Ein moderner Friedhof mit den Ruinen eines alten Klosters darauf. Die Geschichte der Kinloss Abbey reicht zurück ins Mittelalter.

Fast jedes Kloster erzählt eine fantastische Gründungsgeschichte. Kinloss Abbey macht keine Ausnahme. Im Jahr 1150 soll König David I. von Schottland hier auf einem Jagdausflug gewesen sein.
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Damals war das Gebiet bedeckt von weiten Wäldern. Der König verirrte sich derart, dass er sich in seiner Not an die Jungfrau Maria wandte. Daraufhin erschien eine weiße Taube, die ihn zu einer Lichtung führte.
Dort hüteten zwei Schäfer ihre Herde. Sie gaben dem König Unterschlupf. Und während er ausschlief, besuchte ihn Maria im Traum. Sie befahl ihm, als Dank eine Kapelle für sie zu errichten.

David wachte auf und zeichnete mit seinem Schwert die Umrisse der Kapelle in den Boden der Lichtung. Zurück bei seinem Gefolge zog er sich auf das nahe Duffus Castle zurück. Dort blieb er und beobachtete den Bau.
Soweit die Legende. Sie klingt sehr ähnlich der, die dem Holyrood Palace in Edinburgh zugeschrieben wird. Vielleicht zu ähnlich. Und sie unterschlägt etwas anderes: nämlich dass der König damit auch seinen Einfluss in der Region Moray vergößerte.
Bei einer Kapelle blieb es nicht. Er brachte Zisterzienser von Melrose nach Kinloss. Es entwickelte sich ein wohlhabendes Kloster. 1312 erhielten die Mönche Fischerrecht über den Findhorn-Fluss.

400 Jahre lang prosperierte Kinloss Abbey. Doch wie bei vielen Klöstern machte die Reformation im Jahr 1560 dem ein Ende. Die Gebäude und das Land gingen in weltliche Hände über. Und im 17. Jahrhundert wurden sogar die Steine verkauft – an die Anhänger von Oliver Cromwell, die damit eine Festung in Inverness bauten.
Was bis heute blieb, ist ein Friedhof, auf dem sich auch Kriegsgräber befinden. Und dazwischen erheben sich die Ruinen des einst so stolzen Klosters. Und die sind schön anzusehen. Wem die Vorstellungskraft fehlt, dem helfen die Zeichnungen und Tafeln weiter.

Wissen: Robert Reid, Kinloss und Orkney
Ein Name ist mit Kinloss stark verbunden: Robert Reid war ein Kirchenkarrierist des 16. Jahrhunderts – sozusagen ein Star. Seine Ausbildung erhielt er an der Universität von St Andrews. 1524 wurde er dann stellvertretender Vorsteher der nahen Elgin Cathedral. 1528 erhob ihn die Kirche zum Abt von Kinloss Abbey.
Und hier konnte er sein Wirken zum ersten Mal richtig entfalten. Denn vor allem Bildung und Ausbildung lagen ihm am Herzen. Reid machte Kinloss zu einem Zentrum des Wissens. Er selbst wohnte im Abbots House, dessen Ruine heute auf dem Gelände hinter einem Zaun steht.

Doch sein Weg war noch nicht zu Ende. 1541 erhob man ihn zum Bischof von Orkney. Er ließ daraufhin den Bishop’s Palace neben der St.-Magnus-Kathedrale ausbauen. Und wieder kümmerte er sich um Bildung, indem er 1544 die Burgh School eröffnete, um Schreiben, Mathematik und Philosophie zu lehren. Er blieb weiterhin Kinloss treu.
Außenpolitisch war Robert Reid auch unterwegs, mischte in den Affären um König James V., Henry VII. und Marie de Guise mit. Darum starb er auch bei einer Reise nach Frankreich im Jahr 1558, nachdem er der Hochzeit von Mary Queen of Scots mit dem französischen Thronanwärter beigewohnt hatte.
Über seinen Tod hinaus stärkte er die Bildung. Er hinterließ ein substanzielles Vermögen, das für die Gründung eines Colleges in Edinburgh gedacht war. Die Reformation machte da zunächst einen Strich durch die Rechnung, doch im Jahr 1583 wurde die Edinburgh University auch mit Robert Reids Geld eröffnet.
Kinloss Abbey spielte in all der Zeit eine wesentliche Rolle.
Anfahrt
Mit Navigationsgerät: „IV36 3TL“ bringt einen in den Ort. Dort weiter, wie unten beschrieben.
Ohne Navi: Von Inverness auf der A96 Richtung Osten. Am Ende Ort Forres, dort, wo auch Sueno’s Stones steht, auf die B9011 Richtung Findhorn abbiegen. In Findhorn dann nicht der großen Findhorn-Road folgen, sondern gerade Richtung Burghead und dann kurz darauf rechts auf den kleinen Weg. Hier steht auch schon ein braunes Hinweisschild für die Kinloss Abbey. Parken am Friedhofstor.

