Pittenweem – Fischerdorf der roten Giebel

Ein alter Fischerort mit Gassen, Treppen und Boutiquen. Es gibt viel zu entdecken in Pittenweem im Kingdom of Fife. Was, das steht hier.

Pittenweem Hafen
Pittenweem Hafen

Bunte Boote schaukeln sachte an der Kaimauer. Im Hintergrund Steinhäuser mit roten Dächern – einige davon zeigen die alten Treppengiebel, wie sie in den Royal Burghs von einst oft zu sehen waren. Pittenweem ist pure Ostküstenromantik.

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Allerdings ist das keine angestaubte Romantik. Denn Pittenweem ist heute der aktivste Fischereihafen der Ostküste von Fife. Unschwer zu erkennen an der Menge der alten und neuen Schiffe.

Schiffe im Hafen
Schiffe im Hafen

Doch um das Hafenbecken gruppieren sich auch die Gebäude, die Pittenweem so malerisch wirken lassen. Alte Steinhäuser oft mit roten Ziegeln gedeckt – typisch für die Region.

Einige Häuser stechen dabei heraus, wie etwas das Gyles House von Kapitän James Cook (nicht der Entdecker Cook). Er hat 1651 den vom Parlament verjagten König Charles II. nach Frankreich in Sicherheit gebracht.

Gyles House
Gyles House

Mehrere große und lange Kaimauern ragen in die See hinein, ein sicheres Bollwerk für die Flotte im Hafen. Am Ende einer der Kaimauern weist ein kleiner Leuchtturm den heimkehrenden Fischern den Weg.

Leuchtturm am Kai
Leuchtturm am Kai

Es ist aber nicht nur der Hafen, der Pittenweem so wunderschön macht. Die kleinen und größeren Gassen, die sich mal mit mal ohne Treppen zwischen den Häusern den Berg hinaufziehen, sind zauberhaft. Wie zum Beispiel die Cove Wynd.

Cove Wynd mit St Fillan's Cave
Cove Wynd mit St Fillan’s Cave

Hier liegt auch die wohl wichtigste Sehenswürdigkeit von Pittenweem: die St Fillan’s Cave. In ihr soll der Heilige Fillan (im Deutschen „Filanus“) im siebten Jahrhundert einige Zeit gelebt und gewirkt haben. Pittenweem soll übersetzt „Ort der Höhle“ heißen, die Höhle ist also Namensgeber des Ortes. In der St Fillan’s Cave steht ein Altar und es werden gelegentlich Gottesdienste abgehalten. Für Besucher ist sie manchmal geöffnet.

Am Ende der Gasse findet sich dann die Highstreet, an der ebenfalls einige alte Häuser stehen. Ein besonders interessantes davon ist Kellie Lodging.

Kellie Lodging
Kellie Lodging

Wem die Form bekannt vorkommt: Eine ganz ähnliche Bauweise gibt es im rund 70 Kilometer entfernten Culross. Und dieses Gebäude in Culross wurde als Geillis Duncans Haus in Outlander bekannt.

Die Kirche am Ende der Straße stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist von einem interessanten Friedhof umgeben. Der Turm war einst auch das Gefängnis der Stadt, in dem auch einige Frauen während der Hexenverbrennung auf ihr Urteil warteten.

Kirche von Pittenweem
Kirche von Pittenweem

In ganz Pittenweem verteilt, finden sich übrigens kleine Geschäfte. Oben an der großen Straße ein Antiquitätenhänder namens „Pop in“, in der Highstreet der Cocoa Tree Shop und unten am Hafen Gaststätten und ein Eisgeschäft, das auch noch viele weitere Süßigkeiten verkauft.

Süßigkeiten am Hafen
Süßigkeiten am Hafen

Bei einem leckeren Eis lässt sich der Rundgang vom Hafen durch die Cove Wynd über die Highstreet und wieder zum Hafen dann auch hervorragend abschließen. So wird Pittenweem zu einem der Highlights beim Besuch des Kingdom of Fife.

