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Urlaub auf den Orkneys – Steinzeit und Wikinger neu erleben

Ring of Brodgar
Ring of Brodgar
Karte Orkneys detail
Die kleineren Inseln und die Verbindungen
Karte Schottland Orkneys
An der Nordspitze Schottlands liegen die Orkneys
Cliffs of Yesnaby auf Orkney
Cliffs of Yesnaby auf Orkney
St Magnus Kathedrale Front
St Magnus Kathedrale Front
Der typische rote Sandstein Orkneys
Der typische rote Sandstein Orkneys
Old Man of Hoy Orkney
Old Man of Hoy Orkney
Standing Stones of Stennes
Standing Stones of Stennes
Stromness Hafen
Stromness Hafen
Häuser in Kirkwall
Häuser in Kirkwall

Infos zu Orkneys:

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Mein Reiseführer:

Steinkreise, Klippen, Paläste – die Orkney Inseln bieten eine ganz eigene Schönheit. Hier haben nicht nur die Wikinger tiefe Spuren hinterlassen, sondern auch längst verschwundene Völker der Jungsteinzeit.

Wasser und Stein. Das mal wilde, mal zärtliche Spiel dieser beiden Elemente formte – und formt noch heute – die Ork­neys, jene Inselgruppe direkt über der Nordspitze des schottischen Festlands. Hier treffen sich die azurblauen Gewässer der Nordsee und des Atlan­tiks und schleifen kunstvoll große und kleine Inseln aus dem weichen roten Sandstein heraus. Über ihnen liegt jeweils ein Teppich aus saftigem Grün.

Die Orkneys sind eher flache Inseln, lediglich Hoy bietet einige ernstere Hügel. Ansonsten erstrecken sich fruchtbare Ebenen mit Heide und Gras über die Eilande, die zum Meer hin oft steil abfallen, so dass sich zerklüftete Schönheiten ergeben, wie die Klippen von Yesnaby.

Berühmt sind die Orkneys aber für ihr geschichtliches Erbe. Mit dem Ring of Brodgar und den Standing Stones of Stennes, sowie dem Steinzeitdorf Skara Brae bieten die Nordinseln bedeutende und großartige Belege für die Baukunst der Völker aus der Jungsteinzeit.

Nicht weniger beeindruckend ist das Erbe der Wikinger und später der Norweger. Sie haben hier Paläste und Kathedralen hinterlassen, wie zum Beispiel der Bishops Palace oder die St. Magnus Cathedral.

Die Orkneys lohnen sich für einen ausgedehnten Besuch, der einen in vergangene Jahrtausende entführt.

Allgemeine Infos zu den Orkneys

Die Orkneys sind ein Archipel von immerhin 62 Inseln, von denen 16 bewohnt werden. Die wichtigste Insel heißt einfach nur „Mainland“ und misst 40 Kilometer in der Länge und 26 Kilometer in der Breite. Der Name setzt sich aus „Orkn-eyjar“ zusammen, was so viel bedeutet wie „Seehundinseln“. Das ist allerdings nicht Gälisch, wie zum Beispiel bei den Äußeren Hebriden, sondern kommt aus dem Altnordischen der Wikinger und Norweger.

Neben Mainland ist die „hohe Insel“ Hoy die zweitgrößte der Orkneys. Sie ist bekannt für die Felsnadel Old Man of Hoy, die sogar schon in einem Videoclip der Eurythmics zu sehen war. Den Namen „hohe Insel“ hat Hoy wohl wegen des vergleichsweise hohen Berges des Ward Hill mit rund 480 Metern. Weitere große Inseln sind Sanday, South Ronaldsay (verbunden durch einen Damm mit dem Mainland), Eday, Shapinsay, Stronsay, Westray, Rousay, North Ronaldsay, Wyre und Flotta.

