Portree – der Hafen des Königs auf Skye

Sie ist die Königin von Skye – die Hauptstadt Portree. Und königlich ist auch ihr Name: „Port-an-Righ“ ist Gälisch und bedeutet „Hafen des Königs“.

Portree Hafenzeile
Portree Hafenzeile

Portree ist eine relativ kleine Hauptstadt – nur rund 2.100 Menschen leben hier. Dennoch ist sie zurecht der Mittelpunkt des Lebens auf Skye, teilt sie doch die Insel quasi in eine Nord- und eine Südhälfte. Als Skye-Tourist kommt man also kaum um Portree herum. Sie ist der Verkehrsknotenpunkt; alle großen Buslinien der Insel starten auf dem zentralen Platz der Stadt, dem Somerled Square.

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Um den Somerled Square herum gruppieren sich noch weitere wichtige Dinge des täglichen Lebens: Eine Kirche, die Polizeiwache, eine Bank und Restaurants, ein Hotel, … natürlich nicht zu vergessen: Der Beginn der kleinen Einkaufsstraße namens Wentworth Street, die direkt in Richtung Hafen runter führt und so manche Kleinigkeiten für Touristen feilbietet.

Portree Blick vom Aussichtsturm
Vom Hügel „the Lump“ blickt der Besucher über die ganze Stadt

Portrees Hafen ist einzigartig. Klippen, Hügel und die Bucht machen ihn zu einem sicheren Ankerplatz für Schiffe. Und so fahren von hier kleine Boote zum Fischfang aus und Segler suchen Schutz für die Nacht.

Der Hafen wurde bereits im 18. Jahrhundert ausgebaut, um den Fischfang zu forcieren. Später hielten sogar Fährschiffe – und leider legten hier im Zuge der Highland Clearances auch viele Schotten in Richtung Amerika ab.

Portree Hafenzeile abends
Portree Hafenzeile abends

An der Quay Street reihen sich Häuser mit bunten Fassaden, in denen Hotels und Restaurants genauso Platz finden, wie christliche Hilfsorganisationen. Die Hafenzeile ist eben ein Augen- und Gaumenschmaus.

Besonderheiten: Letzter Abschied von Bonnie Prince Charlie

Das Royal Hotel in Portree
Das Royal Hotel in Portree

Etwas oberhalb des Hafens mit Blick auf das Meer liegt das Royal Hotel, ein nicht allzu hübscher Bau. Doch er hat Geschichte: Hier endete 1746 nach dem gescheiterten Jakobitenaufstand eine lange Flucht durch die Highlands. Bonnie Prince Charlie sagte in diesem Gebäude seiner treuen Fluchthelferin Flora MacDonald zum letzten Mal Lebewohl. Damals hieß das Haus allerdings noch „MacNab’s Inn“.

Erwähnenswert ist sicherlich auch noch das Aros Experience Center – es ist allerdings relativ neu, so dass ich es noch nicht kenne. Es liegt etwas außerhalb der Stadt und beherbergt unter anderem Ausstellungen, ein Theater und einen Shop.

Tipp: Ein Foto aus der Henker-Perspektive

Der Aussichtsturm auf "the Lump"
Der Aussichtsturm auf „the Lump“

Direkt über der Hafenzeile mit dem Fähr-Terminal am Ende ragt ein Hügel tief in die Bucht hinein. Die Einheimischen nennen ihn nur  „the Lump“ – „der Brocken“. In nicht so zivilisierten Tagen knüpften die Henker auf seiner Kuppe die zum Tode verurteilten auf.

The Lump ist einen Aufstieg wert. Denn statt Galgen bietet er heute einen netten Aussichtsturm. Von dort oben lassen sich schöne Fotos schießen.

Wissen: Warum Portree der Hafen des Königs ist

1540 lief der schottische König Jakob V. (auf Englisch: James V.) mit mehreren Kriegsschiffen in die natürliche Bucht ein. Zwar war die Herrschaft der Lords of the Isles passé. Doch noch immer verhielten sich die Highlander gegenüber dem König recht rebellisch.

James V. wollte sich nun der Treue der Clan-Führer vergewissern und zeigte Präsenz. Er hielt Gericht und nahm Geiseln. In Gedenken an diese Ereignisse hieß der Ort von nun an nicht mehr Kiltraglen sondern eben Portree – Hafen des Königs.

Persönliche Anmerkungen: Durchgangspunkt für meine Reisen

Portree Einkaufszeile abends
Portree Einkaufszeile abends

Ich war schon einige Male dort, habe ich mich in Portree aber nie lang aufgehalten. Dennoch habe ich die Stadt als gastfreundlich zu schätzen gelernt. Sowohl auf dem Camping Platz als auch einmal im Backpackers Hostel habe ich übernachtet. Tagsüber verputzte ich am Hafen Chips mit Salt & Vinegar, abends genoss ich das Pub-Leben. Einen langen Aufenthalt kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Dafür bieten die Cuillins, Lochs und Burgen der Gegend zu viel Ablenkung.

Anfahrt:

Die A87 führt vom Festland über die Skye-Bridge direkt bis nach Portree. Fahrtzeit von der Brücke aus beträgt etwa eine Dreiviertelstunde, es sind etwa 50 Kilometer.

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Portree Infos

BesonderheitHauptstadt von Skye, schöne Hafenanlage, schöner Aussichtspunkt

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3 Kommentare zu “Portree – der Hafen des Königs auf Skye

    Von Jürgen Beiler

    Auf dem Bild der „Einkaufszeile abends“ ist übrigens direkt links ein Süßigkeitenladen (ich glaube der mit dem gelb-grünen Schild über dem Schaufenster), der von einer Bremerin betrieben wird, die es vor zig Jahren nach Schottland verschlagen hat. Sie importiert viele deutsche Süßigkeiten, die man in GB sonst höchstens in den Mega-Supermärkten der Großstädte zu kaufen bekommt. Wer also auf der Reise Sehnsucht nach bestimmten Sachen (vor allem ein sehr breites Haribo-Sortiment) hat, wird dort wahrscheinlich fündig werden.

    Von Jürgen Beiler

    Um die Erinnerungen an Schottland wach zu halten, schaue ich ja immer wieder bei Stephan vorbei. Diesmal fiel mir auf, dass er von leckeren Chips am Hafen von Portree schreibt. Das stimmt und vor allem wissen das auch die Möwen! Als wir dort waren, wurden drei Japanerinnen mit ihren Fish and Chips Opfer der Möwen. Sie setzten sich auf eine Bank und kaum hatten sie die Abdeckungen entfernt kamen auch schon die Möwen angesaust. Zwei der Japanerinnen gingen dabei ihrer Fish and Chips verlustig. Den Möwen war es egal, dass die leckeren Einzelteile dann unterhalb der Hafenmauer im Sand lagen. Denen hat es dennoch geschmeckt! Wir haben dann eine Wind- und Regenjacke, die an dem Tag nicht erforderlich war, von vorne über den Kopf des Mittleren von uns (war wohl ich) gehängt. So sahen die Möwen das leckere Essen nicht und meine Frau und Tochter konnten sich seitlich vom Teller bedienen. Mein Nachteil war nur, dass ich für diese Zeit nichts vom schönen Meerblick hatte. Aber für den Genuss wirklich gut gemachter Fish and Chips (wer meint, diese aus Großstädten wie London o.ä. zu kennen, der irrt gewaltig!) ist der gute Vater und Mann halt bereit, sich zu opfern.

      Ja, diese Geschichte kann ich nur bestätigen. Katrin hat am Ende die restlichen Chips weggeworfen und sich den Möwen und Skuas geschlagen gegeben.

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