Alte Steinhäuser mit Türen zum Meer, ein langer Hafen voller Schiffe, eine bunte Einkaufsmeile – all das findet sich in Shetlands Hauptstadt Lerwick.

Lerwick war nicht immer die Hauptstadt Shetlands. Sie hat dem Ort Scalloway an der Westküste den Rang abgelaufen. Ein Grund war, dass die Meerenge zwischen Bressay und Lerwick einen ruhigeren Hafen für die Handelsschiffe aus den Niederlanden bot.
Diese internationale Geschichte hat sich in die Stadt eingegraben. An der Wasserkante stehen heute noch alte Häuser, über die die Ladung mancher Schiffe gelöscht wurde. Nicht selten vorbei an Steuereintreibern.

Zum Land hin, steigt die Stadt an. Es geht hinauf in engen Gassen, durch die sich Treppenabsätze ziehen. Oben auf dem Hügel thronen das alte Fort sowie das ehrwürdige Rathaus Lerwicks.
Einige dieser Häuser könnten dir bekannt vorkommen, wenn du die Serie „Mord auf Shetland“ verfolgt hast. Denn Lerwick war die Heimat für den Film-Polizisten Jimmy Perez.
Wenn du Lerwick besuchen willst, nimm dir mindestens einen Tag Zeit. Ich zeige dir, was du hier sehen und erleben kannst.
Karte: Sehenswürdigkeiten in Lerwick
An der Karte kannst du sehen, dass sich die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt nahe dem Wasser befinden.
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Mehr InformationenLerwick Highlights: Was du auf jeden Fall ansehen solltest
Diese Must-sees solltest du nicht verpassen.

Shetland Museum
Im Hauptort zeigt eine moderne Ausstellung das Leben der Inselbewohner über die Jahrhunderte hinweg. Du kannst Rekonstruktionen von Gesichtern sehen, mittelalterliche Steinmetzarbeiten, typische Boote und sogar Autos. Eintritt frei.

Lodberries
Eine Reihe an Gebäuden, die in den Hafen hineinragen, sind die Lodberries. Sie wurden gebaut, um die Ladung von Schiffen zu löschen. Heute sind die Gebäude eine der schönsten Sehenswürdigkeiten. Außerdem ist „The Lodberry“ das Wohnhaus des fiktiven Polizisten Jimmy Perez aus der Serie „Mord auf Shetland“.

Clickimin Broch
Direkt vor den Toren der Hauptstadt Lerwick steht die Anlage von Clickimin. Diese Sammlung an prähistorischen Bauten in einem See wurde über Jahrhunderte bewohnt. Wichtigster Teil: die Überreste des Brochs. Eintritt ist frei.
Lerwick erkunden: Spaziergang zu den Sehenswürdigkeiten
Am schönsten kannst du Lerwick durch einen Spaziergang erkunden. Die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt reihen sich auf, wie eine Perlenkette, die dem Wasser folgt.
Ausnahme ist das Broch von Clickimin, das außerhalb liegt. Dazu habe ich hier einen eigenen Beitrag verfasst: Broch of Clickimin.
Ich habe die Abfolge so gewählt, dass die Sehenswürdigkeiten, die nicht geschlossen werden (Geschäfte, Museen), zuerst besucht werden. Die große Route ist 4 bis 5 Kilometer lang und dauert von der reinen Laufzeit her eine bis eineinhalb Stunden. Dazu kommt der Aufenthalt, den ich an den Sehenswürdigkeiten jeweils geschätzt habe.
Grob würde ich für den Tag in Lerwick sechs Stunden Aufenthalt rechnen, eventuell mehr (ohne Besuch bei Clickimin).
Parken & Ankommen
Wenn du mit dem Auto kommst, gibt es einen Parkplatz beim Shetland Museum. Hier kannst du kostenlos parken bis zu zwei Stunden, danach kostet es. Alternativ gibt es einen weiteren Parkplatz oberhalb von Fort Charlotte.

