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MacLeods Tables – die Überheblichkeit des Alasdair MacLeod

Stolz überblicken sie die Halbinsel Duirinish auf Skye: Die beiden Gipfel der MacLeods Tables. Wie sie zu ihrem Namen kamen? Natürlich gibt es dazu eine Geschichte.

MacLeods Tables von Dunvegan aus gesehen
MacLeods Tables von Dunvegan aus gesehen

Alasdair Crotach, achter Chief der MacLeods, war kein Mann, der eine Schmähung ertragen konnte. Er war ein stolzer Highlander, gebildet und tief religiös – aber eben auch prahlerisch, nachtragend und grausam. Und das brachte ihn wieder und wieder in Schwierigkeiten. Und was für welche!

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Alasdair war zu Gast bei Hofe König James IV in Edinburgh. Hier in seinem Palast tischte der schottische Monarch in seinem Festsaal prächtig auf und seine Gefolgsleute ließen keine Gelegenheit aus, den Chief der MacLeods auf den Prunk hinzuweisen. Die Zahl der Kerzenständer, die Größe der Tafel, die Höhe des Gewölbes.

Verfluchte Hochnäsigkeit der Lowlander! Sie hielten Highlander wohl für dumpfe Barbaren? Und so kam es, dass Alasdair sich wieder hinreißen lies, sich wieder in Schwierigkeiten brachte.

„Auf meinem Gut, Eure Hoheit“, hörte er sich plötzlich sagen, „da haben wir sogar noch eine größere Tafel als diese, und hellere Kerzen, ja selbst unsere Decke ist höher.“

Die Worte verfehlten nicht ihre Wirkung, im Saal wurde es still, die Augen richteten sich auf den König. Der zögerte einen Augenblick ehe er antwortete.

„Nun, dann werde ich zu Eurem Domizil reisen und mich dort selbst von der Größe der MacLeods überzeugen.“

Panorama MacLeods Tables
Panorama MacLeods Tables

Da waren sie wieder, die Schwierigkeiten. Wie könnte sich Alasdair nur da wieder rauswinden? Ein öffentlicher Rückzieher? Sicher nicht. Die Schmach wäre furchtbar. Und so reiste er ab, nicht ohne eine Prise Panik in seinem Gepäck.

Doch zuhause fiel es ihm bald wie Schuppen von den Augen. Er hatte ja all das, was er versprochen hatte. Und so machte er sich an die Vorbereitung zum Fest für den König.

Als der schließlich kam, führte Alasdair ihn auf das flache Plateau des Healabhal Mhor, wo er Speisen und Getränke hatte hinauftragen lassen. „Das ist meine Tafel, Eure Hoheit, ist sie nicht wahrlich größer als Eure?“ Rund um die Speisen standen etliche Clanmänner und beleuchteten das Festmahl mit Fackeln. „Scheinen unsere Kerzen nicht heller als Eure?“ – „Da habt ihr Recht, MacLeod“, antwortete der König. „Doch wo ist euer Gewölbe?“

MacLeod deutete in den Himmel. „Gott selbst hat es gemacht.“

Wissen: MacLeods Tables in Zahlen und Worten

Gemessen an den nahen Cuillins zum Beispiel sind die Zwillingsberge des MacLeod kaum mehr als zwei Hügel. 471 Meter ragt der Healabhal Mhor und 488 Meter der Healabhal Bheag in die Höhe. Erstaunlicherweise bedeuten die Adjektive „mor“ und „beag“ genau das Gegenteil der tatsächlichen Verhältnisse. „Mor“ heißt „groß“. Der „große Healabhal“ ist also der kleinere der beiden Gipfel, und der kleine („beag“) eigentlich der höhere. Grund für diese Verdrehung: Von Dunvegan und der Straße aus erscheint der kleinere größer.

St Clement's Church Rodel
St Clement’s Church Rodel

Es gibt übrigens zur Entstehung der flachen Berge eine weitere Geschichte. So soll der Heilige Columba einst die Isle of Skye besucht haben, um dort zu predigen. Doch der ansässige Herrscher war wenig entgegenkommend und verweigerte dem Heiligen die Gastfreundschaft. Doch während Columba in der Kirche predigte, verfinsterte sich der Himmel und ein Getöse folgte. Als das Volk hinaus trat, sahen sie, dass den beiden Bergen die Gipfel abgeschlagen waren. Und so hatte Columba auf dem einen Berg sein Bett, auf dem anderen seinen Tisch.

Wer eine eher wissenschaftliche Erklärung bevorzugt: Die Gletscher der letzten Eiszeit vor 15.000 Jahren haben sie herausgearbeitet.

Übrigens: Das Alasdair Crotach durchaus nachtragend und grausam war, ist keine Erfindung. So war er zum Beispiel für den Massenmord auf den drei kleinen Inseln Eigg, Rum und Canna verantwortlich. Später zog er sich am Ende seines Lebens in das Kloster bei St Clemens Church auf Harris zurück, wo auch sein Grab zu finden ist.

Tipp: Wanderung und Fotos

MacLeods Tables in der Distanz
MacLeods Tables in der Distanz

Zunächst: Ich selbst habe die Wanderung noch nicht unternommen, weise hier aber gerne auf die Möglichkeit hin, die Ihr genauer bei Walkhighlands nachlesen könnt.

Was Fotos angeht, kann ich schon bekommt man mehr sagen. So bekommt man sowohl von der Dunvegan Castle als auch von Friedhof in Duirinish gute Motive. Ebenso von der Straße aus A863. Dazu könnt Ihr bei den Rundfahrten über Skye mehr erfahren.

Anfahrt:

Auf dem Weg nach Dunvegan über die A863 kommend von Sligachan sieht man die Berge häufiger auf der linken Seite. Möchte man hinauf wandern, parkt man am besten nahe dem Orbost House.

Mit Navigationsgerät: „IV55 8ZB“ eingeben, das bringt einen bis nach Orbost. Allerdings sollte man vielleicht schon etwa einen Kilometer vorher in der Biegung parken.

Ohne Navi: Kommend von Sligachan auf der A863 fahren, bis es nach links die B884 abgeht Richtung „Glenadale“. Dann aber nicht der Abbiegung nach Glenadale folgen, sondern geradeaus nach Orbost. Nach kurzer Zeit kommt ein kleines Rinnsal, das unter der Straße hindurchfließt. Hier seitlich parken. Die Beschreibung der Wanderung findet Ihr auf Walkhighlands.

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Eine Antwort zu “MacLeods Tables – die Überheblichkeit des Alasdair MacLeod”

  1. Zwei nette Geschichten zu den MacLeods Tables! Die Bewohner des Cottages auf dem Titelbild leben wirklich in einer traumhaften Lage, zumal mir die Tables von Dunvegan aus deutlich mehr imponieren als von den meisten anderen Aussichtspunkten.

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