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Elgin Cathedral – der Wolf und das Feuer

Einst war sie die zweitgrößte Kathedrale Schottlands. Heute aber steht in Elgin nur eine Ruine, die die einstige Pracht noch erahnen lässt. Wie es dazu kam …

Elgin Cathedral
Elgin Cathedral

Der Wolf von Badenoch, der keltische Attila – die Geschichte kennt keine schöneren Kosenamen für Alexander Stewart. Verdient hat er sich diese Bezeichnungen allemal. Hatte er doch rücksichtslos seine Gegner aus dem Weg geräumt. Die glücklicheren darunter landeten nur im Verlies, die weniger glücklichen gleich im Grab. Gegner, das waren alle, die seinen Expansionsplänen im Weg standen. Denn Alexander Stewart vergrößerte sein Gebiet im Osten Schottlands kontinuierlich durch Gewalt und Heirat.

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Alles zusammen – Gewalt, Heirat und der Wolf of Badenoch – läutete schließlich das Ende für die Elgin Kathedrale ein. Die Laterne des Nordens nannte man sie damals im 14. Jahrhundert. Ein stolzer Prachtbau, ein Leuchtfeuer für die Christen in Schottland. Doch Feuer sollte ihr bald den Garaus machen.

Was war passiert?

Der Wolf von Badenoch nahm sich im Jahre 1382 die Gräfin von Ross zur Frau. Mit ihr heimste er zugleich die Grafschaft Ross mit ein – ein riesiges zusätzliches Gebiet. Er herrschte damit über weite Teile der schottischen Highlands.

Es gab nur ein Problem. Euphemia, seine Frau, gebar ihm keine Kinder. Und dass der Fehler bei ihr lag, war unumstritten. Denn Alexander Stewart hatte bereits etliche Kinder gezeugt. Von sieben legitimen Nachkommen weiß man, es soll aber insgesamt um die 40 gegeben haben.

Alexander wollte seine Frau daher wieder loswerden und fragte den Bischof von Moray, Alexander Bur, um die Erlaubnis dafür. Der aber lehnte ab, Alexander habe bei seiner Frau zu bleiben. Doch der Wolf wäre nicht als Wolf bekannt, wenn er sich das hätte gefallen lassen. Er schlug das Verbot in den Wind und ging eine neue Ehe ein. Es kam die übliche Strafe über ihn, die Kleriker damals verhängten: Exkommunikation.

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Friedhof
Friedhof

Das war zu viel für Alexander Stewart! Mit einer großen Streitmacht fiel er in die kleine Grafschaft Moray ein, zerstörte diverse Kirchen und Klöster auf seinem Weg und erreichte schließlich Elgin. Auch hier machte er kurzen Prozess mit den Kirchenbesitztümer: Er ließ Feuer in der Kathedrale von Elgin setzen. Das wunderschöne Gebäude brannte nieder. Da schrieb man das Jahr des Herren 1390.

Und der Wolf von Badenoch? Wurde er bestraft?

Er musste sich tatsächlich verantworten. Die Grafschaft von Ross wurde ihm wieder abgenommen und auch die Burg Urquhart, die sich in seinem Besitz befand – so büßte er doch einiges an Macht ein. Doch danach war die Sache erledigt, jedenfalls auf dieser Welt. Denn um den Tod Alexander Stewarts ranken sich Gerüchte. Es heißt, im Jahre 1394 habe der Teufel selbst ihn zu einer Partie Schach herausgefordert, und der Wolf habe sie verloren. Am nächsten Tag fand man ihn tot in der Halle seiner Burg. So hat er am Ende doch noch für seine ruchlosen Taten gebüßt.

Wissen: Die Kathedrale von Elgin

Die beiden vorderen Türme der Kathedrale
Die beiden vorderen Türme der Kathedrale

Erbaut wurde Elgin Cathedral im Jahre 1224 auf Wunsch des schottischen Bischofs Andreas de Moravia. Die Kirche bildete dabei das Herzstück eines ganzen Sakralbezirks, der von Mauern umgeben war.

Der Brand im Jahre 1390 bedeutete noch nicht das Ende von Elgins Kathedrale, denn die Kirche ließ das Gebäude in neuem Glanz erstrahlen. Der langsame Verfall setzte erst im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert ein. Elgin Cathedral wurde einfach verlassen. Die Naturgewalten setzten der Kirche zu. 1711 brach schließlich der mittlere, höchste Turm der Kathedrale in sich zusammen (die Türme an der Front sind bedeutend kleiner, als es der Turm in der Mitte war) und riss fast das gesamte Kirchenschiff mit sich ins Verderben.

Heute ist Elgin Cathedral in den Händen von Historic Scotland.

Tipp: Die Kathedrale von oben

Das Kapitelhaus der Kathedrale
Das Kapitelhaus der Kathedrale

Wir waren leider zu spät, um eine Führung mitzumachen. Doch habe ich von Freunden gehört, dass diese sehr interessant sein soll. Zumal man eben auf einen der Türme hinaufsteigen kann und durch den Blick von oben besser erahnt, welche Form die Kirche einst hatte. Ein Highlight der Tour ist auch das fast vollständig erhaltene achteckige Kapitelhaus.

Persönliche Anmerkung: Kitschige Gärten

Gärten
Gärten

An der Nordseite der Kathedrale, also dort, wo das achteckige Gebäude steht, gibt es den Biblical Garden. Die Pflanzen dort sind wunderschön angelegt und man kann sich erholen – wenn da nur nicht diese Statuen wären. Sie sehen eher kitschig aus und wollen nicht so recht in das sonst schöne Ambiente passen. Finde ich zumindest. Einen Besuch ist der Garten dennoch wert.

Anfahrt:

Mit Navigationsgerät: Die Eingabe “IV30 1HU” bringt einen nach Elgin bis fast zur Kathedrale.

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Ohne Navi: Ob von Aberdeen oder Inverness – einfach die A96 nehmen, sie fährt direkt durch Elgin und die Kathedrale ist gut ausgeschildert.

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