Great Cumbrae – die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Sie ist noch ein Geheimtipp für viele Schottland-Besucher. Warum sich ein Besuch dennoch lohnt? Hier sind die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Great Cumbrae.
Kleine Buchten, seltsame Felsen und herzliche Menschen. Die kleine Insel mit dem großen Namen, Great Cumbrae, ist den meisten europäischen Schottland-Fahrern kaum bekannt. Anders als bei den Schotten selbst. Denn die fuhren schon früher mit den Clyde-Dampfern „doon the watter“. Und auch heute ist es ein beliebtes Ausflugsziel der Menschen aus Largs, Ayrshire und sogar Glasgow.
Die kleinen Buchten und die Stufen in Millport laden Familien im Sommer zum Baden im Meer ein, kleine Cafés servieren Eis an der viktorianischen Promenade. Aktive setzen sich auf ihr Rad und umrunden die kleine Insel.
Und genau das ist auch für uns der Charme der Insel. Wenig Clan-Romantik, mehr echtes schottisches Leben. Wie genau das aussieht, zeige ich Euch im Folgenden.
Great Cumbrae auf einen Blick
- Lage: im Firth of Clyde vor Largs; eine der schottischen Inseln
- Hauptort: Millport
- Größe: rund 4 Kilometer lang und 2 Kilometer breit
- Höchster Punkt: Glaid Stone, 127 Meter
- Anreise: etwa 10 Minuten mit der Fähre von Largs zum Cumbrae Slip
- Fortbewegung: zu Fuß, mit Fahrrad, Bus oder Auto
- Zeitbedarf: als Tagesausflug oder als Station einer Schottland-Rundreise
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Sehenswürdigkeiten in Millport

Kunst
1 | Crocodile Rock
Eines der Wahrzeichen Millports: Eine ungewöhnliche Felsformation ragt aus dem Wasser direkt am Strand. Ein Pubbesucher hat dem Fels schon im Jahr 1913 das Gesicht eines Krokodils aufgemalt. Und seitdem wird das Krokodil hier erhalten. Natürlich macht es Spaß, sich darauf zu setzen und ein Foto zu schießen.

Geschichte
2 | Garrison House
Das alte Herrenhaus in der Mitte Millports ist heute das Gemeindezentrum von Great Cumbrae. Im Inneren gibt es ein kostenloses und schön aufbereitetes Museum zur Insel-Geschichte. Zudem machen hier auch Wanderausstellungen Halt. Das Café des Garrison House serviert heiße und kalte Mahlzeiten.

Essen & Trinken
3 | Isle of Cumbrae Distillers
Die Besitzer Struan und Caroline kommen aus Ayrshire – also vom Festland. Sie haben sich aber schnell in die Insel verliebt und versuchen, diese Liebe nun in Hochprozentigem zu gießen. Die diversen Gin-Sorten können im Laden probiert werden.
TIPP: Die Theke im Laden ist ein alter Kirchenaltar mit aufwendigen Holzschnitzereien.

Architektur
4 | Cathedral of the Isles
Sie ist das höchste Gebäude auf Great Cumbrae und die kleinste Kathedrale auf den britischen Inseln. Der Architekt William Butterfield war Vertreter des neugotischen Stils und hatte auch die Kathedrale in Perth gebaut. Die Cathedral of the Isles wurde 1849 eröffnet. Die Kombination aus Buntglasfenstern und farbigen Kacheln gibt der Kirche einen ganz eigenen Look. Spannend.

Spaß
5 | Millport Model Railway
Kleine Züge flitzen durch eine Modelllandschaft. Man erkennt wirkliche und Fantasie-Orte. Das ist die Modelleisenbahn in Millport. Ein Team aus älteren Herren hält sie instand – mit viel Herzblut und Zeit. Allerdings öffnen die Schuppen nur jeweils Mittwoch und Sonntag die Pforten. Eintritt frei, aber wir haben gerne etwas gespendet.

