhunderts auf Geheiß James VII. Im Inneren haben einige Berühmtheiten die letzte Ruhestätte gefunden. Zum Beispiel Adam Smith, der bekannte Wirtschaftswissenschaftler oder auch der Dichter Robert Fergusson, der vor dem Kirchentor als Bronzestatue zu sehen ist.

White Horse Close

White Horse Close
White Horse Close

Achtung: Diese Sehenswürdigkeit übersehen viele. Ein unscheinbarer Hauseingang unter einem eher modern wirkenden Gebäude versetzt einen nach wenigen Schritten um rund 300 Jahre in die Vergangenheit zurück. Denn im Hinterhof befindet sich das White Horse Close mit seinen weißen alten Häusern. Heute ist es ein willkommener und etwas ruhigerer Abstecher von der Royal Mile. Zudem ein wunderbares Fotomotiv und gerade abends auch mit einer besonderen Stimmung versehen.

Scottish Parliament Building

Nach all der mittelalterlichen Architektur, sticht das moderne schottische Parlamentsgebäude auffällig heraus. Tatsächlich wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten viele Verwaltungsaufgaben aus dem fernen London wieder nach Schottland verlegt. Da brauchten die schottischen Volksvertreter freilich ein großes Versammlungsgebäude. Vom katalanischen Architekten Enric Miralles entworfen, begannen 1999 die Baurbeiten, fünf Jahre später wurde es von Königin Elisabeth II. eingeweiht. Es liegt ja auch gleich über der Straße von der Residenz der Königin in Edinburgh, dem Holyrood Palace.

Holyrood Palace

Der Hollyrood Palace ist nachts hell erleuchtet
Der Holyrood Palace ist nachts hell erleuchtet

An den Toren des Palasts endet nun die Royal Mile. Der Holyrood Palace wurde ursprünglich als das Gästehaus einer Abtei errichtet, über die Jahrhunderte bauten ihn die schottischen und britischen Könige aber zu einem stattlichen Schloss aus.

Heute ist er offizielle Residenz des britischen Königshauses in Schottland, den die Queen auch mindestens einmal im Jahr bezieht.

Besucher können einen Teil des Palasts besichtigen, darunter die historischen Gemächer von Mary, Queen of Scots. Hinter dem Palast erheben sich übrigens schon die Salisbury Crags mit dem berühmten Arthur’s Seat.

Princes Street

Parallel zur Royal Mile, im neueren Teil Edinburgh verläuft die Princes Street mit ihrem hektischen Verkehr und vielen Kleidungsgeschäften. Auch die neue Tram fährt hier durch.

Doch abgesehen vom Einkaufsbummel gibt es auch hier einige Sehenswürdigkeiten.

Princes Street Gardens

Princess Street Gardens - Foto: Martin Goldmann
Princes Street Gardens – Foto: Martin Goldmann

Gegenüber den Einkaufgelegenheiten, zwischen Princess Street und Burgberg, erstrecken sich die Princess Street Gardens – ein langer, grüner Park, in dem sich bei Sonnenschein die Bewohner Edinburgh auf Parkbänken und den Grünflächen erholen.

An der Kreuzung zu The Mound begrünen Gärtner seit dem Jahr 1903 jährlich zum Sommer die sogenannte „Flower Clock“ mit bis zu 30.000 Pflanzen. Ein Stück darunter findet sich auch das sehenswerte kleine Gardener’s Cottage.

National Galleries of Scotland

Unter dem Motto „Kunst für Jedermann“ stellt die Scottish National Gallery Werke aus verschiedenen Epochen aus. Dazu gehören Künstler wie Pablo Picasso, Paul Gauguin und Roy Lichtenstein.

Der Eintritt ist frei.

National Galleries of Scotland
National Galleries of Scotland

Scott Monument

Auf diesen Autor sind die Schotten stolz: Sir Walter Scott. Darum haben sie ihm 1846 gleich das größte Denkmal gebaut, das einem Schriftsteller jemals weltweit gesetzt wurde. 61 Meter hoch ist der viktorianische Turm. Besucher können gegen Eintritt auf die Aussichstplattform hinaufsteigen.

Scott Monument
Scott Monument

Balmoral Hotel

Ein echtes Prachtstück ist das Balmoral Hotel an der Princes Street neben der Waverley Station. Es stammt aus dem Jahr 1902 und beherbergte viele weltberühmte Gäste. J.K. Rowling hat in einer jetzt nach ihr benannten Suite den letzten Teil der Harry-Potter-Reihe fertiggeschrieben.

