Der Kilchoman-Whisky hat sich bei Kennern längst etabliert. Die Destillerie auf Islay ist nicht nur deswegen einen Besuch wert.

Ein Besuch der Kilchoman Distillery ist das perfekte Kontrast-Programm zu den großen Destillerien auf Islay! Statt mit einer großen Gruppe und touristisch geschulten Führern, geht man hier mit Becky und wenigen anderen Besuchern über den Hof, darf das keimende Korn in die Hand nehmen, die Würze probieren und – wenn man Glück hat – sogar beim Abfüllen und Verkorken der Flaschen zusehen.
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Logisch, am Ende gibt es noch einige Schlucke Whisky zum Probieren. Und wer dazu noch etwas essen möchte, kann das gemütlich im hauseigenen Coffee-Shop tun. Der Kuchen ist sehr zu empfehlen.

Persönliche Anmerkung: Klein aber oho!
Selten hatte ich so viel Spaß bei einer Destillerie-Führung. Es wird viel kleiner und begreifbarer. Wunderbar!

Geschichte: Die erste neue Distillery auf Islay seit über 100 Jahren
Gegründet wurde die Kilchoman Distillery 2005 von Anthony und Kathy Wills – als erste komplett neue Brennerei auf Islay seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Idee dahinter: eine Farm-Distillery im klassischen Sinn, bei der möglichst viel unter einem Dach passiert. Mittlerweile ist Kilchoman ein Familienbetrieb: Neben den Gründern sind auch die drei Söhne James, George und Peter im Vertrieb und Marketing der Brennerei aktiv.
Wissen: Unabhängige Brauerei
Die Kilchoman Distillery ist eine umgebaute Farm auf dem Rockside Farm nahe Bruichladdich. Als sie 2005 startete, produzierte sie mit rund 100.000 Litern pro Jahr vergleichsweise wenig Whisky – zum Vergleich: Laphroaig erzeugt derzeit um die 2,4 Millionen Liter. Inzwischen ist die Produktion deutlich gewachsen, das Prinzip „vom Korn bis zur Flasche“ ist aber geblieben.
Da das erste Fass erst 2005 gefüllt wurde, kann man nur Flaschen mit vergleichsweise jungem Whisky kaufen – dafür hat der schon zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst, unter anderem bei den World Whiskies Awards. Ein beachteter Newcomer also. Damit das so bleibt, lassen sich die Besitzer einiges einfallen. So gibt es einen 100-prozentigen Islay-Whisky – vom ersten bis zum letzten Produktionsschritt von Whisky wurde alles direkt auf der Insel gemacht.

Das Korn wächst um die Ecke, das Torf wird auf der Insel gestochen und das Abfüllen und Verkorken geschieht bei diesem Whisky vor Ort. Andere Destillerien dagegen bekommen das Korn aus dem Osten Schottlands und lassen den Whisky längst in Hallen bei Glasgow reifen und abfüllen.
Kilchoman Distillery Tour: Diese Optionen gibt es
Wer die Brennerei besuchen möchte, hat mittlerweile die Wahl zwischen mehreren Führungen. Die Classic Tour ist der klassische Rundgang durch die Produktion inklusive Verkostung und dauert gut eine Stunde. Wer tiefer einsteigen will, bucht die Roving Tour mit ausführlicherem Blick hinter die Kulissen, oder die Warehouse Tasting, bei der direkt am Fass verkostet wird. Alle Touren sollten wegen der begrenzten Gruppengröße vorab über die offizielle Website der Distillery reserviert werden – spontan vor Ort ist oft kein Platz mehr frei.
Besonderheiten: Mitarbeiten in Kilchoman
Einmal selbst Whisky herstellen? In Kilchoman möglich! Für rund 500 Pfund kann man fünf Tage lang Mälzen, Brauen, Destillieren und Abfüllen unter Anleitung der Brennmeister selbst übernehmen und bekommt am Ende sein eigenes Fass zugeteilt. Ein Angebot, das es auf Islay in dieser Form kaum ein zweites Mal gibt.

Anfahrt zur Kilchoman Distillery:
Auf der Hauptstraße kommend von Port Ellen oder von der Fähre von Port Askaig in Richtung Bunnahabhain fahren. Dort kommt ein Schild, dass auf die Destillerie hinweist, dorthin abbiegen und einfach dem Weg folgen. Achtung: Nicht bis zur Kirche von Kilchoman fahren, sondern rechtzeitig links abbiegen.
Ein eigener Parkplatz ist direkt an der Distillery vorhanden. Wer keine Führung gebucht hat, kann trotzdem vorbeikommen: Shop und Café mit hausgemachtem Kuchen sind unabhängig von der Tour geöffnet und ein guter Zwischenstopp auf dem Weg zu den Stränden der Westküste, etwa der Machir Bay.


