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Pollock House and Gardens – spanische Kunst und grüne Landschaft

Südwestlich des Stadtkerns von Glasgow erstreckt sich ein großer grüner Fleck auf der Landkarte: Pollock House mit seinem Park. Ein Ziel für Natur- und Kunstfreunde.

Pollock House
Pollock House

Gerade mal zehn Minuten braucht ein Taxi vom River Clyde in Glasgow zum großen Parkland von Pollock House. Sobald es von der großen Straße abbiegt, sind die Wohnhäuser und großen Straßen der Stadt vergessen, Wiesen und Wälder nehmen ihren Platz ein. Eine riesige grüne Oase am Rande der größten Stadt Schottlands.

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Doch die abwechslungsreiche Landschaft des riesigen Parks ist nicht das einzige Highlight. Denn in der Mitte thront das Pollock House, umgeben von einem gepflegten Garten, gelegen an einem idyllischen Flüsschen.

Eingang zum Pollock House
Eingang zum Pollock House

Kommt der Besucher von der Straße zum Haus, sieht er mit dem Haupteingang zwar ein beeindruckendes Portal, doch die wahre Schönheit liegt seitlich und dahinter, denn da zeigt das Haus seine ganze Pracht. Zum Beispiel in Form der symmetrisch angelegten Gärten, die leicht erhöht den Blick auf die Parklandschaft ermöglichen.

Die seitlichen Gärten mit Blick in den Park
Die seitlichen Gärten mit Blick in den Park

Umrundet der Besucher schließlich das Haus und geht hinunter zum Park außerhalb der kleinen Mauer des Hauses, blickt er auf die majestätische Rückseite von Pollock House in all ihrer Schönheit.

Pollock House Rückseite
Pollock House Rückseite

Alleine im Garten und dem Park ließen sich bei gutem Wetter Stunden verbringen – und das ohne Eintritt zu zahlen. Das ändert sich, wenn es ins Innere des Hauses geht. Zu seinem Erhalt benötigt der National Trust of Scotland Geld, also verlangt er auch Eintritt. Ob sich das lohnt?

Auf jeden Fall, wenn man auf pompöse Einrichtungen im alten Stil steht. Das macht schon die Eingangshalle klar, die ein Traum aus Marmor und Mahagoni ist, abgerundet mit Büsten, chinesischen Vasen und Gemälden.

Eingangshalle Pollock House
Eingangshalle Pollock House

Und ganz besonders lohnt sich ein Besuch für Freunde der Malerei. Denn sobald man eine der beiden Stiegen hinauf und durch die Tür gegangen ist, empfangen einen Werke der spanischen Meister. Sir William Maxwell, einer der Besitzer des Hauses, hatte sich Mitte des 19. Jahrhunderts einen Ruf als Kenner und Sammler erworben. In den Gängen hängen nun also Porträts der Habsburgischen Könige Spaniens und Werke von Goya und El Greco (die ich absichtlich nicht abfotografiert habe).

Unbedingt ansehen sollten Besucher sich die astronomische Standuhr im Gang. Sie stammt aus dem Jahr 1746 und gehörte dem ersten Besitzer des Hauses.

Die astronomische Uhr im Gang
Die astronomische Uhr im Gang

Die Uhr zeigt neben der Zeit auch Sonnenstand und Mondphasen an, sowie den Wasserstand bezüglich Ebbe und Flut. Vom Gang aus lassen sich dann die Zimmer im Erdgeschoss zunächst erkunden.

Durchgänge in der Bibliothek
Durchgänge in der Bibliothek

Jedes Zimmer hat seine eigene Funktion, wie zum Beispiel der Dining Room …

Dining Room
Dining Room

… oder der Cedar Room, der als Rauchsalon fungierte – das Zedernholz sollte mit seinem Geruch den des Rauches bekämpfen.

Cedar Room
Cedar Room

Der Cedar Room weiß übrigens eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. Denn in seinen Wänden diskutierten Sir Iain Colquhoun of Luss, der Duke of Atholl, der Earl of Crawford and Balcress und Sir John Stirling Maxwell Anfang der 1930er zum ersten Mal ernsthaft die Idee, einen National Trust for Scotland zu gründen – eine Stiftung, die sich um den Erhalt alter Gebäude kümmern sollte.

Offensichtlich ein Erfolg, denn Pollock House wird heute von eben jener Stiftung betrieben und instand gehalten, die damals ersonnen wurde.

Treppen hinter dem Haus
Treppen hinter dem Haus

Es ist also kein Wunder, dass der National Trust diesen Schatz am Rande Glasgows hütet und pflegt. Doch gerade weil Glasgow nicht das Top-Ziel in Schottland ist und der Rand dieser Stadt gleich zweimal nicht, ist Pollock House keine überlaufene Touristenattraktion, sondern (noch) ein echter Geheimtipp für Besucher.

