Sie gilt als ein spirituelles Zentrum Schottlands. Als der Ort, von dem sich das Christentum in die Highlands verbreitet hat. Die kleine Insel Iona ist geografisch nicht mehr als ein Anhängsel von Mull. Und doch so viel wichtiger.

Smaragdgrün liegt das Eiland auf türkisblauer See, während sich die kleine Fähre dem Anlegesteg des verschlafenen Dorfes von Iona nähert. Weißer Sandstrand säumt die Ufer. Drüben angekommen stört kein Motorenlärm mehr – Autos sind auf Iona rar. Nur wenige Anwohner nehmen ihr Fahrzeug mit.
Schottland Wandkalender 2027 in A3
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Iona ist natürlich zum einen ein spirituelles Zentrum der schottischen Christen. Zum anderen kann man hier auch Vögel sehen: Falken, Papageientaucher, Raubmöwen und mehr. Zu fast jeder Jahreszeit blühen hier Wildblumen. Ein Spaziergang lohnt sich – und dauert nicht lange. Denn Iona ist nicht einmal sechs Kilometer lang und misst an der breitesten Stelle nur zweieinhalb Kilometer.
Eine Besonderheit der Klosteranlage sind die beiden alten Keltenkreuze. Das Kreuz von St. John, dem heiligen Johannes, ist komplett und reich verziert. Es gehört zu den schönsten Keltenkreuzen in Schottland. Top-Fotomotiv!

Unscheinbarer ist das Kreuz von St. Martin. Es steht weniger Meter entfernt und sieht unvollständig aus, denn es fehlen die Seitenarme. Es ist allerdings das ältere der beiden.
Das Museum: Ionas Geschichte zum Anfassen
Fragmente des St John’s Cross, das als Nachbau vor der Abbey steht, sind im Museum zu sehen. Zusammen mit weiteren Grabplatten, aber auch Schmuck, Schriftstücken, Schalen und mehr.

Das Museum ist vollgepackt und relativ klein. Doch die Ausstellungsstücke und die Erklärungen geben erst eine Idee von Ionas Wichtigkeit im Mittelalter.
Wissen: Die Geschichte Ionas
563 nach Christus. Ein noch unbekannter Ire, der später unter dem Namen Columba bekannt werden sollte, setzte mit zwölf Jüngern seinen Fuß auf die kleine Insel. Er kam von Irland und suchte einen Ort, an dem er studieren und beten konnte. Iona schien ihm geeignet genug. So erbaute er hier das erste kleine Kloster – eigentlich eher eine kleine Siedlung mit Hütten und einer Kirche.

Mit der Zeit konvertierte er mehr und mehr Pikten und Kelten zum Christentum. Er ließ Klöster und Kirchen auf dem Festland sowie den Äußeren Hebriden gründen, sammelte Wissen in einer großen Bibliothek und mischte sich auch in die Politik ein. Die Künste – Dichtung und Bildhauerei – blühten auf. So wuchs mit der Zeit die Macht auf der kleinen Insel. Als Columba im Juni 597 starb, führten seine Nachfolger sein Werk dort fort.

So viel Wissen zog natürlich Besucher an, Iona wurde ein Zentrum für Pilgerfahrten. Auch für die Toten – viele schottische Könige fanden hier ihre letzte Ruhestätte.
Doch nicht nur Pilger kamen. Reichtum zog auch Habgier an. Im Jahre 794 erschienen Drachenboote am Horizont – die Wikinger plünderten das Kloster. Und das nicht nur einmal. Bis 850 schlachteten und raubten sie – Namen wie Martyrer’s Bay (Bucht der Märtyrer) erinnern an die Ereignisse.
Da man nicht mehr in Sicherheit leben konnte, verließen die übrigen Mönche die Insel. Für 150 Jahre wurde es still um Iona. Bis das Christentum auch bei den Wikingern ankam. Bald wurde Iona auch für die Nordmänner zu einem heiligen Ort, der wieder bevölkert wurde. Schließlich kam sogar im 13. Jahrhundert das Nonnenkloster dazu.