Ihnen allen ist eines gemein, nämlich das Material, aus dem sie bestehen. Dabei dominiert jeweils der sogenannte „old red sandstone“, der „alte rote Sandstein“. Und tatsächlich verleiht dieses Material den Orkneys eine ganz einzigartige Farbgebung, die ein wenig zwischen Rot und Ocker schwankt. Das sieht man nicht nur an der Küste, wo der Fels unter der grünen Decke von Gras und Heide hervortritt, sondern auch in den Gebäuden und Monumenten, die in den fünf Jahrtausenden auf den diversen Inseln errichtet wurden. Da es so gut wie kein Holz auf den Orkneys gibt, wurde der Sandstein eben auch zum wichtigen Baumaterial.

Geschichte der Inseln

In den Jahren zwischen 4000 und 2000 vor Christus erlebte Orkney eine erste Hochphase der Kulturen. Zu dieser Zeit waren die ehemaligen Jäger und Sammler sesshaft geworden und begannen den fruchtbaren Boden der Inseln landwirtschaftlich zu nutzen. Diese Sesshaftigkeit ging einher mit einer Blüte der Baukunst: Die jungsteinzeitlichen Völker errichteten etliche Steinhügel, die innen eine Kammer aufweisen – sogenannte Chambered Cairns.

Berühmtester Vertreter ist Maes Howe in der Nähe von Stromness. Es gibt aber noch fast siebzig weitere dieser Cairns. Dann sind da noch Steinkreise und Monolithen, wie die Standing Stones of Stennes, der Watch Stone, Odins Stone und der Ring of Brodgar. Und schließlich ist da das Steinzeitdorf Skara Brae, das schon um 3200 v. Chr. besiedelt gewesen sein soll. Die meisten dieser Monumente sind übrigens Teil des Weltkulturerbe der UNESCO. Sie sind zusammengefasst unter dem Namen „The heart of Neolithic Orkney“ – das Herz der jungsteinzeitlichen Orkneys.

Doch während der Bronzezeit von 1800 bis 80 vor Christus fielen die gemeinschaftlichen Strukturen der neolithischen Völker auseinander. Und auch das Klima änderte sich, machte die Lebensbedingungen härter; es wurde kälter und feuchter. Das setzte sich in der Eisenzeit fort. Aus dieser Epoche stammen dann Bauten, wie die Brochs, eine Art runde Wehrtürme, von denen es auf den Orkneys über hundert Stück gab – eine Mode, die sich übrigens auch auf dem schottischen Festland wie in der Grafschaft Caithness durchgesetzt hatte. Vor wem man sich mit diesen aufwendigen Bauten schützen wollte oder ob sie eher repräsentativ wirken sollten, ist bis heute nicht klar. Aber sie sind allemal schön anzusehen,

Als die Eisenzeit am Ausklingen war, also im ersten Jahrhundert vor Christus, annektierten die Römer große Teile Großbritanniens. Zwar gibt es keinen Hinweis, dass je ein römischer Soldat Fuß auf eine der Inseln gesetzt hätte, doch wussten die Römer und Oracdiar voneinander. So sollen sich die Häuptlinge den Römern unterworfen haben, um Ärger vorzubeugen. Es gibt Funde von Amphoren, die zumindest auf einen gewissen Austausch hindeuten, doch eine Unterwerfung war vermutlich eher einer Übertreibung der römischen Geschichtsschreiber..

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Die Orkneys waren in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt ein Teil der piktischen Nation – wenn auch einer, der weit vom Kernland entfernt lag. Immerhin gibt es auch Funde aus dieser Epoche, die diese Verbindung eindeutig belegen. Zum Beispiel den piktischen Stein am Brough of Birsay, der als Kopie heute dort noch zu sehen ist.

Doch einen wirklich bleibenden kulturellen Stempel sollten erst die Wikinger den Orkneys aufdrücken. Sie sollten sehr lange bleiben und die Orkneys über Jahrhunderte prägen. pätestens im siebten Jahrhundert nach Christus sind sie zum ersten Mal aufgetaucht, als deren Nachfahren, die Norweger schließlich im Jahr 1468 die Herrschaft der Inselgruppe an Schottland abtreten mussten, waren fast 800 Jahre nordischer Herrschaft vergangen. In dieser Zeit entstand sogar eine ganze Saga, die Orkneyinga, die halb fiktiv und halb real die Geschehnisse auf den Orkneys erzählt.