Solltest du mit dem Bus anreisen, kannst du an der Viking Bus Station aussteigen. Sie liegt rund 200 Meter entfernt vom Museum.
Shetland Museum

Adresse: Hay’s Dock, Lerwick, ZE1 0WP
Öffnungszeiten (Sommer): Di-Sa, 10:00-17:00 Uhr, So-Mo, 12:00-17:00 Uhr
Eintritt: frei, Spende erwünscht
Aufenthalt: zirka 2 Stunden
Web: shetlandmuseumandarchives.org.uk
Das moderne und wunderschöne Museum in Lerwick gibt einen tiefen Einblick in die Geschichte und Kultur Shetlands. All das wird durch spannende Vitrinen mit Fundstücken gezeigt. Boote und Hütten sind ebenfalls ausgestellt, sogar ein altes Auto gibt es im Museum zu sehen.
Ein echtes Highlight (im wahrsten Sinne) ist der alte Leuchtturm-Mechanismus, der sich über zwei Stockwerke erstreckt. Vor dem Museum liegt ein Hafenbecken mit alten Steingebäuden und Booten.
Ich kann das Museum nur wärmstens empfehlen. Der Eintritt ist frei.
Lerwick Distillery

Adresse: Whisky Lane, 32 Market St, Lerwick, ZE1 0JP
Öffnungszeiten: Mo-So, 10:00-17:00 Uhr
Eintritt: noch keine geführten Touren, Tastings ab 15 Pfund, Shop frei
Aufenthalt: zirka 20 Minuten
Web: shetlandwhisky.com
Ein Stück weiter liegt die Lerwick Distillery. Sie ist jetzt Schottlands nördlichste Whisky-Brennerei, auch wenn bei meinem Besuch (März 2026) noch kein Whisky gebrannt wurde.
Trotz Shetlands rauer Natur, wird der künftige Whisky eher weicher. Ohne Torf oder Rauch. Dazu passt, dass ein Urgestein aus der Speyside als Master-Distiller gewonnen werden konnte. Ian Millar hat früher die Brennereien Glenfiddich, Balvenie und Kininvie betreut.
Elisabeth Atia ist hier häufig in ihrer nordischen Kleidung im Laden anzutreffen. Noch gibt es keine Touren, doch vielleicht darf man schon einen Blick in den Raum auf die Brennblasen und den Spiritsafe werfen.
Town Hall
Folgst du der Market Street, in der die Lerwick Distillery liegt, einfach weiter, erreichst du nach einem kurzen Schwenk das Rathaus auf dem „Hillhead“. Gegenüber steht das Kriegsdenkmal und schräg gegenüber die Polizeiwache aus den Shetland-Krimis.
Von hier aus geh links am Rathaus vorbei in die Charlotte Street. Linker Hand führt ein Weg durch ein Tor ins Fort Charlotte.
Fort Charlotte

Adresse: 179 Commercial St, Lerwick, ZE1 0HX
Öffnungszeiten: Mo-So, 10:00-16:00 Uhr
Eintritt: frei
Aufenthalt: zirka 20 Minuten
Web: historicenvironment.scot
Das Fort liegt oberhalb des Hafens und sollte einst vor Angriffen der Niederländer und anderen Feinden schützen. Die erste Anlage wurde schon 1655 gebaut, doch der Zustand zeigt die Festung wie aus der Zeit um 1780.
Die alten Gebäude, wie die Pulverkammer, Quartiere, Bäckerei und mehr kannst du hier von außen besichtigen. Besonders lohnt sich auch ein Blick von den Mauern über den Hafen.
Danach verlasse das Fort durch dasselbe Tor, durch das du hineingegangen bist (Charlotte Street) und wende dich nach links.
Fußgängerzone
Du erreichst die Commercial Street. Sie ist die Einkaufsstraße Lerwicks. Darin findest du Modegeschäfte, Banken, Souvenirshops, Outdoorausrüster, Cafès und Restaurants. Berühmt ist das Süßigkeitengeschäft „The Island Larder“ nahe dem Mercat Cross.
Am Mercat Cross folge der Commercial Street nicht weiter, sondern steche durch zum Hafen. Du erreichst das Victoria Pier.
Victoria Pier & Albert Dock
Vom Victoria Pier aus hast du einen schönen Blick über den Hafen. Zu Beginn des Piers steht ein Denkmal. Es erinnert an die Unglücksfahrt der Diana, eines Walfangschiffs, das sechs Monate im Eis gefangen war und dabei 13 Mann verloren hat. Die Skulptur des überfließenden Kelchs im Inneren stammt allerdings aus dem Jahr 2000.
Oft kannst du hier größere Schiffe sehen und auf der einen Seite zum Albert Dock hinüberschauen. Dort liegen die Fähren nach Bressay und zu den Out Skerries im Osten Shetlands.