Wissen: Warum Pittenweem rote Dächer hat

Die Gegend im Südosten von Fife, deren Küste einen Teil des Firth of Forth bildet nennt sich East Neuk. „Neuk“ ist ein Scots Wort und bedeutet „Eck“. Und für diese Ostecke von Fife sind die roten Ziegeldächer mit den Treppengiebeln fast eine Art Markenzeichen.

Dass sie sich hier etabliert haben, hat Gründe. Im Jahre 1541 wurde Pittenweem in den Status einer Royal Burgh erhoben. Das verlieh dem Ort das Privileg, Handel auch mit dem Ausland zu betreiben.

Häuser in Pittenweem
Häuser in Pittenweem

Vor allem mit Holland gab es hier einen Regen Austausch. Und in Holland war die Bauart mit roten Ziegeln und Treppengiebeln verbreitet. Außerdem kamen die Schiffe oft mit roten Ziegeln als Ballast an, den sie nach Beladen mit neuen Gütern dann vor Ort ließen. So landeten die bald auf den Dächern. Holland beeinflusste also die Häuser von Pittenweem.

Anfahrt:

Mit Navigationsgerät: „KY10 2QA“ eingeben und man kommt direkt zum Ort. Weiteres siehe unten.

Ohne Navi: Von Edinburgh aus liegt Fife im Norden. Auf die M90 über die Queensferry-Bridge. Nach Inverkeithing auf die A921 abfahren, das ist die touristische Küstenstraße für Fife. Hier durch den Kreisverkehr und Richtung Osten. In Kirkaldy darauf achten, dann die A915 im Kreisverkehr zu nehmen – Richtung St Andrews. Im kleinen Örtchen „Upper Largo“ dann aber nicht mehr der A915 folgen, die dort nach St Andrews abbiegt, sondern weiter auf der A917 geradeaus, immer der „Fife Coastal Tourist Route“ nach. Bald ist Pittenweem auch schon ausgeschildert. Es gibt noch einen Abzweig der A917 nach St Monan’s – wer mag, schaut sich vor Pittenweem diesen Ort an.

An der Hauptstraße in Pittenweem erscheint rechts eine Tankstelle und ein Laden namens „Pop in“ (in dem es Antiquitäten gibt – durchaus einen Halt wert). Ein Stück danach weist ein Schild den „Historic Harbour“ nach rechts aus. Hier den Parkschildern nach hinunterfahren und am Hafen parken.

Hier klicken, um Karte anzuzeigen. Dabei wird ein Cookie gesetzt. Mehr dazu in den Datenschutzhinweisen.

Pittenweem Infos

BesonderheitWunderschöner Fischerort an der Südküste von Fife am Firth of Forth. Typisch die rotgedeckten alten Häuser.

Mapcode für Navis2T.DK6D
» Was ist das?

Postcode für Navis"KY10 2QA" bringt einen hin

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2 Kommentare zu “Pittenweem – Fischerdorf der roten Giebel

    Von Jürgen Beiler

    Wir sind auf unserer ersten Schottlandtour als unerfahrene Anfänger von Edinburgh aus über Burntisland und Kirkcaldy direkt nach St. Andrews gefahren, da wir der Meinung waren, am Spätnachmittag unbedingt noch Zeit für Dundee übrig haben zu müssen. Aus Zeitgründen haben wir deshalb genau diesen Südosten des Kingdom of Fife ausgelassen. Nach diversen ernüchternden Stadtbesichtigungserfahrungen in Dundee, Aberdeen, Inverness und Perth haben wir gelernt, dass diese kleineren Orte viel mehr hergeben, als die mittlegroßen Städte. Diese haben aufgrund der Hochzeit der Ausbeutung der Kolonien in der viktorianischen Zeit ihren kompletten Altstadtbestand fast völlig platt gemacht und im entsprechenden klotzig-pompösen Stil neu aufgebaut. Heute sieht das Alles ziemlich schäbig aus und wirkt meist nur erdrückend.

    Da sind diese kleinen, aber ärmer gebliebenen Kleinstädte die viel empfehlenswerteren Alternativen.

    Absolut, wobei ich Dundee sehr mochte :o) Und daaaaaanke! Sehr lieb, dass Du gespendet hast.

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