Die schlimmste Tyrannei erlebten die Orkneys jedoch unter den Stewarts Ende des 16., Anfang des 17. Jahrhundert. Sie kannten nur die Gier, was sich auch in der Bauruine des Earl’s Palace zeigt.

Eine nicht ganz angenehme Verbindung mit der deutschen Geschichte haben die Orkneys auch. Zum einen, weil dort die deutsche Flotte aus dem ersten Weltkrieg liegt. Sie sollte hier den Briten übergeben werden, doch der Kapitän versenkte die Boote lieber.  Zum anderen fand hier ein vernichtender Angriff des deutschen U-Boot-Kommandanten Kapitän-Leutnant Günther Prien auf das Schlachtschiff Royal Oak statt, das im Hafen Scapa Flow bei Kirkwall vor Anker lag. Prien schickte am 14 Oktober 1939 über 800 Matrosen in den Tod, davon waren rund 120 gerade mal zwischen 14 und 18 Jahre alt. Als Antwort auf diesen Angriff errichtete man die Churchill Barriers, die heute kleine Inseln mit dem Mainland verbinden.

Bevölkerung und wichtige Orte

Knapp 21.000 Menschen leben und arbeiten auf den Inseln. Die Hauptinsel Orkneys ist vergleichsweise dicht besiedelt. Fast 15.000 Menschen leben dort. Die Hauptstadt Kirkwall alleine nimmt schon rund 7.000 davon auf, die zweitgrößte Siedlung und gleichzeitig der Hafen für die Northlink-Ferries bringt es auf über 2.000 Einwohner.

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Im Gegensatz zu den Inseln im Westen spielt die gälische Sprache auf den Orkneys keinerlei Rolle. Kein Wunder, denn die Norweger waren hier bestimmend und brachten ihr „Old Norse“ – also das Altnordische – mit. Auf Orkney entwickelte sich ein eigener Dialekt namens „Norn“, der noch bis ins 17. Jahrhundert gesprochen wurde.

Eine große Rolle spielt übrigens der Naturhafen Scapa Flow. Zwischen den Inseln Mainland, Burray, South Ronaldsay, Flotta und Hoy bildet das Meer ein geschütztes Becken. Dieser natürliche Hafen war bereits den Wikingern bekannt, doch erst als der Konflikt mit Frankreich den Ärmelkanal zum gefährlichen Gewässer machte, stieg das Interesse der britischen Marine daran. In Scapa Flow sollten sich fortan Dramen abspielen, die auch eng mit der deutschen Geschichte verknüpft sind.

So liegen nämlich die Schiffe Dresden, Köln, Karlsruhe, Kronprinz Wilhelm, Markgraf, König und Brummer lauten die Namen der deutschen Kriegsschiffe in Scapa Flow auf Grund. Es sind nur sieben von einstmals 52! Nach dem Waffenstillstand am Ende des ersten Weltkriegs sollte nämlich die deutsche Hochseeflotte unter dem Kommando von Konter­admiral Reuter hier den Briten übergeben werden. Als im Juni 1919 schließlich der Friedensvertrag unterzeichnet wurde, beschloss Reuter, dass die Flotte zu versenken sei. Es war der größte Verlust an Schiffen, der jemals an einem einzige Tag registriert wurde. Die meisten davon wurden von den Briten in den nächsten Jahren geborgen, doch sieben verblieben auf dem Grund – sehr zum Vergnügen heutiger Hobby-Wracktaucher.

Ein weiteres deutsches Kapitel schlug im zweiten Weltkrieg der U-Boot-Kommandant Kapitän-Leutnant Günther Prien auf. Er schlich sich mit seinem U-47 unbemerkt in ­Scapa Flow ein und torpedierte das britische Schlachtschiff Royal Oak, das hier vor Anker lag. Prien schickte so am 14. Oktober 1939 über 800 Matrosen in den Tod, rund 120 davon waren gerade mal zwischen 14 und 18 Jahre alt. Als Antwort auf diesen Angriff errichtete man die Churchill Barriers, die heute kleine Inseln mit dem Mainland verbinden.

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