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Clootie Well – Magische Quelle auf der Black Isle

Plötzlich hängt Kleidung im Wald. Die Bäume sind in bunte Fetzen gehüllt – wohin das Auge auch schaut. Und im Zentrum der Lumpensammlung entspringt eine Quelle aus einem Hügel. Das ist die Clootie Well auf der Black Isle

Ein Teddy bei der Clootie Well
Ein Teddy bei der Clootie Well

Dieser Glaube reicht tief zurück in die keltische Zeit: Wenn man ein Kleidungsstück in eine heilige Quelle taucht und es an einem Baum aufhängt, dann soll das Krankheiten heilen. Der heidnische Brauch überlebte sogar die Christianisierung – selbst als es eine Zeit verboten war, hingen an der Clootie Well bei Munlochy immer noch Fetzen.

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Heute finden sich dort immer noch allerhand Kleidungsstücke, die teils dekorativ aufgespannt sind: Schottische Flaggen, Superman-Shirts, Spruchbänder oder Bart Simpson-T-Thirts – oder der im Bild zu sehende bedauernswerte Teddy-Bär. Um die Krankheiten kümmert sich heute eher die Schulmedizin. Daher werden solche Fetzen meist von Verliebten oder für Hochzeitspaare aufgehängt – als Segen für die Zukunft.

Die Atmosphäre rund um die sehr kleine Quelle kann ich kaum beschreiben. Es ist einzigartig bunt! Und wenn der Wind die Lumpen bewegt, gibt es ein ganz eigenes Geräusch. Schaut man allerdings genauer hin, sieht man eben Schimmel und Stockflecken auf den Stoffen. Das ist dann weniger faszinierend, eher eklig.

Trotzdem: Wenn man in der Gegend von Inverness ist, lohnt sich ein Zwischenstopp dort allemal.

Tipp: Korrekte Ausführung des Rituals

Wer das Ritual korrekt ausführen möchte, der läuft dreimal im Uhrzeigersinn um die Quelle, verspritzt etwas von dem Quellwasser auf dem Boden und spricht dabei ein Gebet. Dann hängt man das Kleidungsstück der Person auf, der man Glück wünscht.

Wissen: Tradition nicht nur in Schottland

Clootie Well heißt übersetzt tatsächlich nichts anderes als „Lumpenquelle“.

Die Tradition Fetzen aufzuhängen an einem heiligen Ort, ist übrigens nicht alleine in Schottland bekannt. Auch zum Beispiel in Cornwall kennt man den Brauch. Und die Iren haben zwar keine Quellen, aber immerhin Lumpenbüsche oder -bäume.

Die Behörden sind von dieser sehr lebendigen Tradition weniger angetan. Wegen der Synthetik-Fasern verrottet heutige Kleidung kaum. Und so muss in regelmäßigen Abständen bei der Quelle aufgeräumt werden, damit die Umweltverschmutzung nicht überhand nimmt. Letztes Mal, so sagte uns unsere Gastgeberin genervt, wurde dort sogar ein Fahrrad aus den Bäumen geholt.

Persönliche Anmerkung: Weiter in den Wald

Das ist schon ein besonderer Ort, keine Frage. Schöner fanden wir allerdings die Natur südlich vom Parkplatz. Von dort aus geht nämlich auch ein kleiner Rundweg weg. Dort kann man Bachläufe auf Holzbrücken überqueren und einfach den Wald genießen.

Anfahrt:

Von Inverness fährt man die A9 Richtung Norden und überquert dabei die Kessock-Bridge. Nach etwa acht Kilometern kommt ein Kreisverkehr, den man fast ganz herumfährt, ehe man ihn in Richtung Fortrose auf die A832 verlässt. Weitere 4 Kilometer später ist in dem Wald rechts eine Einfahrt zu einem Parkplatz. Achtung, nicht verpassen! Ist man bei Munlochy, ist man schon vorbei.

Von dem Parkplatz aus geht man dann den Weg parallel zu Straße Richtung Munlochy weiter. Hier fangen die Fetzen schon bald an.

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