Geschichte
6 | Millport Old Cemetery
Der alte Friedhof wurde schon im 19. Jahrhundert aufgegeben. Der verwünschte und alte Charme dieses Gottesackers jagt einem Ehrfurcht ein. Hier stehen einige Grabsteine und Mausoleen, die wunderschön gearbeitet sind. Wer solche ruhigen Orte sucht, wird auf dem alten Friedhof fündig.
Weitere Sehenswürdigkeiten auf Great Cumbrae
7 | Seeglas sammeln am Farland Point

Diesen Ort hat uns der Verkäufer in der Distillery verraten. Und er ist für spezielle Jäger und Sammler. Denn diese Bucht gehört nicht zu den landschaftlich schönsten Orten. Der Blick geht auf das Kernkraftwerk gegenüber und von Sandstrand ist nichts zu sehen. Stattdessen liegen hier kleine Steine – und eben jede Menge Meerglas. Die Bucht ist voll davon.
Hin geht es zu Fuß. Ein kleiner Wegweiser an der Straße zeigt auf den Pfad, der an der felsigen Küste entlangführt. Keine Sorge: Es sind nur rund 500 Meter, dann kommt schon die Bucht.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen8 | Lion Rock

An der Straße kurz vor Millport erhebt sich ein großer, buckliger Felsen. Auf der rechten Seite scheint er ein Gesicht zu haben, eine Mähne schließt sich an. Löcher im Felsen lassen Beine übrig. Kurz: Der Felsen sieht aus, wie ein riesiger Löwe.
Wer mit dem Auto unterwegs ist und gerade von der Fähre kommt, kann sich auf den Parkplatz ein paar Meter nördlich vom Löwen stellen.
9 | Fintry Bay

Einer der kleinen Badestrände mit Blick auf die Isle of Bute. Besonders hier: Über der Straße serviert das Fintry Bay Café & Restaurant Warmes und Kaltes, Fleischiges und Veganes.
Anfang des 20. Jahrhunderts stand hier eine Limonaden-Produktion, die ihr Wasser aus der Mineralquelle bezog. Die Flaschen und die Geschichte dazu finden sich im Museum im Garrison House. Es gab die Limo in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen – auch Ginger Beer, Iron Brew und Grapefruit. Die Produktion endete Mitte des 20. Jahrhunderts.
10 | Indian’s Face

Von der Felswand hinter der Bell’s Bay wachen strenge Augen über die Bucht. Das Indian’s Face war einst nur eine rote Markierung, an der sich die Clyde-Puffer orientierten, um am nahen Steg der Skate Bay anzulegen.
Doch ein Bewohner hat daraus in den 1920er Jahren ein Gesicht gemalt. Laut Legende handelte es sich um „Fern Andy“, der in einer Höhle wohnte und aus Farn und anderem Körbe geflochten hat.
Der Cumbrae Burns Club frischt das Gesicht immer wieder auf, so wie es der Verein auch beim Crocodile Rock macht.
11 | Aussichtspunkt Glaid Stone

Eigentlich ist der Glaid Stone ein Findling, doch er hat der höchsten Erhebung von Great Cumbrae seinen Namen verliehen. Stolze 127 Meter über dem Meeresspiegel ragt sie auf.
Bei gutem Wetter ist der Blick von hier wunderschön. Bute und Arran sind fast in voller Größe zu erkennen. Auf der anderen Seite Largs und Ayrshire. Eine Metalltafel erklärt, was jeweils wo zu sehen ist.
Mein Tipp: Es geht ein Pfad weg von den Steinen Richtung Westen. Der bietet dann freien Blick auf Arran und Bute.
12 | Millport Mineral Well

Ein paar Meter die Straße hinab nach Norden steht ein kleiner Brunnen, dessen Wasser jedoch versiegt ist. Doch 1929 wurde er von der Schauspielerin June Tripp eröffnet. Sie war durch Heirat zu Lady Inverclyde geworden. Ihre bekanntesten Auftritte hatte sie in Hitchcock-Stummfilmen.
Das Wasser der Quelle galt eine Weile als Allheilmittel, sollte aber vor allem Rheuma und Nervenleiden mildern können.
13 | Shearwater Memorial

