Einst stand der Turm bis zu zehn Meter hoch auf einer Insel im Loch Clickimin auf Shetland. Und bis heute gibt er Rätsel auf.

Zwar gibt es Brochs wie das von Clickimin in Schottland häufig – Dun Carloway auf den Äußeren Hebriden, Gurness auf Orkney, Dun Telve und Dun Troddan auf Skye – jedoch weiß bis heute niemand genau, wozu diese Brochs einst dienten.
Individualreisen nach Schottland
Zusammen mit dem Reisebüro Lüttje Törn bieten wir hier individuelle Reisen nach Schottland an. Welche Routen möglich sind, steht hier:
Natürlich gibt es Ideen: Wohnsitz mächtiger Menschen, Fluchtburg für die Bevölkerung oder Wachturm mit Überblick. Für Letzteres spricht, dass unterschiedliche Brochs auf Sichtweite standen und viele davon aufs Meer blickten. Ob von dort die Feinde drohten?

Das Broch ragte einst zehn Meter in die Höhe und verjüngte sich nach oben hin. Wie es einst ausgesehen haben mag, kann man am nahen Broch von Mousa erkennen.

Doch obwohl Clickimin sich nicht so gut erhalten hat, weist es einige Besonderheiten auf. Zum einen stand das Broch auf einer Insel mitten im See. Nur ein kleiner Dammweg führte ab einer bestimmten Zeit hinüber.
Wo dieser Dammweg einst auf die Insel traf, findet sich heute noch eine Art Schwelle. Und in den Steinen dieser Schwelle sind zwei Fußabdrücke zu sehen.

Um die Anlage spannt sich eine schützende Mauer, durch die früher nur ein Eingang führte. Dahinter fühlt es sich für heutige Besucher zunächst an, wie ein Labyrinth. Denn Clickimin hat – ähnlich wie auch der Jarlshof auf Shetland – verschiedene Epochen erlebt. Seit der Bronzezeit war die Insel bewohnt. Und so finden sich rund um das eigentliche Broch noch Überreste alter Häuser aus den verschiedenen Epochen.

Der Eingang zum Turm selbst liegt versetzt zum Durchgang durch die Schutzmauer. Es geht eine längere, dunkle Passage. Dann steht man im Innenraum. Ein erstaunlich großer Raum mit mindestens noch zwei Stockwerken ist zu erkennen.

Das Broch von Clickimin ist ein beeindruckender Ort, der schon vor rund 2.000 Jahren bewohnt war und dessen Bauten nur aus Steinen ohne Mörtel errichtet wurden. Direkt am Eingang von Lerwick, sollte sich kein Shetland-Besucher einen Besuch entgehen lassen.
Wissen: Name Clickimin und Kontroverse
Die Anlage auf der Insel umfasst ein Haus aus der Bronzezeit, eine Ringmauer aus der frühen Eisenzeit, das Broch selbst und später noch weitere Gebäude. Der Ort wurde vermutlich über 1.500 Jahre bewohnt.
Ursprünglich lag alles auf einer Insel und nicht wie heute auf einer Landzunge. Erst im 19. Jahrhundert ließ ein Bauer das Wasser des Lochs teilweise ab und nutzte sogar die Steine des Brochs als Baumaterial. Dafür wurde er später bestraft.

Die Anlage, wie sie jetzt zu sehen ist, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erneuert. Dabei wurde auch vieles verändert, was um 1950 zu Fehlannahmen bei einem Wissenschaftler führte. Ein Paper von Brian Smith aus dem Jahr 2015 stellt das teilweise wieder richtig.
Auch der Name ist überraschend modern. „Clickimin“ geht wohl nicht auf die Eisenzeit zurück – sondern auf ein späteres „Cleikum Inn“, ein Gasthaus, das heute verschwunden ist. Dieser Name für ein Gasthaus war nicht ungewöhnlich, auch heute finden sich solche Pubs noch. Bekannt wurde der Name Cleikum Inn auch durch die Novelle St Ronan’s Well von Sir Walter Scott.
Anfahrt
Mit Navigationsgerät: „177-169 South Rd, Sound, Shetland ZE1 0RY“ eingeben.
Ohne Navi: Kommend von Lerwick fährt man auf die A970 nach „The South“. Nach einiger Zeit kommt man auf einen Kreisverkehr, der auch zu einem Tesco führt. Am Broch selbst ist Parken schwierig, es gibt keine Buchten oder Stellplätze. Darum kann man sich ehesten beim Tesco auf den Parkplatz stellen und wenige Meter zu Fuß über die Straße gehen.