Nachts ist Balmoral wunderbar angestrahlt. Nur auf die schöne Turmuhr sollte man sich nicht verlassen: Sie geht nämlich stets drei Minuten vor, damit die Passagiere den Zug auch sicher erreichen. Nur zu Silvester zeigt die Uhr die richtige Zeit an.

Calton Hill

Östlich läuft die Princes Street auf einen der sieben Hügel Edinburghs zu: dem Calton Hill. Auf seiner Kuppe befinden sich zahlreiche Denkmäler wie das National Monument, das Nelson Monument oder das auf so vielen Bildern abgelichtete Dugald Stewart Denkmal. Außerdem findet man auf dem Calton Hill auch eine Sternwarte.

Calton Hill oben
Calton Hill oben

Zum Sonnenuntergnag versammeln sich hier die Menschen und blicken nach Westen über die Stadt. Wenn der Himmel sich orange färbt und langsam die Lichter der Stadt angehen, strahlt Edinburgh in einem ganz eigenen Glanz.

Mehr zum Calton Hill hier.

Grassmarket

Greyfriar’s Bobby & Kirkyard

Greyfriar's Bobby
Greyfriar’s Bobby

Vermutlich der berühmteste Hund Schottland war der Greyfriar’s Bobby. Die Geschichte geht so: Der Hund eines Mannes saß nach dessen Tod jahrelang auf dem Greyfriar’s Friedhof am Grab seines Besitzers. Eines Tages starb er dann selbst. Aber zu seinem Andenken wurde eine Bronze-Statue errichtet. Das Pub dahinter hat seinen Namen angenommen. Auch wenn Historiker die Geschichte des Hundes nun etwas zurechtrücken, die Legende selbst ist einfach zu schön.

Hinweis: Bitte nicht die Nase des Hundes reiben. Der Friedhof ist übrigens ein Stück die Straße hinab, die vor dem Pub Richtung Castle nach unten führt.

National Museum of Scotland

National Museum of Scotland
National Museum of Scotland

Gerade wenn es regnet, ist das National Museum eine echte Alternative. Wunderbare Exponate aus der gesamten schottischen Geschichte sind hier zu sehen. Ein paar Highlights: Dolly, das geklonte Schaf; die Lewis Chessmen; die Geschichte Schottlands mit vielen Funden; Möbel, Kleidung und Design aus den letzten Jahrhunderten und natürlich die wunderschöne viktorianische Eingangshalle.

Wie bei vielen Museen in Schottland, so ist auch der Eintritt zum National Museum kostenlos. Es wird lediglich um eine Spende gebeten – die begeisterte Besucher auch gerne geben.

Weitere Infos hier.

Dean Village

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Dean Village eine unabhängige Gemeinde. Heute aber ist es ein Teil von Edinburgh, der nordwestlich vom Stadtkern liegt. Hier führt entlang der Waters of Leith der Dean Path, der entlang des Flusses an alten Häusern über einen Friedhof bis zur Scottish National Galleries of Modern Art verläuft und wieder zurück – mit einem Blick über das Fettercairne College, das eines der Vorbilder für Harry Potters Hogwarts sein soll.

Leith

Royal Yacht Britannia in den 1990er bei Thurso - heute liegt sie zum Besichtigen in Leith, Edinburgh
Royal Yacht Britannia in den 1990er bei Thurso – heute liegt sie zum Besichtigen in Leith, Edinburgh

Hier münden die Waters of Leith ins Meer. Der Ort Leith war ebenfalls einst ein eigener Ort, doch wurde er von Edinburgh eingemeindet. Leith ist auch gleichzeitig der Hafen der Stadt. Hier liegt die Royal Yacht Britannia vor Anker. Heute kann man das Luxusschiff, das einst die Royals um die Welt fuhr, in Leith besichtigen. (Ich habe die Britannia übrigens noch in Aktion in den 90ern gesehen, das Bild ist von einem Dia abgescannt.)

Shoppen in Edinburgh: Einige Tipps zum Einkaufen

Auf der Royal Mile gibt es eher die Touristen-affinen Shops, die viele Andenken oder „typisch Schottisches“ anbieten – Shortbread, Harris Tweeds, Kilts, etc. Doch Vorsicht: Es lohnt sich zu vergleichen. Wir haben auf der gesamten Meile die gleiche Handtasche jeweils für völlig unterschiedliche Beträge angeboten bekommen.