An der Nordspitze von Great Cumbrae steht ein kleiner Obelisk. Das ist das Shearwater Memorial. Es erinnert an zwei junge Seeleute des Schiffes HMS Shearwater. Im Jahr 1844 nahmen sie sich in ihrer Freizeit ein Segelboot. Leider kamen sie in heftige Winde und ertranken. Das Denkmal erinnert an sie.
14 | Little Cumbrae Castle

Wo ein Great Cumbrae ist, muss auch ein Little Cumbrae sein. Richtig. Die kleinere Insel liegt im Süden – vom Pier in Millport ist sie gut zu sehen. Ein Ausflug dorthin ist möglich, muss aber geplant werden. Die Insel ist autofrei und es gibt keine ständige Fähre. Eine Überfahrt kann bei einigen Anbietern gebucht werden. Auf Wee Cumbrae, wie die Insel auch genannt wird, gibt es viele Seevögel. Orte wie der Leuchtturm und die Burg sind durch Wanderwege zu erreichen.
Die schönsten Strände
Rundherum ist Great Cumbrae gesäumt von kleinen Buchten mit Sandstränden darin. Der Sand ist aber rötlicher und grobkörniger als zum Beispiel auf den Äußeren Hebriden.
Essen und Trinken
An der gesamten Promenade von Millport gibt es einige Cafés und Restaurants. Und natürlich konnte ich nicht alle ausprobieren. Sehr augenfällig mit einer großen schottischen Flagge auf dem Dach: The Newton Bar. Sie hat wechselnde Themennächte und serviert Traditionelles von Curry bis Steak. Dazu gibt es häufig Livemusik oder Karaoke.

Am Westende der Promenade steht das Millport Pier Hotel. Dort haben wir auch unsere Nächte verbracht. Unten im Restaurant gibt es typisches Barfood – also Burger und mehr.

Schließlich ist das Café & Restaurant an der Fintry Bay noch eine echte Institution auf der Insel.
Anreise und Bewegen auf der Insel
Fähre

Im Sommer verkehren die Fähren tagsüber meist im 20-Minuten-Takt. Die späten Abfahrten bis nach 22 Uhr werden laut Sommerfahrplan 2026 nur freitags angeboten; sonntags endet der Betrieb früher. Im Winter ist der Takt ausgedünnt. Die Überfahrt dauert zehn Minuten. Für Hin- und Rückfahrt kosteten im Sommer 2026 ein Auto 17,40 Pfund und ein Erwachsener zusätzlich 4,60 Pfund. Fahrräder werden kostenlos befördert. Preise und Fahrplan bitte vor der Reise bei CalMac prüfen.
Info: https://www.calmac.co.uk/en-gb/route-information/largs-cumbrae-slip-millport/
Fahrräder

Eigentlich gibt es im Geschäft Mapes of Millport hauptsächlich Spielzeug. Zusätzlich können Besucher der Insel auch Räder leihen in allen Formen. Vom normalen Rad (zirka 16 Pfund pro Tag), über Quad-Cycles (um die 25 Pfund/Stunde) bis zu E-Bikes (30-50 Pfund). Helme sind jeweils eingerechnet im Preis.
Infos: https://mapesmillport.co.uk/
Straßen & Distanzen
Die Ringstraße außen rum ist gerade mal 21 Kilometer lang. Mit dem Auto umrundet man die Insel also locker in einer Dreiviertelstunde. Mit dem Rad braucht man etwa eine Stunde.
Es gibt noch Abkürzungen. Über den Ort Ballochmartin steigt die Straße an auf die Erhebung in der Mitte. Für Radfahrer ist der Anstieg durchaus etwas anstrengender.