Die Zeit des erneuten Aufblühens wurde schließlich durch die Reformation gestoppt. Ab dem 16. Jahrhundert verfiel das Kloster.
Erst 1938 wurde das Kloster wieder aufgebaut. In heutiger Form.

Wanderung auf Iona: Aussicht über die Insel
— 6 Kilometer, circa 2 Stunden
Sobald Besucher die Abbey hinter sich lassen, wird es einsamer und schöner auf Iona.
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Mehr InformationenWir starten die Tour beim Ausgang der Iona Abbey. Dort geht es auf der Straße nach Norden. Es erscheint bald schon ein weißes Schild: „This way to climb the hill“ – „Hier entlang, um auf den Hügel zu steigen“.
Den Schildern folgen wir und wandern dann den Dun Ì hinauf. Der Blick ist wunderschön.

„Dun“ heißt „Festung“. Auf dem Hügel befand sich auch einst ein Fort aus der Frühzeit. Von hier aus haben die Besatzer einst sehen können, wer sich auf Land oder See nähert. Gleichzeitig waren sie durch die steilen Seiten geschützt.
Und das ist dann auch die Entscheidung bei der Wanderung: Der Abstieg führt entweder über diese steile Seite, oder führt zurück auf dem selben Weg. Für die erste Option muss man trittsicher sein und feste Schuhe tragen. Außerdem geht es durch teils morastige Wiesen.
Nach der Wiese erreicht der Wanderer allerdings einen großartigen Sandstrand, Tràigh an t-Suidhe – dem Strand des Sitzes.

Er führt den Wanderer dann nach Norden, wo der Strand der Mönche liegt. Von da aus geht der Weg wieder zurück bis zum Fähranlager.

Anfahrt:
Auf Mull nimmt man die A849 Richtung Süden. Immer weiter bis nach Fionnphort. Dort das Auto auf dem Parkplatz lassen und die Fähre nehmen. Das ist alles.



Sehr geehrte Damen und Herren,
Wie lautet die genaue A u s s p r a c h e des Namen der Insel I O N A?
Mit Dank im voraus und freundlichen Grüßen
Uwe Joachim Moritz
Iona wird ganz einfach englisch ausgesprochen: „Ei-oh-na“. Es handelt sich hierbei nämlich nicht um einen gälischen Namen. Der gälische Name von Iona ist „Ì Chaluim Chille“, was ungefähr „Ih Challem Chillje“ ausgesprochen wird und in etwa „die Insel von Columbas Kirche“ bedeutet.
Ein prima Bericht, der genau das wieder gibt, was wir im letzten September dort gesehen hatten. Allerdings war der Zugang über den Weidenzaun letztes Mal wegen Umbauarbeiten gesperrt, also ging es über die Matschwiese bei den Kühen vorbei. War aber auch kein Problem, der Besuch des Abbeys lohnte sich wirklich!
Heute war ich nach langer Zeit wieder auf Iona. Welch eine Veränderung!
Der einst kuschelige Parkplatz an der Fähre ist deutlich größer geworden – vor allem für die ganzen Reisebusse, die dort jetzt regelmäßig ankommen. (Unglaublich, wenn ich mir vorstelle, die fahren damit über die recht wendige und enge Singletrakroad dorthin …)
Und nun kostet der Besuch der Abby, so man dort nicht nur beten möchte, Eintritt. Zaun drumrum, Eintritt, fertig …
Ok, der Gemeinschaft sei das Geld gegönnt, aber dieser Rummel nun …
Also Geld hat es bei mir damals auch schon gekostet. Und die müssen das Ding halt auch erhalten … das mit dem Parkplatz: zur Zeit boomt der Tourismus in Schottland NOCH mehr.
per hitch-hiking 1968 nach Schottland, Jugendherberge Isle of Mull, Tobermory. Nach Iona – kein öff. Verkehr von Tobermory, dafür lift von älterem Ehepaar mit Rolls Royce bis zur Fähre und Organisation der Fahrt zurück. IONA – kein Parkplatz am Fähranleger, keine Touristen, wir waren ganz allein in der Abbey und der Landschaft – unvergessen.
Mögen heutige Besucherinnen dennoch noch etwas vom Geist Ionas erleben!