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Ein echtes Highlight steht gleich zu Beginn der Royal Mile bei der Castle: Die Tartan Weaving Mill and Experience wirkt bei Betreten zunächst wie ein kleiner Laden. Doch offenbart sich nach einem Durchgang dann folgendes Einkaufszentrum:

Tartan Weaving Mill and Experience
Tartan Weaving Mill and Experience

Etwa bei The Hub geht eine Treppe Richtung Süden hintunter, die auf der Victoria Street endet. Diese Straße führt hinunter zum Grassmarket und hier finden sich hinter bunten Fassaden auch kleine Antiquitäten-Läden, Kleidungs-Boutiquen und auch Whisky Shops. Alleine das Bummeln hier macht schon Spaß.

Victoria Street Edinburgh
Victoria Street Edinburgh

Zurück auf der Royal Mile weiter unten, ein Stück nach dem John Knox House und vor der Tolbooth findet sich das Fudge House. Wer die typisch britische Süßigkeit Fudge mag, wird hier neue Geschmacksvariationen finden wie zum Beispiel „Rum und Rosine“, „Pecan Nuss“, „Dreifachschokolade“ oder „würziger Ingwer“.

Fudge House Edinburgh
Fudge House Edinburgh

Schräg gegenüber des Fudge House findet sich mit Cadenheads der älteste unabhängige Abfüller von Whisky in Schottland. Meist sind hier drei bis vier Fässer einer edlen Sorte offen, die dann in gewünschte Flaschengrößen für den Kunden abgefüllt werden. Allerdings kauft man hier keine Marken wie Talisker oder Caol Ila, sondern Regionen. Die Hersteller sind meist nicht genannt. Einige finden den Shop unaufgeräumt und schmutzig, andere urgemütlich (ich gehöre zu letzteren und habe dort einige sehr leckere Flaschen erworben).

Cadenheads Whisky Shop
Cadenheads Whisky Shop

Während die Royal Mile historisch wirkt, findet der Edinburgh-Besucher entlang der Princes Street gegenüber den Princes Street Gardens viele moderne Kleidungsgeschäfte.

Tram auf der Princes Street
Tram auf der Princes Street

Extra Tipp: Es gibt in Edinburgh viele kleine Antiquitätenläden. Über unsere Erlebnisse dazu berichte ich hier.

Festivals: Im Sommer dominieren Theaterkultur und Straßenkunst

Samhuinn in Edinburgh
Samhuinn in Edinburgh

Im August ist Edinburgh voll. Kein Wunder, denn zu dieser Zeit entwickelt sich Schottlands Hauptstadt zur Festival-Stadt. Fast gleichzeitig laufen ab:

Das Festival Fringe gilt immerhin als das größte Kulturfestival weltweit. Zu dieser Zeit sind die Straßen in der Innenstadt fest in der Hand vieler Straßenkünstler, um die sich Trauben aus Schaulustigen bilden. Dazu kommen noch einige Theater und Bühnen, auf denen Kunst und Comedy gegen Eintritt gezeigt werden.

Das International Festival im Hub dagegen bezieht sich ganz auf klassische Disziplinen wie Ballett und Oper.

Das Military Tattoo zeigt Dudelsack-Kapellen und Militärgruppen hauptsächlich aus Schottland, aber auch immer mit internationalen Gästen. Jährlich lockt das Tattoo über 200.000 Menschen in die schottische Hauptstadt. Die Eintrittskarten sind begehrt und teuer. Die Tickets starten bei 25 Pfund und schlechter Sicht und gehen hoch bis auf 300 Pfund auf der „Royal Gallery“.

Am 30. April und am 31. Oktober finden zwei verwandte Umzüge in Edinburgh statt: Beltane heißt den Frühling willkommen, Samhuinn markiert das Kommen des Winters. Beide Male ziehen bemalte Schausteller mit viel Feuer durch die Stadt bis sie zu einer Bühne gelangen, auf der das Endspektakel stattfindet. Ein Erlebnisbericht mit vielen Bildern zu Samhuinn (Halloween) gibt es hier.

Es gibt noch viele weitere Festivals, die Bücher, Wissenschaft, bildende Künste und vieles mehr thematisieren. Einen Überblick gibt es hier.

