Holyrood Distillery – Edinburghs Single Malt Destillerie

Erst 2019 hat die Holyrood Distillery den Betrieb aufgenommen. Eigenen Whisky kann sie noch nicht anbieten, wohl aber Gin und eine Führung durch das Haus.

Das Gebäude der Holyrood Distillery in Edinburgh
Das Gebäude der Holyrood Distillery in Edinburgh

Es geht um die Nase: Bis zu 90 Prozent des Geschmacks kommen vom Riechkolben und nicht von der Zunge. Darum beginnt die Führung durch die Holyrood Distillery in einer Art Riechlabor: sechs verschlossene Erlenmeyer-Kolben mit einem Wattebäuschen erwarten den Besucher. In einem kurzen Quiz prüft jeder seine Geruchssicherheit auf bestimmte Aromen, die in Gin und Whisky eine Rolle spielen.

Mein Reiseführer Edinburgh

Auf 172 Seiten beschreibe ich 47 Sehenswürdigkeiten in der schottischen Hauptstadt. Zusätzlich Infos zur Anreise, zum Klima und zur Geschichte Edinburgh. Mit drei Vorschlägen für Tagestouren.

Mehr Info hier.

Das Geruchslabor der Holyrood Distillery
Das Geruchslabor der Holyrood Distillery

Die Holyrood Distillery hat erst 2019 die Produktion von Whisky aufgenommen. Wie viele Brennereien produziert sie nebenher noch Gin. Dessen Herstellung ist schneller und günstiger. Denn während der Whisky noch reift, hat die Destillerie ein Produkt, das sie einstweilen schon verkaufen kann.

Daher ist die Tour durch Edinburghs bisher einzige Singe-Malt-Brennerei zweigeteilt. Nach dem Geruchslabor dreht sich zunächst alles um Gin. Im Blickfeld des Brennapparates verkosten die Teilnehmer Varianten des Holyrood Wacholderschnaps.

Der Brennapparat für den Gin
Der Brennapparat für den Gin

Wer sich beim Riechen und Nippen umblickt, wird bemerken, dass überall Stahlsäulen und Stahlträger verlaufen. Einst war das alte Gebäude hier nämlich ein Schuppen für Eisenbahn-Teile. Die Innocent Railway verband ab 1831 den Stadtteil St Leonard’s mit Dalkeith, von wo Kohle per Pferdewagen auf Schienen herangezogen wurde.

Heute gibt es das Schienennetz nicht mehr, wohl aber die alte Eisenbahn-Halle. Und diesen Platz benötigt die Whisky-Brennerei auch. Die Mashtuns und Washbacks sind noch relativ flach.

Mashtuns und Washbacks
Mashtuns und Washbacks

Die Brennblasen selbst allerdings sind derzeit mit rund sieben Metern die zweithöchsten in Schottland nach Glenmorangie, die etwa acht Meter hoch sind.

Blick auf die Brennblasen der Holyrood Distillery
Blick auf die Brennblasen der Holyrood Distillery

Hier wird es dann auch für Whisky-Fans interessant. Denn Holyrood Distillery weicht ab von den üblichen Brennereien: Sie nutzt Gerste in verschiedenen Röststufen, die dann auch unterschiedlichen Geschmack transportieren. In kleinen Gläschen kann auch der Tour-Teilnehmer daran riechen.

Unterschiedliche Gersten-Aromen
Unterschiedliche Gersten-Aromen

Auch bei der Hefe verabschieden sich die Brennmeister der Holyrood Distillery von den üblichen Sorten und beginnen zu experimentieren. Schließlich kommen auch interessante Fässer zum Zuge – schließlich beeinflussen sie den Großteil des Geschmacks des Whiskys.

Hier stechen besonders die japanischen Whisky-Fässer heraus, die einen sehr eigenen Geruch aufweisen – was der Besucher auch gleich prüfen kann anhand der Schaufässer.

