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North Coast 500 Schottland: Karte, Sehenswürdigkeiten, Tipps

Die North Coast 500 ist eine wunderschöne szenische Route durch die nördlichen Highlands von Schottland ab Inverness. Hier alle Infos und Reise-Tipps.
nach Ullapool

Was ist die North Coast 500?

Die North Coast 500 ist eine Auto-Route durch die Highlands von Schottland. Als Rundreise soll sie die Küsten, Natur und Sehenswürdigkeiten Schottlands Norden bekannter machen.

Sie startet in der Highland-Hauptstadt Inverness. Über eine Entfernung von mehr als 500 Meilen führt sie entlang der Ost, – Nord- und Westküste, ehe sie quer durch das Landesinnere wieder nach Inverness zurückkehrt.

Im Prinzip wurde diese Rundfahrt auch schon von vielen Besuchern und Touristen in den Jahrzehnten zuvor abgefahren – erfahrene Schottland-Fahrer würden also sagen: alter Wein in neuen Schläuchen. Neu ist hauptsächlich der Name North Coast 500, unter dem sie nun noch bekannter werden soll.

Wo verläuft die North Coast 500 genau?

Den detaillierten Verlauf und wichtige Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zeigt folgende Karte:


Wie lange ist die North Coast 500 und wieviele Tage braucht man?

Die genaue Länge der Tour beträgt 520 Meilen, das sind etwa 830 Kilometer. Die reine Fahrtzeit liegt bei etwa 14 Stunden – natürlich abhängig vom eigenen Tempo.

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Die Zahl der Tage, die man für das Abfahren der North Coast 500 einplanen sollte, hängt natürlich davon ab, wie oft man anhält, um etwas zu besichtigen oder zu genießen. Mehr als zwei Sehenswürdigkeiten pro Tag und längere Etappen fahren wird daher bereits anstrengend.

Ich würde ein Minimum von fünf Tagen veranschlagen, besser aber mehr. Ein Tag kann zusätzlich für die Besichtigung von Inverness eingeplant werden und ein weiterer für einen Tagesausflug auf die Orkneys von John o’Groats aus.

Das hängt natürlich auch davon ab, wie man anreist, womit und wohin. Und das bringt uns auf die nächste Frage.

Anreise zur North Coast 500

Der Direkteinstieg beginnt ab Inverness. Die Stadt wird zum Beipsiel von EasyJet angeflogen – allerdings nicht direkt, sondern über London. Finanziell und zeitlich kann sich das – je nach Verbindung vom Heimatflughafen – aber durchaus lohnen. Denn man spart sich den Weg von anderen Orten wie Glasgow, Edinburgh oder Aberdeen. Einen Mietwagen bekommt man ganz normal ab Flughafen Inverness.

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Wer allerdings etwas mehr Zeit hat und die North Coast 500 in seinen restlichen Urlaub einbauen will, reist über die üblichen Routen an. Möchte man gar das eigene Auto, ein Wohnmobil oder einen Wohnanhänger mitnehmen, bleibt nur die übliche Anreise per Fähre nach Schottland.

North Coast 500 Sehenswürdigkeiten und Bilder

Die Küstenabschnitte haben ihren eigenen Charakter. Im Osten ist die Landschaft ruhiger und fruchtbarer. Die Bevölkerungsdichte scheint etwas höher zu sein, es kommen immer wieder kleine und feine Dörfchen. Oben im Norden wird es karger und je weiter die Route nach Western führt, umso mehr dominieren die wilden und beeindruckenden Highlands.

Die North Coast 500 Tour können Touristen entweder mit dem Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn fahren. Das ist reine Geschmackssache. Ich empfehle allerdings immer den Osten hoch zu fahren und im Westen zurück. Denn dann kommt die wilde Landschaft zum Schluss. Leider war unser Wetter bei der Fahrt im Norden eher düster bis regnerisch – aber die Highlands sind nicht ohne Grund so grün.

Es geht los in der Highland-Hauptstadt Inverness. Wer hier einen Tag Zeit eingeplant hat, kann am River Ness spazieren, die Castle besichtigen und im überdachten Victorian Market bummeln.