Öffentliche Verkehrsmittel: Tram, Bus & Bahn – unterwegs in Edinburgh

Während Glasgow die einzige Stadt mit einer U-Bahn ist, kontert Edinburgh seit einigen Jahren mit einer Straßenbahn – der Edinburgh Tram. Die verbindet unter anderem den Flughafen mit dem Stadtinneren. Modern ist sie übrigens auch: Sie bietet ihren Passagieren nämlich kostenloses WLAN auf der Fahrt

Wie man vom Edinburgh Flughafen in die Stadt kommt:

Der Flughafen von Edinburgh liegt rund 10 Kilometer vom Zentrum entfernt. Die Edinburgh Tram fährt direkt vom Flughafen ins Zentrum. Die Fahrtzeit beträgt zirka 35 Minuten vom Airport bis zur Princes Street im Stadtkern. Sie geht etwa alle sieben Minuten und kostet einfach 5,50 Pfund, hin- und zurück 8,50 Pfund. Kinder 3 Pfund und 4,50 Pfund (Stand 2017).

Alternativ verkehrt der Airlink 100 von Lothian Busses. Er braucht vom Flughafen (Haltestellenbereich D) bis zur Waverley Station direkt ins Zentrum etwa ein halbe Stunde. Er fährt alle zehn Minuten und kostet einfach 4,50 Pfund, hin- und zurück 7,50 Pfund (Stand 2017).

Wie man in Edinburgh Ziele erreicht

Über die Princess Street und die Waverley Bridge verkehren auch sehr viele Busse, die einen in alle Ecken der Stadt bringen. Wichtigste Busbetreiber sind die Lothians Busses, Service 13 und EMH.

Ein Zug verlässt abends die Waverley Station
Ein Zug verlässt abends die Waverley Station

Knotenpunkt für die Verbindung mit der Eisenbahn ist die Waverley Station, die ebenfalls mitten in der Stadt liegt und von wo aus Züge teils unterirdisch unter den nahen Princess Street Gardens verkehren. Nach Glasgow schafft man es von hier aus mit dem Zug in etwa einer Stunde. Von dort aus kommt der Reisende in die Westhighlands, zum Beispiel über die wunderbare West Highland Railway Route, die durch das Rannoch Moor bis nach Ft William und Mallaig führt.

Direkt von Waverley gehen Verbindungen nach Fife und die Ostküste hinauf über Inverness bis nach Thurso. Zudem verbinden von hier aus auch jede Menge Linien die Stadt mit den Vororten.

Die Edinburgh Bus Station in der Elder Street nahe dem St Andrews Suqare, wenige Geh-Minuten von Waverley Station, dient als Verteiler auch für die Citylink-Busse, die in alle Ecken Schottlands fahren.

Während in Glasgow die Hop on – hop off – Sightseeing Busse hervorragend zum Abklappern von Sehenswürdigkeiten geeignet sind, sind sie es in Edinburgh nur bedingt. Sie dürfen nicht bis zur Castle und nicht bis zur St Giles Kathedrale, da diese Bereiche verkehrsberuhigt sind. Dafür machen einige Anbieter das wett, indem sie bis nach Leith oder South Queensferry fahren. Diese Seite gibt einen Überblick über mehrere Anbieter.

Übrigens: Die Taxis in der Stadt sind halbwegs bezahlbar und darum gerade für mehr als eine Person eine gemütliche Alternative.

Allgemeine Infos zu Edinburgh

Geographie: Wo liegt Edinburgh?

Edinburgh liegt im Südosten Schottlands in der Region Lothian. Lothian verläuft unterhalb der großen Nordseebucht Firth of Forth, zu der Edinburgh mit dem Stadtteil Leith auch einen Hafen hat.

Menschen: Schottlands Hauptstadt, aber nicht die größte Stadt

In Edinburgh leben laut der 2014er-Volkszählung 492.680 Menschen, also etwas weniger als ein Zehntel aller Schotten und rund 100.000 weniger als Schottlands größte Stadt Glasgow. Dafür ist Edinburgh aber Schottlands Hauptstadt und Sitz des schottischen Parlaments, das weitgehend eigene Befugnisse in Großbritannien ausübt.

Kriminalität: Eine sichere Großsstadt

Noch 2015 meldeten verschiedene Zeitungen, dass Gegend in und um Edinburgh die höchste Kriminalitätsrate in Schottland hätte – höher als Glasgow, das früher immerhin als Mörderhauptstadt Großbritanniens galt. Wohnungseinbrüche sind eines der Hauptdelikte. Doch auch hier hat sich viel getan. So sank die Kriminalitätsrate durch beherzte Polizeiarbeit in 2016 um rund zehn Prozent. Und viel wichtiger für uns Touristen: die Raubüberfälle gehen schon lange stetig zurück, Morde und Zwischenfälle mit Feuerwaffen sogar drastisch und das seit Jahren.

