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Kilmuir Friedhof – das Grab von Flora MacDonald auf Skye

„Ihr Name wird in der Geschichte genannt werden, und wenn Mut und Treue noch Tugenden sind, wird er mit Ehrerbietung geführt“ – so steht es auf dem Grab von Flora MacDonald, der Heldin der Highlands. Ein Besuch des Friedhofs ist aber nicht nur wegen ihr spannend.

Flora MacDonalds Grabinschrift
Flora MacDonalds Grabinschrift
Flora MacDonalds Grab
Flora MacDonalds Grab

Auch wenn man sie nicht kennt, ihr Grab zu besuchen gehört einfach zu den Dingen auf Skye, die man getan haben sollte. Selbstverständlich ist ihre Ruhestätte die größte und auffälligste auf dem Gottesacker. Doch wird der Besucher rasch feststellen, dass es unmöglich aus der Zeit ihres Ablebens im 18. Jahrhundert stammen kann – es sieht frisch und neu aus. Kein Wunder, denn das Steinkreuz wurde komplett erneuert. Das alte hatte zu sehr gelitten.

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Wenn man das Grab der Flora genug bewundert hat, sollte man sich aber noch weiter auf Erkundungstour über den Friedhof begeben. Es gibt viel Kurioses zu sehen.

Eine Grabplatte etwa beginnt mit den Worten: „Hier liegen die Überreste von Charles MacArthur, dessen Ruf als ehrliche Mann und bemerkenswerter Dudelsackspieler diese Generation überdauern wird, denn seine Manieren waren leicht und ordentlich wie seine Musik und seine Finger werden“ – abrupt enden die Zeilen ungefähr auf der Hälfte des Steins. Die Platte markiert die sterblichen Überreste des Pipers Charles MacArthur. Als er starb, gab sein Sohn beim Steinmetz die Grabinschrift in Auftrag. Das Schicksal wollte jedoch, dass der Sohne kurz darauf selbst ertrank. Ohne Chance auf Bezahlung stellte der Steinmetz die Arbeit sofort ein und hinterließ den unvollendeten Text.

Unvollendete Grabplatte
Unvollendete Grabplatte

Noch etwas weiter hinten steht ein kleines Gebäude, eine Art Mausoleum. Es ist die Ruhestätte des Arztes John MacLean, der hier 1793 beerdigt wurde. Und schließlich fällt noch eine Grabplatte auf, die an die in Finlaggan oder Iona erinnert. Ein alter Krieger mit Schwert und Helm. Darunter liegt Angus Martin. Man sagt, er habe die Platte gestohlen, nämlich von einem Grab eines frühen schottischen Königs. Doch wahrscheinlicher ist, dass er es vom Grab eines Clanführers des ausgehenden Mittelalters geklaut hat. Was auch immer wahr ist, die Grabplatte ist ein meisterliches Werk und daher einen Blick wert.

Wissen: Wer war die Heldin der Highlands?

Flora MacDonald war die Fluchthelferin des Bonnie Prince Charlie, dem Anführer des Jakobitenaufstands, der in Culloden sein trauriges Ende nahm. Doch nach der gescheiterten Rebellion führte sie noch ein langes Leben, teilweise sogar in Nordamerika. Wieder zurück wurde sie vom reisenden Dr. Samuel Johnson besucht, der später die Worte für ihr Grab verfasste.

Als sie starb, war das Begräbnis das größte, das jemals auf Skye stattgefunden hat.

Tipp: Kombi mit den Blackhouses

Der Besuch lässt sich natürlich perfekt kombinieren mit dem Skye Museum of Island Life, das wenige hundert Meter weiter vorne an der Straße liegt.

Wenn man vom Grab aus über das Meer blickt, kann man an manchen Tagen in der Ferne die Äußeren Hebriden erkennen. Flora MacDonald stammte ursprünglich von South Uist (daher die Inschrift auf dem Grab „South Uist“). Man kann also sagen, sie hat eine Aussicht auf ihre Heimat.

Persönliche Anmerkung: Alles still, nur der Wind …

Kilmuir Friedhof Keltenkreuz
Kilmuir Friedhof Keltenkreuz

Obwohl ich ein großer Fan der Geschichte um Flora MacDonald und den Jakobitenaufstand bin, haben mich die anderen Gräber und deren Ausstrahlung mehr in ihren Bann geschlagen. Sie sind alt und verwittert, haben alle eine eigene Vergangenheit. Hier steht ein  altes Keltenkreuz, dort liegt ein Fragment eines kaputten Grabes im Gras. Über die Ebene streicht der Wind des Meeres, und alles ist still. Ein wunderbarer Ort.

Anfahrt:

Von Portree aus geht es auf die A87 Richtung Uig. In Uig aber auf die Abbiegung nach Staffin und (steht unten auf der Tafel) Kulmuir achten. Dem Schild folgen, ab hier ist das dann die A855. Jetzt geht es noch zirka zehn Kilometer auf der Straße weiter, bis man rechts auf den großen Parkplatz des Museums of Island Life abbiegen kann.

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