Inverness Castle
Inverness Castle

Dann schwenkt die North Coast 500 zunächst kurz nach Westen, ehe sie wieder nach Norden und Osten führt. Dabei touchiert sie auch die Halbinsel Black Isle. Sie ist Kornkammer der Highlands, viele Whisky-Brennereien beziehen ihr Getreide von hier, weil im torfigen Westen des Landes kaum Landwirtschaft möglich ist.

Kornkammer im Osten
Kornkammer im Osten

Hat man Zeit, kann man diese Halbinsel einmal umrunden. Hier findet man besondere Orte wie die Clootie Well und piktische Artefakte, wie im Groam House Museum in Rosemarkie. Danach führt die North Coast 500 in die kleine Marktstadt Dingwall.

Von hier aus geht es am Cromarty Firth entlang, in dem beim Ort Nigg Ölplattformen verankert liegen, die hier gebaut oder ausgebessert werden.

Ölbohrinseln im Cromarty Firth
Ölbohrinseln im Cromarty Firth

Auch hier waren die geheimnisvollen Pikten präsent und haben teils eindrucksvolle Steine hinterlassen. Ein Abstecher von der Hauptsstraße zum Shandwick Stone lohnt sich, wenn man sich für diese Urschotten interessiert.

Shandwick Stein der Pikten
Shandwick Stein der Pikten

Weiter die Straße entlang kommt man nach Tain, wo die Glenmorangie-Destillerie am Weg steht. Natürlich kann man diese mit einer Tour besichtigen.

Wieder sticht ein Meeresarm ins Landesinnere, diesmal der Dornoch Firth. Auch ihn überquert die Straße und kommt bald nach Golspie, an dessen Ende das wohl märchenhafteste Schloss der Highlands liegt: Dunrobin Castle. Tipp: Bei gutem Wetter auf jeden Fall auch die Vogelflugschau besuchen.

Dunrobin Castle
Dunrobin Castle

Zurück auf der Straße nach Norden. Bald verlassen wir die Grafschaft Sutherland und kommen in die Grafschaft Caithness. Wie die Orkneys auch, finden sich in Caithness Hügelgräber (Cairns) und Brochs. Das sind Bauten aus der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit hinein. Die Camster Cairns liegen zwar etwas abseits der Haupstrecke, gehören aber zu den imposantesten Hügelgräbern der Tour.

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Camster Hügelgräber
Camster Hügelgräber

Durch Wick hindurch, erreichen wir schließlich John o’Groats. An sich kein besonders schöner Ort, aber man kann ihn als Ausgangspunkt für einen Tagesausflüg auf die Orkneys nutzen oder an der Küste zu den Duncansby Stacks wandern. Wer schlecht zu Fuß ist, kann auch zum Duncansby Leuchtturm-Parkplatz fahren und die Felsnadeln nach wenigen hundert Metern erreichen.

Blick auf John o'Groats
Blick auf John o’Groats

Zurück auf der North Coast 500 können wir bald abbiegen zur Castle of Mey, dem ehemaligen Sitz von Queen Mum. Der Besuch lohnt sich, weil dort viele schöne Anekdoten aus der Zeit der Königinmutter noch bekannt sind und erzählt werden.

Garten von Castle of Mey
Garten von Castle of Mey

Anschließend lohnt bei gutem Wetter die Fahrt zum Dunnet Head, dem nördlichsten Punkt des britischen Festlands, von dem man die Orkneys sehen kann. Bei schlechtem Wetter hingegen gibt es dort eigentlich nichts Interessantes. (Darum fehlt hier auch ein Bild.)

Nun da wir ganz im Norden angekommen sind, knickt die North Coast 500 ab und führt eben an der Nordküste entlang durch Thurso. Und immer weiter. Der Charakter der Landschaft ändert sich langsam: Die Highlands werden schroffer und höher. Und der Gegenverkehr erhöht sich drastisch:

Highland Rind auf der North Coast 500
Highland Rind auf der North Coast 500

Mehr und mehr erscheinen Buchten in der Felsküste, in denen traumhafte Sandstrände liegen.