Wissen: Geschichte des Pollock House

Ein Familien-Name ist untrennbar verknüpft mit den Ländereien um Pollock House. Angeblich kommt dieser Name von einem Sachsen Namens Maccus, der vor den Normannen nach Schottland floh und sich an einer Quelle niederließ – aus Maccus‘ Well wurde Maxwell. Im 13. Jahrhundert wurde sein Großenkel Sir John Maxwell zum ersten Mal als in Pollock lebend erwähnt.

Der Begriff „Pollock“ stammt vermutlich vom gälischen „pollag“ für „kleiner Teich“ ab. Allerdings waren die Ländereien, die die Maxwells hier hielten weit mehr als die Ufer eines kleinen Teichs.

Über die Jahrhunderte vererbten die Maxwells das Gebiet an ihre Kinder, übrigens genauso wie den Vornamen John, den der älteste Sohn jeweils trug (ja, eine Regel, die fast durchgängig galt). Kein Wunder also, dass es der Adlige John Maxwell war, der das Pollock House bis 1752 errichten ließ. Sein Sohn John ließ dann noch die Steinbrücke über den Fluss errichten, um darüber die Straße nach Paisley zu erreichen.

Pollock House Rückseite
Pollock House Rückseite

Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm Sir William Maxwell das Haus („William“ war die Ausnahme, die die Regel bestätigte). Er reiste durch den Mittelmeerraum, wo er sein Interesse für spanische Kunst entdeckte. Nicht nur schrieb er Abhandlungen über das Thema, er sammelte auch spanische Meisterwerke und legte den Grundstein der heutigen Sammlung.

Sein Sohn John Maxwell (es gab wirklich nur wenige Ausnahmen von der Regel …) profitierte davon, dass Glasgows Grenzen mittlerweile an seine Ländereien heranreichte. Der Wert des Gutes stieg. Sir John starb 1956 im Alter von 90 Jahren, seine Witwe vermachte Pollock House und die Sammlung schließlich der Stadt Glasgow und die übergab das Management an den National Trust of Scotland, den Sir John einst mit begründete.

Tipp: Burell Collection besuchen

Eine weitere Attraktion liegt nur zehn Minuten zu Fuß entfernt. Die Burell Collection zeigt mittelalterliche Waffen und Rüstungen, chinesisches Porzellan, Wandteppiche und Gemälde von Künstlern wie Manet, Cézanne und Degas. Insgesamt 9.000 Exponate umfasst die Kollektion. Allerdings ist die Ausstellung bis 2020 geschlossen, da sie komplett erneuert wird, darum gibt es hier keine Bilder. 2020 öffnet die Burell Collection ihre Tore wieder für Besucher.

Filmkulisse: Outlander Drehort

Ein Park mit so vielen Gesichtern von gepflegten Wiesen mit Alleen und gleichzeitig wilden Wäldern darum nahe einer Großstadt eignet sich hervorragend für Filmkulissen. Und so gehört die Serie „Outlander“ zu den Dauergästen im Pollock Park. Meist stellt die Natur andere Orte da. Französische Landschaften etwa.

Brücke über das White Cart Water
Brücke über das White Cart Water

Am ehesten lässt sich die Umgebung von Pollock House in der Folge „Best Laid Schemes“, auf Deutsch:  „Das Versprechen“, in Staffel 2, Folge 6 erkennen. Ab zirka Minute 45 versucht Claire das Duell zwischen Black Jack Randall und Jamie zu verhindern. Sie sitzt in einer Kutsche, die unter anderem über eine Brücke fährt.

Auch die Mauern, um die die Kutsche kurvt, gehören zum Bereich des Pollock House. Und schließlich liegt die Leiche von Faith Frazer aus Folge 7 in Staffel 2 auf dem kleinen Plateau oberhalb des Gartens, der auf dem ersten Bild des Beitrags zu sehen ist.

Anfahrt:

Mit Navigationsgerät: „G41 4SN“ bringt einen nahe zur Nordeinfahrt des Parks an der Dumbreck Road.

Ohne Navi: In Glasgow auf die Autobahn fahren Richtung  Greenock, dann aber weiter auf die M77 nach Kilmarnock. Abfahrt „P‘ shields/Mosspark“ nehmen. Unten links halten, nach Pollockshaws. Sofort wieder rechts einordnen und abbiegen. Ein Schild heißt einen schon im Pollock Country Park willkommen. Die Straße noch einige Minuten weiter bis das Haus erreicht ist.

Öffentlich: Der Park selbst am Stadtrand ist nicht schwer zu erreichen. Rund zehn Minuten braucht der Zug von Glasgow Central Station Richtung Barrhead bis zum Zielbahnhof Pollokshaw West. Fahrtpreis zirka 2,50 Pfund. Von Pollokshaw West aus sind es ein paar Schritte bis zum Parkeingang und dann etwa 20 Minuten zu Fuß bis zum Haus.

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