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Kyle of Durness – Sand so weit das Auge reicht

Wenn sich das Meer zurückzieht, hinterlässt es ein Sandwüste. Der Kyle of Durness ganz im Norden Schottlands gehört zu den schönsten Buchten der Highlands.

Kyle of Durness-Stele
Kyle of Durness-Stele

Der Kyle of Durness ist im Gegensatz zu seinem Nachbarn Loch Eriboll äußert flach, und wenn die Ebbe beginnt, fließt das Wasser rasch aus der Bucht ab. Es gibt darunter den wunderbaren rotgoldenen Sand frei, der sich fast bis zum Horizont zu erstrecken scheint.

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Gesäumt von grünem Gras, schmiegt sich der Kyle of Durness zwischen sanfte Hügel – eben ganz Highland-typisch. Und eine schützenswerte Seltenheit findet sich dort auch noch, denn an einigen Teilen des Ufers hat sich der fruchtbare Machair gebildet, jene Mischung aus Sand und Torf, die allerlei seltene Pflanzen gedeihen lässt. Die haben hier allerdings wenig Chancen, denn die Gegend wird hauptsächlich vom Keoldale Sheep Stock Club bestellt, einer Vereinigung an Schafbesitzern, die hier ihre Tiere grasen lassen. Keoldale ist die einzige Siedlung, die an den Ufern des Kyle of Durness liegt.

Der Kyle of Durness ist gleichzeitig eine natürliche Grenze, die die Halbinsel zum Cape Wrath vom Rest des Landes abschneidet. Wer die eindrucksvolle Landschaft am Westufer des Kyles und die beeindruckenden Klippen dahinter sehen möchte, muss zuerst mit der Fähre von Keoldale über den Kyle setzen, ehe er dort zu Fuß oder mit einem Bus weiterkommt.

Eine Falle für Wale

Was eine Augenweide für den Menschen ist, kann zur Todesfalle für Meeressäuger werden. Denn wenn sich Wale in den Kyle verirren und die Ebbe eintritt, sind die Tiere schnell vom Meer abgeschnitten, laufen Gefahr auf dem Sand zu stranden und zu verenden.

Erst 2011 gab es eine Tragödie. 60 Pilotwale waren in den Kyle of Durness vorgestoßen, und als das Wasser verschwand, lagen 35 von ihnen auf dem Trockenen. Der Kyle of Durness wurde so zur Walfalle.

Doch die Menschen am Kyle sind nicht gleichgültig gegenüber den Meerestieren. Sie riefen die Gesellschaft zur Erhaltung von Walen und Delfinen zu Hilfe und gemeinsam hielt man die Tiere so gut es ging am Leben oder versuchte sie mit aufblasbaren Flößen in tieferes Wasser zu bringen. Am Ende konnten fast Dreiviertel der Walgruppe gerettet werden.

Wissen: Ausgrabungen und Neuerichtungen

Blick auf Keoldale
Der Fähranleger von Keoldale

Oberhalb Keoldales, entlang des Ostufers des Kyle of Durness wurden in den letzten Jahren umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen, die eine erstaunliche Vielfalt zutage gefördert hat. Rund 30 Fundstellen wurden untersucht, die Ursprünge der Hälfte davon reicht zurück in die prähistorische Zeit – dabei handelt es sich um ein Töpfereien und Ansammlungen von Hüten. Weitere Überreste zeigen Langhäuser aus der Zeit nach dem Mittelalter und vor den Clearances. Interessierte finden eine längere Abhandlung hier.

Die Steinstele, die am Aussichtspunkt des Rastplatzes bei der Straße A383 steht, ist übrigens eine Arbeit des Durness Jugendclubs. Sie wurde – ähnlich wie der Stein in Duirinish auf Skye – zum neuen Jahrtausend errichtet.

Das Wort „Kyle“ stammt aus dem Altnordischen und bezeichnet eine Wasserstraße – man findest zum Beispiel auch beim Kyle of Lochalsh oder ähnlichen Namen. „Durness“ haben ebenfalls die Wikinger eingeführt, es kommt von „Dyrnes“, was so viel wie „Landzunge des Rotwildes“ heißt.

Tipp: Der Blick vom Aussichtspunkt

Den besten Blick erhält man, wenn man auf dem Rastplatz an der Abzweigung zur Fähre parkt. Hier kann man auch ein Foto mit dem oben erwähnten Standing Stone aufnehmen, der sich sehr gut als Bildmotiv macht.

Anfahrt:

Mit Navigationsgerät: Wenn man „IV27 4SN“ eingibt, landet man am Ufer des Kyle of Durness, wenige hundert Meter vom Aussichtspunkt entfernt.

Ohne Navi: Der Kyle of Durness liegt direkt an der A838 entweder kurz vor oder kurz hinter Durness. Da dies die einzige große Straße und die Küstenroute darstellt, kommt man also automatisch daran vorbei. Der Aussichtspunkt befindet sich an der Abzweigung nach Cape Wrath und Keoldale.

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