Brough of Birsay – Insel im Strom der Zeit

Es gibt Orte, die sind nur wenige Meter entfernt und doch liegen Welten dazwischen. Die kleine Insel Brough of Birsay ist zu Fuß und bei Ebbe zu erreichen und führt den Besucher in ein anderes Jahrtausend.

Brough of Birsay Treppe
Vom Parkplatz geht eine Treppe zum Dammweg

Hier auf dieser kleinen Insel, lag im 11. Jahrhundert nach Christus das Zentrum der Macht. Von seiner Birsay, seiner „Inselfestung“, aus regierte der Norweger „Thorfinn der Mächtige“ über die Orkneys, die Shetlands, Caithness und Sutherland.

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Thorfinn war kein angenehmer Mensch. Zeitgenossen beschrieben ihn als groß und stark, mit mächtiger Nase und buschigen schwarzen Augenbrauen – insgesamt eher hässlich. Machthungrig soll er gewesen sein, doch auch mutig und taktisch gewieft.

Auf Birsay fühlte er sich sicher, denn die Insel war nur durch einen schmalen Übergang zu erreichen und das auch nur bei Ebbe, dennoch konnte man an einer Seite der Insel Boote zu Wasser lassen. Hier also baute Thorfinn seinen Hof auf. Er übernahm dabei viele Teile der piktischen und wikingischen Siedlung vor ihm – einen alten piktischen Symbolstein inklusive. Thorfinn ließ es dabei nicht an Annehmlichkeiten fehlen. Sein Haus war mit einer Bodenheizung gewärmt und angeschlossen lag eine Sauna.

Brough of Birsay Sauna
Wo Norweger waren, gibt es eine Sauna

Trotz all der Machtgier und dem Kriegshandwerk: Thorfinn war Christ. Er pilgerte sogar nach Rom um den Papst zu besuchen. Und so hatte Birsay bald auch eine Kirche samt Bischofssitz.

Thorfinn regierte von Birsay aus also ein damals großes Reich. Erst seine Nachfahren verlegten den Sitz der Macht nach Kirkwall. Seitdem wurde es stiller um die kleine Insel.

Wissen: Über den Brough of Birsay und seinen Leuchtturm

Wie zum Beispiel auch beim Wort „Cape Wrath“ verbirgt sich hinter „Brough of Birsay“ eine Art Wortdopplung von schottischen und nordischen Worten. „Brough“ bedeutet „Fort“ und ist im Prinzip nur eine Abwandlung des gebräuchlichen Wortes „Broch“. „Birsay“ kommt vom nordischen „Byrgisey“, was so viel wie „Inselfestung“ oder „Insel, die nur durch ein schmales Stück Land zu erreichen ist“ bedeutet.

Brough of Birsay ist 21 Hektar groß, das entspricht etwa 30 Fußballfeldern. Der Weg vom Parkplatz zur Insel ist etwa 260 Meter lang.

Die Siedlungs-Geschichte des Brough of Birsay beginnt irgendwann um 600 nach Christus. Zu der Zeit hatten die Pikten hier die Macht und aus dieser Eopche stammt auch der piktische Stein, der heute noch als Kopie zu sehen ist, das Original steht geschützt in Edinburgh. Bald allerdings übernahmen die Wikinger die nicht nur ganz Orkney, sondern auch die Siedlung auf Birsay. Sie bauten einen Hof und Häuser auf, von denen man heute noch viele  Mauerüberreste sieht. Etwa 1100 nach Christus entstand dann auf Birsay ein Kloster, das jedoch bald wieder aufgegeben wurde, denn zu der Zeit übernahm die St. Magnus Cathedral in Kirkwall den höheren Stellenwert.

Brough of Birsay Leuchtturm
Der kleine Leuchtturm ist nur elf Meter hoch, doch sein Leuchtfeuer steht auf 52 Metern Höhe

Heute ist die Insel unbewohnt. Die einzigen beiden modernen Gebäude sind das kleine Visitorcentre und der Leuchtturm oben auf der Insel. Wie fast alle Leuchttürme in Schottland wurde auch dieser von einem aus der berühmten Ingenieursfamilie Stevenson erbaut, nämlich David A. Stevenson im Jahre 1925. Der Turm selbst ist nur elf Meter hoch, sein Leuchtfeuer erreicht dank der Inselerhebung aber eine Höhe von 52 Metern über dem Meeresspiegel.

Persönliche Anmerkung: Gut erklärtes Dorf mit Aussicht

Brough of Birsay Piktenstein
Der piktische Stein ist eine Replik, das Original steht im Museum in Edinburgh

Die Steinruinen sind recht verwirrend, wenn man ihnen gegenüber steht. Die gute Beschilderung und die hilfreichen Erklärungen helfen einem aber schnell den Aufbau Siedlung zu erfassen. Die Infos im Visitorcentre helfen auch weiter.

Wenn man sich mal vorstellt, was die Siedler damals für einen Blick gehabt haben müssen – und das alles aus einem Haus heraus, das mit Fußbodenheizung versehen war …

Tipp: Ein kleiner Spaziergang mit großem Blick

Wenn man die Siedlung am Anfang der Insel in Ruhe angesehen hat, sollte man sich noch Zeit für einen Spaziergang zum Leuchtturm und weiter nehmen. Der Weg führt auf weichem Gras die Anhöhe hoch. Auf der andere Seite fällt die Insel dann steil ab. Zwischen den Klippen hier sausen Seevögel umher und das Meer tost unten.

Brough of Birsay Westende
Im Westen fällt die Insel steil ab

Nur wenige nehmen diesen Weg, so dass man mit etwas Glück die Insel hier für sich hat und sich für einen Moment wirklich in einer anderen Welt befindet.

Den Rückweg kann man dann über die Flanke der Insel nehmen, von der Siedlung aus gesehen auf der linken Seite des Eilands.

Anfahrt:

Mit Navigationsgerät: „KW17 2LX“ bringt einen bis zum Dorf. Hier aber auf die Beschilderung zum Brough achten

Ohne Navi: Von Stromness aus zunächst die A965 nach Kirkwall nehmen, dann aber nach wenigen Metern links ab auf die A967. Hier ist Sandwick und auch schon Birsay ausgeschildert. Der Straße etwa 14 Kilometer folgen (9 Meilen), dann trifft sie auf eine T-Kreuzung. Dort links nach Birsay, weiter auf der A967. Beim nächsten großen Schild in einer 90-Grad-Kurve auf die A966 nach Birsay abbiegen. Der Straße folgen, kurz vor dem alten Earls Palast kommt ein braunes Hinweisschild für den Brough of Birsay. Nun einfach der Straße bis zum Parkplatz folgen.

Von Kirkwall aus fährt man zunächst die Ab965 nach Stromness, und biegt dann kurz hinter Finstown rechts auf die A967 Richtung Harray, Dounby und Birsay ab. Hier weiterfahren, bis man wieder wie oben beschrieben auf die A966 trifft.

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Brough of Birsay Infos

BesonderheitIdyllische, kleine Insel, die bei Ebbe zu Fuß zu erreichen ist mit Überresten einer piktischen und später norwegischen Siedlung.

ÖffnungszeitJuni bis Sept.:
täglich 09:30 - 17:30 Uhr Während des Winters geschlossen

KostenErwachsene: 6,00 Pfund
Kinder: 3,60 Pfund
Ermäßigte: 4,80 Pfund
(Stand 2019)

Mapcode für NavisL44L.CQH
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Postcode für Navis"KW17 2LX" bringt einen bis zum Dorf. Hier aber auf die Beschilderung zum Brough achten

WebseiteHier klicken

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