Das Innere der Fässer kann der Besucher erschnuppern
Das Innere der Fässer kann der Besucher erschnuppern

Die echten Fässer werden allerdings in einem Lagerhaus außerhalb des Stadtzentrums gelagert.

Bei den Fässern gibt es dann einen Whisky zu trinken, der als Vorbild für das Endprodukt dienen soll. Die Führung endet standesgemäß in der Bar, mit einem wunderbaren Blick auf die Salisbury Crags des Holyrood Park.

Der Blick aus der Bar
Der Blick aus der Bar

Whisky-Fans können mit der Holyrood Distillery eine Brennerei in ihrer ersten Phase erleben. Und für Wochenendbesucher Edinburghs bietet sich die Gelegenheit überhaupt eine Tour durch eine laufende Whisky-Brennerei zu unternehmen.

Allerdings sind die Preise für eine Führung wirklich ambitioniert: 16,50 Pfund für eine Stunde in einer Brennerei, die zwar Gin aber keinen Whisky vorweisen kann, sind schon ein stolzer Preis.

Wissen: Holyrood Distillery und andere in Edinburgh

Hinter der neuen kleinen Whisky-Brennerei im Schatten der Salisbury Crags steht ein durchaus erfahrener Mann. David Robertson stellte sein Können zuvor als Master Distiller bei Macallan unter Beweis. Zusammen mit den Kanadiern Rob und Kelly Carpenter beschaffte er 6,7 Millionen Pfund für das Projekt.

Nun ist Holyrood Distillery nicht die erste Whisky Destillerie in Edinburgh, denn die North British Grain Distillery produziert noch immer in der Stadt – aber eben keinen Single Malt.

Schaufässer in der Brennerei
Schaufässer in der Brennerei

Dabei war das Produzieren von Whisky durchaus einst nicht unbekannt in Schottlands Hauptstadt. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es viele Brennereien – teils auch illegale. Die letzte Single Malt Distillery namens Glen Sciennes arbeitete bis 1925.

Es dauerte also 94 Jahre, ehe Holyrood Distillery diese Tradition wiederbelebte. Zumindest eine Micro-Distillery im Vorort Leith ist derzeit schon in Planung.

Anfahrt:

Zu Fuß: Vom Holyrood Palace kann man entlang des Queens Drive unterhalb der Salisbury Crags gehen. Wenn dann rechts eine recht flache Treppe wegführt, erreicht man direkt die Leonard’s Lane, in der die Holyrood Distillery liegt.

Öffentliche Verkehrsmittel: Mehrere Bus-Linien (z.B. 30, 31 oder 37) fahren durch die Clerk Street. An der Haltestelle St Patrick Square aussteigen und stadtauswärts gehen. Links in die Rankeillor Street abbiegen, rechts in die St Leonard’s Street und wieder links in die St Leonard’s Lane.

Holyrood Distillery Infos

BesonderheitEdinburghs erste Single-Malt Whisky-Destillerie, die auch Gin produziert. Gelegen am Holyrood Park.

ÖffnungszeitMo 08:45 - 18:30 Uhr
Di-Sa 09:30 - 18:30 Uhr
So 10:30 - 18:30 Uhr

KostenErwachsene: 16,50 Pfund
Kinder: 8,00 Pfund
Kinder u. 5 Jahre: frei
Ermäßigte: 14 Pfund
(Stand 2019)

Mapcode für Navis8RK.S1
» Was ist das?

Postcode für Navis19 St Leonard's Ln, Edinburgh EH8 9SH

WebseiteHier klicken

» Merkliste ansehen

Hat Dir das gefallen? Dann unterstütze mich.

Kaufe mir symbolisch einen Whisky bei PayPal und unterstütze so meine Arbeit auf MyHighlands.de.

Per PayPal zahlen

Oder werde dauerhafter Unterstützer:

Mit dem deutschen Bezahlsystem "Steady" kannst Du mich monatlich unterstützen.
»Hier klicken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.