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Glenelg-Skye Ferry – auf dem schwimmenden Museum nach Skye

Die Glenelg-Skye Ferry ist die letzte ihrer Art. Eine Autofähre, deren Deck gedreht wird – von Hand, wohlgemerkt. Sie quert das Meer zwischen der Isle of Skye und dem Festland an einer historischen Stelle.

Glenelg-Skye Ferry
Glenelg-Skye Ferry

Zwischen Skye und dem Festland gegenüber liegen nur knapp 550 Meter. Doch die haben es in sich. Denn immer da, wo das Land dem Meer nur wenig Platz lässt, verstärken sich die Strömungen beim Wechsel zwischen Ebbe und Flut immens. Und so leistet die kleine Autofähre „Glenachulish“ hier eine bärenstarke Arbeit, wenn sie zirka sechs Autos auf einmal in nur fünf Minuten auf die andere Seite bringt.

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Dabei ist die Fähre ein echtes Museumsstück. 1969 wurde sie gebaut und diente zunächst nahe Ballachulish am Loch Leven. Doch heute steht dort eine Brücke, so war sie überflüssig. Darum kam sie 1982 hierher, um an der Meerenge zwischen Kylerhea und Glenelg ihren Dienst zu versehen.

Natürlich muss heute kein Skye-Besucher mehr mit der Fähre fahren. Die Skye-Bridge ist sicherlich ein bequemerer Weg zur „Insel des Nebels“. Dennoch sprechen gute Gründe für die kleine Fähre. Da wäre zunächst die einzigartige Landschaft. Denn nicht nur die Meerenge selbst ist wunderschön. Auch die Anfahrt über den Bealach Ratagain mit seinem grandiosen Blick hat es in sich.

Die Five Sisters of Kintail
Die Five Sisters of Kintail

Auf der anderen Seite der Meerenge windet sich dann die Straße von Kylerhea nach Breackish den Berg hinauf. Oben auf dem Pass ergibt sich wieder ein wunderbarer Blick zurück auf Glenelg und das Festland.

Straße von Kylerhea
Straße von Kylerhea

Die gesamte alternative Route lohnt sich also. Und dass Touristen diese Szenerie so zusammenhängend erleben können, das macht eben nur die kleine Glenelg-Skye Ferry möglich.

Dass sie noch verkehrt, ist nicht selbstverständlich. Denn als der letzte Fährmann in den Ruhestand treten wollte, stand die Verbindung vor dem Aus. Zu abgelegen, zu unrentabel. Doch sie war die letzte ihrer Art. Durch die Gemeinde und mit Spenden aus ganzer Welt wurde die Glenachulish jedoch restauriert und sie fährt nun doch weiter die historische Passage über die Meerenge. Jeder Passagier darauf rechtfertigt den weiteren Betrieb des alten Bootes.

Der Fähranleger von Glenelg
Der Fähranleger von Glenelg

Das Besondere an der Glenachulish ist natürlich ihr Deck, der „Drehteller“.

Auf dem Drehteller der Glenachulish
Auf dem Drehteller der Glenachulish

Die Fähre legt nämlich stets von seitlich vorne an, hinten ist ja das Führerhäuschen. Damit die Autos nicht rückwärts herunterfahren müssen, drehen die Fährleute den Teller einfach um 180 Grad herum – per Hand.

Die Crew besteht übrigens aus zwei Personen und ein bis zwei Hunden. Je nachdem, ob und wie die beiden Lust haben jeweils mitzukommen. Vor dem Wasser haben sie jedenfalls keine Angst.

Hund auf der Glenelg-Skye Ferry
Hund auf der Glenelg-Skye Ferry

Die Überfahrt auf der Glenelg-Skye Ferry ist kurz. Doch das ist auch nicht das Wichtige. Das Anlegen zu beobachten, den Drehteller in Aktion zu erleben und vor allem die An- und Abfahrt über die Passstraßen durch eine sensationelle Landschaft – all das fügt sich dank dieser kleinen Fähre im schottischen Nirgendwo zu einem wunderschönen Erlebnis.

Wissen: Über die Glenelg-Skye Ferry und die Meerenge

An der engsten Stelle zwischen dem Festland und der Isle of Skye verkehren schon seit Jahrhunderten Fähren. Vor allem die Viehtreiber im 18. Jahrhundert nutzten die „Meerenge von Reatha“, wie das gälische „Caol Reithe“ auf Deutsch heißt. Sie knüpften jeweils acht Tiere mit Seilen aneinander und ließen sie dann hinüberschwimmen, während die Treiber vorne im Boot das Seil hielten. Bis zu 8.000 Tiere pro Jahr sollen so von der Isle of Skye ans Festland transportiert worden sein, ehe sie im Süden verkauft wurden.

Der Fähranleger von Kylerhea
Der Fähranleger von Kylerhea

Es gab hier auch zwei Inns, also Gasthöfe, die den Treibern Unterkunft gewährten. Eines steht noch und kann als ­Fe­rienhaus gemietet werden.

Tipp: Otter beobachten in Kylerhea

Nahe Kylerhea befindet sich der Otter Hide, eine Gegend, in der die Wassermarder von einem Unterstand aus beobachtet werden können. Allerdings geht das nur mit Geduld, und eine Garantie auf Erfolg gibt es nicht. Dafür findet man vielleicht andere Tiere und seltene Pflanzen auf dem Weg. Die Straße zum Parkplatz für den kurzen und schönen Spaziergang zum Otter Hide zweigt am Berg oberhalb des Fähranlegers ab.

Anfahrt:

Mit Navigationsgerät: Von Skye kommend „IV42 8NH“ oder von Shielbridge kommend „IV40 8JZ“ eingeben.

Ohne Navigationsgerät: Von Skye kommend zweigt bei Breakish die kleine Straße nach „Caol Reatha“ oder „Kylerhea“ ab. Sie ist eine sich windende Single Track Road, die vorsichtig gefahren werden sollte. Der Blick von dem Pass ist aber genial. Von Shielbridge aus geht die Straße von der A87 ab. Dort wird die Fähre schon angeschrieben und die Route als „Glenelg Scenic Route“ angepriesen.

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2 Antworten zu “Glenelg-Skye Ferry – auf dem schwimmenden Museum nach Skye”

  1. Ulrich Bernhardt

    Hallo,
    wir sind vor 2 Jahren durch eine Doku über die Isle of Skye auf die Fähre aufmerksam geworden.
    Die Fähre wurde in unsere Route eingebaut und es ist wirklich wie beschrieben .Freundlicher Käpt’n und Crew, die Strecke dorthin Wunderschön. Ein Weg der sich lohnt. wir waren mit einem Motorroller unterwegs.

    Antworten

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