Kurz: Man kann sich recht sicher fühlen in Schottlands Hauptstadt, solange man im Kopf behält, dass Großstädte immer ein gewisses Risiko für Touristen überall in der Welt bedeuten – zum Beispiel durch Taschendiebe.

Scots: Dialekt in Edinburgh

Im Zentrum herrscht zum größten Teil ein recht klares Englisch vor, doch in einigen Gegenden hört man auch eine ausgeprägte Variante des Scots. Da wird aus „Edinburgh“ schnell eine „Emrba“, ist man betrunken, wird das als „reeking“ bezeichnet oder wird mit „deek“ aufgefordert, sich etwas anzusehen. Ein bischen hineinhören kann man in diesem Video hier.

Geschichte Edinburghs

Edinburgh hat zwar auch einen gälischen Namen, „Dùn Èideann“, doch sonst hat die Hauptstadt Schottlands zunächst wenig mit den Gälen der Highlands zu tun, und auch nicht mit den Pikten. Es waren die sogenannten Gododdin im 6. Jahrhundert nach Christus, die Edinburgh unter dem Namen „Din Eidyn“ oder „Etin“ prägten. „Dun“ oder „Din“ steht jeweils für eine Befestigungsanlage oder Burg.

Um 700 nach Christus allerdings gehörte Edinburgh zum Königreich Northumbria, das sich gerne auch mal mit den Pikten im Norden bekriegte. Erst 973 ging die Stadt über in das junge Reich der Schotten.

Richtig aufwärts ging es erst mit König David I. Er verlieh zirka 1130 n. Chr. bestimmten Orten den Status „burgh“ und somit auch besondere Rechte – aus „Etin“ wurde Edinburgh. Zu dieser Zeit etwa wurde auch das älteste Gebäude errichtet, das noch in der Stadt zu finden ist. Zu Ehren von Davids Mutter wurde die St Margaret’s Chapel errichtet, die heute ein Teil der Castle ist. St Margaret ist heute einie Heilige, wie die Tafel an der Kapelle auch stolz erzählt:

Plakette St Margaret's Chapel
Plakette St Margaret’s Chapel, Daten beziehen sich auf die Regentschaft von David I. nicht auf seine Lebenszeit

Als beschützte Burgh entwickelte sich Edinburgh prächtig. Beginnend am Castle Hill zogen sich die kleinen Gehöfte an den Flanken des auslaufenden Burgbergs hinab. So bildete sich die ungefähre Form der heutigen Altstadt mit der Royal Mile quasi schon ab, nur dass die Holyrood Abtei weit vor dem Stadttor am Ende des Burgbergs lag. Auf dem Bild hier sieht man auch schon Ansätze die Burgh of Canongate, die heute als Stadtteil an der Royal Mile existiert.

Edinburgh im 12. Jahrhundert
Edinburgh im 12. Jahrhundert (See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons)
Während der schottischen Unabhängigkeitskriege unter Robert The Bruce war Edinburgh meist von Engländern besetzt. Erst danach gewann es auch für den schottischen Hof mehr und mehr an Bedeutung. Außerdem etablierte sich Edinburgh mit dem Hafen von Leith als wichtiger Handelsposten für den Im- und Export per Schiff. So wuchs die Stadt kontinuierlich über die Jahrhunderte und warf dabei auch einiges an Steuern ab.

Reformation und Mary, Queen of Scots

1561 kam die heute berühmte Mary, Queen of Scots von Frankreich nach Schottland, um sich als Königin zu etablieren. Als Katholikin stieß sie allerdings auf starken Widerstand, der auch vom heute ebenso berühmten Reformator John Knox angefacht wurde. John Knox ist also so etwas wie Schottlands Martin Luther.

Palace of Hollyrood von oben
Palace of Holyrood von oben

Mittlerweile stand an Stelle der Holyrood Abtei der Holyrood Palace als Residenz der Monarchen. Hier spielte sich ein Eifersuchtsdrama ab, das auf den Karriereverlauf von Mary erheblichen Einfluss hatte. Ihr Ehemann Lord Darnley war derart eifersüchtig auf ihren Privatsekretär David Rizzio, dass Darnely ihn ermorden lies – in Beisein der Königin. Mit 56 Stichen wurde der Italiener gemeuchelt. Darnley selbst wurde 1567 ermordert. Als Mary dann Bothwell heiratete, einen der mumaßlichen Mörder Darnleys und ein Protestant, war das Maß voll. Aufgrund der gesamten Affäre musste Mary abdanken. Zwanzig Jahre später wurde Mary auf Fotheringhay Castle in Northamptonshire exekutiert.