In der anderen Richtung hast du einen schönen Blick auf die Front der alten Häuser: dem Lerwick Delivery Office, der Tollbooth und dem Queen’s Hotel.

Kehre nun zurück zur Commercial Street und gehe sie weiter.
Tollbooth
Die Tollbooth von Lerwick war einst das Hauptverwaltungsgebäude. Es stammt in jetziger Form aus dem Jahr 1767. Sie diente zum Eintreiben von Steuern, als Gefängnis, als Gerichtgebäude und mehr.
Die Tollbooth markiert den Eingang zur Straße mit den Lodberries. Folge also der Commercial Street hier weiter.
Bain’s Beach
Hier beginnt der Bereich der Lodberries. Hinter diesem seltsamen Namen steht der altnordische Begriff „hlaðberg“. Das bezeichnete einen Fels, an dem Schiffe beladen werden, quasi ein natürliches Pier. In diesem Fall wurde der Begriff dann auch für Häuser benutzt, die weit ins Wasser hineingebaut wurden, damit Schiffe ihre Ladung leichter hinübertransportieren konnten.
Das Queen’s Hotel gleich hinter der Tollbooth ist bereits eine solche Lodberry. Dahinter hat sich Sand abgelagert und einen Strand gebildet. Das ist Bain’s Beach, ein Strand zwischen Häusern mitten in Lerwick.
The Lodberry
Es gibt noch DIE Lodberrie – the Lodberrie. Dank der Shetland-Krimi-Serie ist das Gebäude eines der bekanntesten und meistfotografiertesten auf Shetland. Der fiktive Ermittler Jimmy Perez hat hier seine Wohnung.
Das Gebäude selbst stammt aus der Zeit um 1800 und hieß früher auch Robertson’s Lodberrie. Es hat zwei Stockwerke und diente früher als Lagerhaus. Auch eine Werkstatt fand sich darin. Außen erkennst du noch den alten Kran über der Türe, mit dessen Hilfe Schiffe entladen wurden.
The Lodberrie und die benachbarte South Lodberrie geben einen guten Eindruck davon, wie die gesamte Hafenfront Lerwicks im 19. Jahrhundert ausgesehen hat.
Stout’s Pier
Mit dieser Lodberrie endet die Commercial Street. Noch einmal hast du ein schönes Haus, das ins Wasser hineinragt, im Hintergrund der kommerzielle Hafen von Lerwick.
Auf der anderen Seite erhebt sich ein kleines Wohnhaus mit einer Garage, deren Dach aus einem der alten, typischen Boote Shetlands besteht.

Wenn du möchtest, kannst du hier den Spaziergang beenden und zum Parkplatz zurückgehen. Wenn du länger Zeit hast, kannst du bis zum Knab of Lerwick spazieren.
Knab of Lerwick
Folge immer der Straße, und achte darauf, wenn links der Weg zum Knab angezeichnet ist. Er ist asphaltiert und führt dich am Friedhof der Stadt vorbei bis zur Landspitze. Unterwegs passierst du eine Torpedoplattform.
Oberhalb des Knab gibt es eine Aussichtsplattform, die erklärt, was um dich herum zu sehen ist.
Kurz vor der Plattform endet die Knab Road. Du kannst ihr zurück in die Stadt folgen. Oder du spazierst noch die Küste entlang bis zur Breiwick Road.
Knab Golf Course
Entlang dem Steilufer verläuft der Weg zurück zur Stadt. Hier standen früher ebenfalls Kanonen zur Verteidigung des Hafens. Achte etwas auf Bälle, denn hier ist auch der Knab Golf Course mit neun Löchern. Er wurde 1920 angelegt und jeder darf kostenlos darauf spielen.
Der Weg endet an der Brewick Road. Wenn du hier geradeaus auf die Ronald Street und weiter auf die Mounthooly Street gehst, läufst du direkt wieder zum Mercat Cross und kannst dann am Hafen zurück zum Parkplatz.

Ich hoffe, dir hat mein Ausflug gefallen. Schreib gerne, was dir aufgefallen oder passiert ist.