Ceannabeinne Beach
Ceannabeinne Beach

Schließlich überquert die North Coast 500 das Loch Eriboll.

Loch Eriboll
Loch Eriboll

Die Landzunge, die sich hier zwischen Loch Eriboll und dem Kyle of Durness erstreckt, ist einer der interessantesten Abschnitte der North Coast 500 im Norden. Hier liegt zum Beispiel die wunderbare Smoo Cave.

Smoo Cave
Smoo Cave

Bei Durness liegen die Sango Sands, ein Stück ab von der Straße kann man Balnakeil besuchen – ebenfalls ein Strand, zudem noch eine Kirchenruine und ein leckeres Café mit Schoko-Konfekt.

Aber verlassen wir Durness nun wieder, ab hier geht es wieder runter nach Süden, entlang dem Kyle of Durness.

Kyle of Durness
Kyle of Durness

Wer Zeit hat, kann am Kyle of Durness übersetzen und einen Bus nach Cape Wrath nehmen. Dafür sollte man aber Minimum einen halben Tag einplanen.

Die Landschaft wird nun immer wilder, immer schöner. Dank vieler Hügel, lohnt sich auch immer wieder ein Stopp, um die Aussicht zu genießen wie hier am Loch Dubhaird hinter Scourie.

Loch Dubhaird
Loch Dubhaird

Am Loch Assynt kann man noch einen Stop bei der Ardvreck Castle und dem Calda House einlegen. Ein malerischer Ort.

Ardvreck House
Calda House

Dann ist es nicht mehr weit, bis die North Coast 500 in Ullapool eintrifft. Ullapool ist ein größeres Fischerstädtchen, das auch als Tor zu den Äußeren Hebriden gilt.

Ullapool Hafen
Ullapool Hafen

Ullapool kommt einem tatsächlich wie eine Großstadt vor, nach den wenigen Dörfern und Häusern, die man sonst an der North Coast 500 sieht. Und auch danach geht es wieder in die „Wildnis“. Spätestens hier zeigt die North Coast 500 für Landschaftbegeisterte ihre schönsten Seiten. Zum Beispiel am Little Loch Broom Aussichtspunkt:

Little Loch Broom
Little Loch Broom

Oder auch an der Gruinard Bay und an vielen anderen schönen Stopps, die sich im Auf und Ab entlang der Küste und den Lochs bieten.

Die Landschaft wird natürlich von Torf, Gras und Heide dominiert. Wer sich eine Abwechslung gönnen möchte, hält auf der Reise im Inverewe Garden & Estate kurz vor Poolewe. Dieser Park enthält wunderbare Blumen aus allen Teilen der Erde und es lässt sich gut ein halber Tag dort verbringen.

Inverewe Gardens
Inverewe Gardens

Langsam neigt sich die North Coast 500 dem Ende entgegegen. Und das anscheinend Beste hat sie sich bis zuletzt aufgehoben. Wir erreichen das Torridon Bergmassiv – einsam und gewaltig.

Beinn Eighe
Beinn Eighe

Schließlich schwenkt die North Coast 500 noch einmal nach Westen, sie führt uns auf die Halbinsel Applecross.

Regenbogen bei Shieldaig
Regenbogen bei Shieldaig

Eine extrem enge Straße, die später sogar nahe am steil abfallenden Meeresufer entlang führt. Sie verlangt dem Fahrer noch einmal einiges an Konzentration ab, da man nach Kuppen oft nicht weiß, ob nicht ein rasender Einheimischer entgegenkommt. Und dennoch ist diese Single Track Road so wunderschön, dass man sie nicht verpassen sollte.

Straße nach Applecross
Straße nach Applecross

Im Örtchen Applecross kann man im Inn dann eine leckere Mahlzeit zu sich nehmen, ehe man über den Bergpass Bealach na Ba nach Lochcarron abfährt.

Bealach na ba
Bealach na ba

Unten angekommen hat man nun die Möglichkeit den Rückweg über Achnasheen nach Inverness zu nehmen. Oder man ist länger unterwegs, fährt nach Kyle of Lochalsh und besucht noch die Isle of Skye

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