Im Jahre 1603 trat die „Union of the Crowns“ in Kraft, der schottische König James der VI wurde gleichzeitig zum englischen und irischen König James I. Er zog mit seinem Hof nach London. Allerdings blieb das schottische Parlament in Edinburgh.

Die Unruhen zwischen den verschiedenen Kirchen, Presbyterianern, Episcopalen und Katholiken, dauerte noch viele Jahre und wurde schließlich auch im britischen Bürgerkrieg mit Oliver Cromwell ausgetragen. 1650 wurde die Stadt von seinen Truppen besetzt, ehe auch Cromwell besiegt wurde.

Union of the Crowns, Aufklärung und Industrialisierung

1707 wurde aus den Königreichen Schottland, England und Irland das Königreich Großbritannien. So gab es künftig auch nur ein großes Parlament, das künftig in London tagte. Edinburgh büßte so etwas an Wichtigkeit ein.

Hinzu kam: Die Stadt war mittlerweile zu dicht besiedelt. Enge Gassen, die „Closes“, hatten sich gebildet und Nachttopf-Inhalte wurden einfach auf die Straße geschüttet. Edinburgh im 18. Jahrhundert war sicher kein schöner Ort, dennoch hielten die Bewohner auch über die Klassen hinweg zusammen.

Dennoch musste etwas geschehen. Nachdem Bonnie Prince Charlie während des Jakobitenaufstands kurz auch in Edinburgh einmarschiert war und er aber ein Jahr später bei Culloden verloren hatte, gehörte die Loyalität Edinburghs ganz dem regierenden Hannoveraner George. Um die Stadt lebenswerter zu gestalten, wurde die New Town fast reisbrettartig aufgebaut und die Straßen wurden ganz nach dem regierenden Monarchen benannt: Hanover Street für sein Adelgeschlecht, George Street für seinen Namen, Queen Street für seine Frau und Princess Street für seine Kinder. Ab 1750 zogen mehr und mehr Wohlhabende in die moderne und deutlich sauberere Stadt hinunter. Außerdem wurde Canongate eingemeindet. Edinburgh wuchs nun nicht nur mehr von der Zahl der Einwohner, sondern dehnte sich auch in der Fläche aus.

Gleichzeitig etablierten sich in Edinburgh viele Gelehrte. Schon seit 1723 gab es eine Universität, die Studenten anzog. Nun etablierten sich Denker wie Adam Smith im Bereich der Wirtschaftswissenschaft, David Hume in der Philosophie oder der Historiker Adam Ferguson. Werke wie das Lexikon Encyclopædia Britannica entstanden in Edinburgh.

Dafür hinkte Edinburgh bei der Industrialisierung hinterher. Hier hatte sich der Nachbar Glasgow mit seinen Werften und Atlantikhafen besser etabliert.

Sanierung der Old Town

Ein echtes Problem entstand mittlerweile in den alten Stadtbezirken Edinburghs. Die hygienischen Zustände, die Enge und Armut setzte den Bewohnern dieser Gegend derart zu, dass es endlich ab 1865 zu deutlichen Verbesserungen kam. Damit aber stiegen wiederum die Mieten und viele Arme mussten die Innenstadt verlassen. Im Zuge dieser Verbesserungen erhielt Edinburgh sein heutiges vorherrschendes Stadtbild – die meisten Häuser sehen zwar älter aus, stammen aber aus der Zeit um 1870 herum.

Die Häuser nahe der Castle sind noch gar nicht so alt
Die Häuser nahe der Castle sind noch gar nicht so alt

Die fehlende Schwerindustrie hatte während der beiden Weltkriege eher gute Auswirkungen. Edinburgh war für Hitlers Bomben nicht interessant genug – im Gegensatz zu Glasgow. In den Jahren nach dem Kieg wurden die Slums noch weiter aus der Innenstadt verdrängt, so dass sich heute eine relativ strahlende Innenstadt ergibt.

Als dann 1998 auch wieder ein schottisches Parlament und später auch eine Regierung in Edinburgh Einzug hielten, begann sich Edinburgh wieder zu einer stolzen Haupstadt zu entwickeln.

Parlament Edinburgh
Parlament Edinburgh

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