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Schlachtfeld von Culloden – Ende der mächtigen Clans

Hier war er zu Ende: Der Traum der Highlander, in dem ein schottischer König auf dem britischen Thron säße. Zerschmettert in nur einer halben Stunde. Ein Blutbad, an das noch heute die Gedenksteine von Culloden erinnern

Schlachtfeld von Culloden
Schlachtfeld Culloden

Wochenlang eilte er mit seiner Armee von Erfolg zu Erfolg, drang dabei immer tiefer in England ein, kam bis nach Derby, nur 200 Kilometer von der Hauptstadt London entfernt. Er, das war Charles Edward Stewart, genannt Bonnie Prince Charlie – der hübsche Prinz Karl. Er war der Enkel des vertriebenen britischen Königs James II. Mit einer Armee hauptsächlich bestehend aus Mitgliedern der Highland-Clans führte der Prinz den Jakobitenaufstand an.

Doch von Derby aus zog er sich wieder nach Schottland zurück, wollte die bis dato erfolgreichen Truppen neu aufbauen. Er wählte Inverness als Stützpunkt und wartete auf seine Feinde. Schließlich, am 16. April 1746, standen sich die beiden Armeen gegenüber – hier, auf dem Schlachtfeld bei Culloden. Der Kampf dauerte nur kurz, doch das Trauma „Culloden“ währt noch heute. Es war der Beginn des langen Leidens der Highlander.

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Damals war Culloden noch ein Moor. Heute ist es eine große Wiese, auf der es viel zu sehen gibt. Wege und Fahnen in verschiedenen Farben zeigen der Verlauf der Fronten der beiden Streitmächte. Tafeln erklären, wo welcher Clan stand. Gedenksteine markieren die Gräber der Clans und ihrer Helden. Ein altes Cottage mit Reetdach steht mitten im Feld.

Culloden hat außerdem ein Besucherzentrum mit Ausstellung, die die Geschichte vor, während und nach der Schlacht vermittelt. Das moderne Gebäude steht direkt beim Parkplatz. Vom Schlachtfeld aus ist es dagegen kaum zu sehen. Es schmiegt sich flach und unauffällig in die Landschaft.

Tipp: Gegen Abend besuchen

Die Atmosphäre des Schlachtfeldes fängt einen besonders ein, wenn man den Sonnenuntergang miterlebt – da sind dann auch weniger Besucher da. Am besten also am späten Nachmittag eintreffen. Aber noch so rechtzeitig, dass man sich rund eine Stunde Zeit für die Ausstellung im Haupthaus nehmen kann. Die sollte man zuerst besuchen, ehe man auf das Feld geht. Nachteil: Man kann dann nicht das digitale Audiodevice mitnehmen, das einem auf dem Rundgang Erklärungen gibt.

Übrigens: Wenn man sich das Schlachtfeld ansieht, ist das eine gute Gelegenheit auch das nahe Fort George zu besuchen – es gilt als die in Stein gemeiselte Antwort der Regierung auf den letzten Jakobitenaufstand.

Wissen: Der „Highland Charge“ und das Moor

Die Angriffe der Highlander war aufgrund ihres Sturmlaufs gefürchtet, dem sogenannten „Highland Charge“. Diese Taktik war eine Antwort auf die Entwicklung der Musketen und Kanonen. Die Idee: Die mutigen Angreifer rannten so schnell auf die Gegner zu, dass diese nur eine Salve abgeben konnten. War diese verschossen, befanden sich die Highlander bereits mit ihren Schwertern mitten unter den Feinden und metzelten sie blutig dahin.

Culloden Visitor-Centre
Culloden Visitor-Centre

Einige Verluste waren beim Highland Charge also eingerechnet. Zudem funktionierte diese Attacke nur auf festem Boden und möglichst bergab. Beides war in Culloden nicht gegeben: Das Moor war denkbar ungeeignet und die Attacke wurde gar nicht befohlen. Der Stewart-Prinz wollte wohl defensiv kämpfen und so metztelte die gute Artillerie der Engländer die Highlander zu Boden, ehe einige dann unbefohlen die Attacke starteten. Zu wenige, zu spät.

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Die Standortwahl Culloden war eine grandiose Fehlleistung des Bonnie Prince Charlie …

Persönliche Anmerkung: Goldene Stimmung

Der Sonnenuntergang auf dem schon welken Gras tauchte das Gesamte Schlachtfeld in ein leichtes Gold. Eine wunderbare Atmosphäre an diesem schwermütigen Ort.

Anfahrt:

Mit Navigationsgerät: „IV2 5EU“ bringt einen bis zum Visitor Centre.

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Ohne Navi: Von Inverness aus führt die B9006 direkt am Schlachtfeld vorbei – Fahrtzeit etwa ein viertel Stunde. Kommt man von Nairn aus, fährt man die A96, vorbei an den Hinweisen auf Fort George und Cawdor Castle, weiter vorbei am Inverness Airport und der Abzweigung zu Castle Stuart – bis man schließlich zum Hinweis Schild für „Balloch, Smithon, Culloden“ kommt. Hier ist auch schon ein braunes Schild für das Schlachtfeld angeschlagen. Hier links ab und dann die zweite Straße wieder nach links, Richtung Balloch und Culloden Battlefield. Die Straße trifft schließlich auf die B9006, auf die man rechts einbiegt und auf der sehr bald links der Parkplatz ausgeschildert ist.

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