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Fort Augustus – Schleusen am Loch Ness

Wenn das Loch Ness einen Anfang hat, dann ist es wohl Fort Augustus. Denn hier müssen alle Boote auf dem Weg nach Inverness durch eine grandiose Schleusenanlage.

Fort Augustus Schleusen Tor
Fort Augustus und das Schleusen Tor

Von dem einstigen Fort, das dem Ort seinen Namen verlieh, ist heute nichts mehr zu sehen. Ein viel interessanteres Bauwerk hat seinen Platz eingenommen: Hier mündet ein Teilstück des Caledonian Canal in das Loch Ness. Vorher allerdings muss der Kanal noch fünf Staustufen überwinden. Etwa eine Stunde dauert es, bis ein Boot die sechs Schleusentore passiert hat. Dann erst liegt die gewaltige Weite des Loch Ness vor ihm. Dabei ist viel Handarbeit angesagt, denn die Boote werden von einem Schleusenbecken ins nächste gezogen.

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Die alten Schleusen stammen aus dem 19. Jahrhundert und liegen zentral im Ort, das Leben hat sich mehr oder weniger um diese Attraktion gruppiert. Auch die Hauptstraße durch das Great Glen muss den Kanal überqueren und tut dies auf einer Schwingbrücke, die am Ende der Schleusen sitzt.

Um mehr über die Technik und den Bau der Schleusen zu erfahren, sollte man einen kleinen Abstecher in das Besucherzentrum machen. Hier erfährt man, dass früher die Tore mit langen Stangen und per Hand geöffnet werden mussten und vieles mehr.

Fort Augustus Schleusen
Fort Augustus Schleusen

Das Schleusensystem in Fort Augustus überwindet fünf der insgesamt 29 Stufen des Caledonian Canal. Mehr auf einmal bietet nur Banavie bei Fort William mit acht Stufen – das ist dann das berühmte Treppenhaus des Neptun, auf Englisch „neptune’s staircase„.

Wenn man sich einen ganzen Schleusenvorgang angesehen hat, lohnt es sich ein wenig in den umliegenden Geschäften zu stöbern. So gibt es hier eine Glasbläserin, der man bei der Arbeit zuschauen kann. Und natürlich auch Nippesläden, die Nessies verkaufen.

Tipp: Blick auf das weite Loch Ness

Loch Ness
Loch Ness

Nehmt Euch kurz die Zeit und lauft das Reststück des Caledonian Canal hinunter zum Loch Ness. An dem rechten Kanalufer findet Ihr das Pepperpot Lighthouse – ein kleiner Leuchtturm, der den Kanal markiert.

Genießt hier auch den Blick in das Great Glen, das große Tal, und das weite Loch Ness. Foto nicht vergessen!

Das Gelände weiter hinter dem Pepperpot Lighthouse gehört zur großen Abtei, die allerdings nicht mehr von Mönchen, sondern von normalen Bürgern bewohnt wird.

Wissen: Die Stadt des Schlächters

Fort Augustus heißt in etwa die „Festung des Erhabenen“. Augustus, das war in diesem Falle der Name des jüngsten Sohnes des Königs George II., genauer gesagt hieß er Wilhelm Augustus. Bekannt wurde er aber später unter dem Namen Duke of Cumberland – oder „Butcher Cumberland“. Er war es nämlich, der die britische Armee gegen die Jakobiten bei Culloden ins Feld führte und dabei keine Gnade walten ließ.

Das Fort Augustus wurde allerdings bereits vorher nach ihm benannt, als der englische König dort nach dem ersten Jakobitenaufstand von 1715 eine Festung errichten ließ. Zwischen 1729 und 1742 entstand so das Fort Augustus. Davor hieß der Ort Kilchuimein („Cille“ gälisch für „Kirche“; „Chuimein“ heißt „des Cummein“) nach dem heiligen Cummein.

Caledonian Canal Museum
Caledonian Canal Museum

Warum die Engländer ausgerechnet hier ein Fort errichteten, zeigt der Blick auf die Karte: Fort Augustus liegt zentral im Great Glen. Hier konnte die Besatzung den Weg zwischen Ost- und Westküste kontrollieren, und auch die Passage in den Norden Schottlands. Genutzt hat es zunächst wenig: Fort Augustus wurde erfolgreich beim zweiten Aufstand von den Jakobiten eingenommen.

Später, rund einen Monat nach seinem Sieg 1746 gegen die Jakobiten bei Inverness, residierte der Duke of Cumberland, tatsächlich für zwei Monate in dem Ort, der ja seinen Namen trug. Von hier aus organisierte er die endgültige Unterwerfung der Highland-Clans. Eine schlimme Zeit, und keine gutes Zeugnis für Fort Augustus …

Persönliche Anmerkung: Faszination Schleuse

Katrin und ich haben uns wirklich einen ganzen Schleusvorgang in Ruhe angesehen. Auf den Toren entlangzugehen und dem brodelnden Wasser zuschauen, das sich über die Metall-Türen nach unten ergießt, ist wunderbar. Und natürlich durfte auch der Schnappschuss am Drahtnessie nicht fehlen.

Anfahrt:

Fort Augustus ist kaum zu verfehlen. Egal ob von Fort William im Westen oder Inverness im Osten, man nimmt die A82 in das Great Glen hinein und folgt ihr bis nach Fort Augustus. Dort gibt es direkt an der Straße einen großen Parkplatz – von Osten aus kommend, liegt er zur rechten Hand noch bevor man den Kanal kreuzt, von Westen aus überquert man erst die Brücke, dann liegt er einige hundert Meter weiter auf der linken Seite.

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5 Antworten zu “Fort Augustus – Schleusen am Loch Ness”

  1. Als ich dieses Jahr wieder einmal nach Fort Augustus kam, war ich enttäuscht zu sehen, dass das ehemalige Fort, welches vor Jahren noch eine echte Abbey war, nun zu einem Luxus-Ressort umgebaut wurde. Die Mönche dort erlebt zu haben, war die Reise wert. Zum Glück lohnt das Örtchen und die Schleusen allemal eine Reise.

    Antworten
  2. Ich bin mehrfach die Singletrackroad B862 im Süden von Loch Ness gefahren. Vom Süden kommend sieht man zwar vom Loch erst mal praktisch nichts, aber dennoch ist das eine interessante Strecke. Von ca. der Mitte ab, bis Lochend fährt man am Ufer entlang. Sie bietet zwei Highlights im wahrsten Sinne des Wortes.
    Einmal den Suidhe Viewpoint. Mit einer Höhe von 393m eine der höchsten Punkte in Schottland, den man per Auto erreichen kann. Ein sagenhafter Blick über die Highlands! Im Süden, nicht weit weg von Fort Augustus.
    Und weiter der vierthöchste Wasserfall Schottlands: Falls of Foyers, etwas weiter nach Norden, an der B852. Das Wasser fällt über 50m bis 60m tief. (Angaben variieren)

    Antworten
  3. Hallo Charly,

    danke für den kurzen Bericht und die Tipps. Beim nächsten Mal weder ich den Suidhe Viewpoint auch mitnehmen. Klingt sehr schön und nach einer Alternative. Ist die B862 schwer für das Auto? Wie ist der Belag?

    Viele Grüße

    Stephan

    Antworten
  4. Nein, die Straße ist meines Wissens nach in einem guten Zustand. Sie wird ja durchaus, da dort auch div. Dörfer sind, regelmäßig befahren.

    Gruß, Charly

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